DAX 30: Wir schaffen das!

„Schafft der DAX 30 jetzt den Befreiungsschlag?“ Das habe ich die letzten Wochen gefragt und Ihnen geschrieben, dass der DAX 30 sich schwer tut, den Widerstand bei 10.000 Punkten zu überwinden.

Hinzu kommt, dass er zusätzlich unter dem Widerstand seiner GD-200 (Erklärung folgt unten) notiert. Letzte Woche habe ich Ihnen geschrieben:

„DAX 30: Jetzt oder nie . . .

Der DAX 30 ‚muss’ nun seine GD-200 erneut überwinden. Da sich diese langsam der Marke von 10.000 Punkten nähert, wird der DAX 30 automatisch oberhalb dieser wichtigen Unterstützung von 10.000 Punkten bleiben, wenn er über seine GD-200 klettert. Die GD-200 bewegt sich unaufhaltsam auf die 10.000 Punkte zu. Sie dreht sich nach oben, wenn der DAX 30 weiter zulegt.

Jetzt steht der DAX 30 an entscheidender Stelle: Oberhalb der 10.000 Punkte. Unter diese Unterstützung darf er nicht mehr fallen. Und er steht unterhalb seiner GD-200. Diesen Widerstand muss er überwinden. Damit heißt es: Jetzt oder nie …“

Soweit meine Einschätzung aus der Vorwoche. Danach ist der DAX 30 im Wochenverlauf und per Wochenschlusskurs unter 10.000 Punkte gefallen. Wenn Sie den DAX 30 allein betrachten, hat er es also nicht geschafft. Das sehen Sie im untenstehenden Chart.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter. Wenn es für Sie neu ist:

Die Analyse eines Charts auf Basis seiner Wochenschlusskurse (hier der Chart des DAX 30) hat einen großen Vorteil: Kursspitzen nach oben und unten, die im Laufe einer Woche entstehen, werden herausgefiltert. Auf diese Weise stellt diese Sichtweise Trends besser und ruhiger dar. Für mittelfristige Trendbestimmungen ist das eine hervorragende Charteinstellung.

Gerade in der aktuell schwankungsreichen Börsenphase, in der die Indizes innerhalb kürzester Zeit um mehrere hundert Punkte nach oben oder unten springen, ermöglicht die Betrachtung auf Basis der Wochenschlusskurse eine optimale mittelfristige Analyse.

DAX 30: Wieder unter 10.000 Punkte

DAX-Index_2016_05_09

Der DAX 30 hat am 15.04.2016 die grün markierte Seitwärtszone zwischen 9.000 und 10.000 Punkten nach oben verlassen und den Widerstand bei 10.000 Punkten (rote waagerechte Linie) überwunden. Das Hoch lag am 22.04.2016 bei 10.371 Punkten. Und letzte Woche, am 06.05.2016, hat er wieder unter 10.000 Punkten geschlossen (roter Kreis, gelb gefüllt). Außerdem notiert er wieder unter seiner GD-200.

GD-200 – Gleitende Durchschnittskurse der letzten 200 Tage

Für die Linie der Gleitenden Durchschnittskurse der letzten 200 Tage (GD-200) addieren Sie die Kurse der jeweils letzten 200 Tage und dividieren diese durch 200. Dadurch ergibt sich für jeden Tag ein Mittelkurs. Dieser wird in den Chart eingetragen und fortgeschrieben. Durch Verbindung der einzelnen Durchschnittskurse erhalten Sie die Linie der Gleitenden Durchschnittskurse der letzten 200 Tage (GD-200).

Bewertung der GD-200

Liegt der aktuelle Kurs über der GD-200, ist der Aufwärtstrend intakt. Liegt der aktuelle Kurs unter der GD-200, ist das ein Zeichen für Marktschwäche. Das alleine ist nicht ausschlaggebend, aber ein zusätzlicher Hinweis auf Stärke oder Schwäche des Indexes.

Derzeit „kämpft“ der DAX 30 mit seiner GD-200. Lange Zeit notierte er deutlich tiefer. Dann kam zuerst das erwähnte Überwinden der GD-200, es folgte aber der Rücksetzer unter die GD-200.

DAX 30: Wir schaffen das!

Mit „wir schaffen das!“, habe ich den DAX 30 letzte Woche kommentiert. Und davon bin ich weiter überzeugt. Die Betonung liegt dabei auf „wir“. Denn der DAX 30 folgt immer den beiden großen US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500.

Die haben letzte Woche zwar auch verloren, aber unbedeutend wenig. So waren der Dow Jones um 0,19% und der S&P 500 um 0,39% rückläufig. Eine zufallsbedingte Schwankung. Wichtig ist aber: Beide genannten US-Indizes notieren komfortabel oberhalb ihrer jeweiligen GD-200.

Damit sind deren Aufwärtstrends intakt. Und gemeinsam werden sie den DAX 30 auch wieder über 10.000 Punkte und seine GD-200 hieven.

Zum guten Schluss: Heute vor 133 Jahren, also am 09.05.1883, kam der spanische Philosoph, Soziologe und Essayist José Ortega y Gasset zur Welt. Er schrieb:

„Die Vergangenheit kann uns nicht sagen, was wir tun, wohl aber, was wir lassen müssen.“

Eine kleine Weisheit, wie gemacht für uns Börsianer. Ich wünsche Ihnen, dass Sie lassen, von dem Sie wissen, dass Sie es lassen müssen und hoffe, ich kann Ihnen hier manchmal sagen, was Sie bei Ihren Börsengeschäften tun könnten.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

9. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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