DAX-30 zwischen VW-Krise und IPO-Trubel

Die neue Börsenwoche startete verhalten. Die Stimmung schwankt zwischen Unsicherheit und Zuversicht. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Nach dem starken Kursrücksetzer am Freitag – der deutsche Leitindex DAX-30 verzeichnete ein Minus von über drei Prozent – startete die neue Börsenwoche verhalten. Die Stimmung schwankt zwischen Unsicherheit und gedämpfter Zuversicht.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgte das VW-Abgas-Desaster in den USA, das auch den DAX-30 heute deutlich in Mitleidenschaft zog. Die Vorzugsaktie des weltgrößten Automobilherstellers Volkswagen brach zwischenzeitlich um über 21 Prozent ein und notiert nun auf dem tiefsten Stand seit Sommer 2012.

Im DAX bewegten sich heute bis auf die Automobilwerte beinahe alle Werte im Plus – insgesamt verharrte der DAX auf demselben Niveau wie am Freitag Abend.

Scout24 und Covestro streben an die Börse

Für neue Zuversicht sorgen zwei große Börsengänge: Bayer bringt in den kommenden Tagen seine Kunststofftochter Covestro an die Börse und für den zweiten IPO sind die Anteilseigner der Scout24-Gruppe verantwortlich: Der Börsengang der Internet-Kleinanzeigenbörse soll bis zu 1,63 Mrd. Euro schwer werden.

Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone sowie die Deutsche Telekom wollen mit dem Verkauf eines Teiles ihrer Scout24-Anteile bis zu 1,41 Mrd. Euro einnehmen. Die Telekom will nach dem Börsengang statt bisher 30-Prozent maximal noch 14 Prozent an Scout24 halten, die beiden Finanzinvestoren dann noch höchstens 49 Prozent.

Anleger können die Scout24-Aktien bis zum 30. September zeichnen – die Erstnotiz an der Frankfurter Börse ist für den 1. Oktober geplant. Einen Tag später folgt dann die Börsenpremiere der Bayer-Kunststoffsparte Covestro. Bayer will hier bis zu 2,5 Mrd. Euro erlösen – das wäre der größte IPO in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Trotz der seit Wochen negativen Börsenstimmung mit starken Auf und Abs hält Covestro-Chef Patrick Thomas „das Timing für genau richtig“. Das Marktumfeld sei „gut genug“ für Börsengänge, zumal das eigene Geschäft entscheidend für den Erfolg sei. Und das habe in diesem Jahr deutlich zugelegt.

Covestro ist ein Kandidat für den DAX-30

Covestro, das bis vor kurzem noch als „Bayer MaterialScience“ firmierte, stellt in erster Linie Dämm-Material, Lacke, Klebstoffe und Matratzenschaum her. Mit einem Umsatz von rund 11,7 Mrd. Euro und mehr als 16.000 Mitarbeitern ist Covestro ähnlich groß wie die DAX-30-Konzerne Merck und HeidelbergCement.

Bis zum 1. Oktober werden nun die Covestro-Aktien zum Kauf angeboten. Die Preisspanne liegt bei 26,50 bis 35,50 Euro. Mit dem Erlös werden vor allem Schulden bei Bayer beglichen.

Interessant wird die Covestro-Aktie aber durch die geplante Dividende. Bereits für das verkürzte Geschäftsjahr 2015 will Thomas 100 bis 150 Mio. Euro an die Aktionäre ausschütten. Und ab dem Geschäftsjahr 2016 sollen die Covestro-Aktionäre bis zu 50 Prozent des Konzernergebnisses in Form von Dividenden erhalten.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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