DAX 30: Wiederholt sich jetzt 2007?

Am 7. März 2000, sozusagen auf dem Höhepunkt der Internet-Blase, markierte der DAX 30 mit 8.136 Punkten ein Allzeithoch.

Dieser Rekord blieb für die nachfolgenden 7 Jahre das Maß aller Dinge.

Am 13. Juli 2007 gelang dem deutschen Leitindex dann endlich ein neuer Rekord – allerdings nur ein marginaler von 8.151 Punkten.

Dass es vorerst nicht zu mehr reichen würde, war schon im Juni im Chart erkennbar.

Dreifache Divergenz = 3-fache Vorwarnung

Wie Sie gleich sehen werden, gibt es aktuell Parallelen zu 2007. Schauen wir uns zunächst einmal die Ausgangslage vor 10 Jahren an:

dax 2005 bis 2008_23-03-2017

DAX 2007: Das Momentum generierte eine 3-fache Divergenz (Abweichung)

Ich kann mich noch sehr gut an diese Zeit erinnern:

In meinem Börsendienst „Die Wachstumsaktien-Strategie“ (damals noch „Momentum-Trader“) hatte ich frühzeitig eine größere Korrektur angekündigt.

Doch dann zog sich die Top-Bildung viele Wochen in die Länge. Das zerrte ganz schön an den Nerven. Am Ende kam es dann jedoch wie prognostiziert.

Vorweg: In einem Aufwärtstrend sollten neue Kurshochs von höheren Hochs im 50-Tage-Momentum bestätigt werden.

Das war während der Aufwärts-Bewegung von August 2006 bis Februar 2007 (pinkfarbene Linien) lehrbuchmäßig der Fall.

Erst im Februar 2007 gab es dann eine Divergenz (Abweichung) zum Kursverlauf, wie die vertikalen grauen Balken zeigen.

Nach einer scharfen Abwärts-Korrektur ging es dann ab Mitte März 2007 weiter bergauf.

Wie Sie im Chart sehen, gab es während der Top-Bildung im Sommer desselben Jahres gleich eine 3-fache Divergenz (vertikale blaue Balken).

Vom neuen Rekordhoch am 13. Juli aus raste der DAX innerhalb von 4 ½ Wochen um 960 Punkte (-11,8%) in die Tiefe.

Das sieht verblüffend ähnlich aus

Schauen wir nun zum Vergleich gemeinsam auf die aktuelle Lage im DAX 30:

dax_23-03-2017

DAX 2017: Das Momentum generierte eine 3-fache Divergenz (Abweichung)

Verblüffend, nicht wahr: Eine einfache Divergenz (vertikale graue Balken) im Januar, auf die eine kleinere Korrektur folgte?

Auf das anschließende Top im Februar generierte der DAX 3 weitere Hochs, die jedoch vom 50-Tage-Momentum nicht bestätigt wurden (vertikale blaue Balken) – eine 3-fache Divergenz.

Fazit und Empfehlung

Sie wissen: Ich habe hier seit rund einem Jahr die Einschätzung vertreten, dass dem DAX der Sprung in neue Kursdimensionen (über das Top vom April 2015 bei 12.390 Punkten) gelingen würde.

Fakt ist indes: Während die Wall Street schon seit 4 Monaten auf Rekordjagd ist, gelang dem deutschen Leitindex bis heute nicht mal ein marginales neues Rekordhoch.

Das ist zugleich auch der einzige Punkt, in dem sich die Charttechnik aus 2007 von der aktuellen Situation unterscheidet.

Die Charttechnik lehrt uns, das zu lesen, was uns die täglich neu erzeugten Kurse mitzuteilen versuchen und daraus eine Einschätzung zu formen.

Dazu gehört aber auch die Bereitschaft, seine Einschätzung jederzeit an eine neue Gemengelage anzupassen.

Lange Zeit deutete viel auf neue Rekordniveaus hin. Die jüngste Entwicklung lässt nun etwas anderes erwarten:

Denkbar ist beispielsweise ein Szenario, in dem der DAX – wie auch in 2007 – zunächst ein marginales neues Allzeithoch erreicht, um danach eine größere Korrektur zu durchlaufen.

Danach wäre dann ein neuer Anlauf auf die alte Bestmarke wahrscheinlich.

23. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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