DAX: Allzeithoch und was jetzt?

Nach dem Allzeithoch kommt was? Rauf oder runter? Welche Marken Sie beachten müssen, das verrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Das ging zügig. In der vergangenen Woche boten sich noch 2 Szenarien an. Doch der DAX-Index hat sich sehr schnell für den Weg nach oben entschieden. Schon die erste Unterstützungslinie bei 13.150 Punkten hielt und durch ein positives Umfeld getrieben schaffte der DAX-Index gestern ein neues Allzeithoch.

Wie weit kann der DAX-Index jetzt noch steigen? Oder wie tief kann er jetzt fallen?

Diesen beiden brandheißen Fragen gehe ich in der folgenden Chartanalyse auf den Grund.

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Gestern mit Eröffnungs-GAP auf Allzeithoch!

Das kurzfristige 1-Monatschartbild ist eigentlich mustergültig. Nach dem übertrieben steilen Anstieg in den ersten Handelstagen konsolidierte der DAX-Index die Kurse in einem flachen Abwärtsband (roter Trendkanal). Ich schrieb Ihnen bereits in der vergangenen Woche, dass diese Konsolidierung kerngesund ist und der DAX-Index damit eine gute Chance auf weiter steigende Kurse hat.

Das geschah dann auch prompt. Die US-Börsen spielten mit und gaben dem Index grünes Licht. Nach dem Überwinden des Konsolidierungstrends konnte der Index seine Aufwärtsbewegung wieder fortsetzen und gestern ein neues Allzeithoch erklimmen.

Dabei etablierte er einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal (blauer Trendkanal). Innerhalb dieses Trendkanals konsolidiert er heute bisher seitwärts. Sie erkennen aber auch, dass die Steigung recht steil ist und der DAX-Index ohne weitere Impulse schnell wieder aus diesem Kurzfristtrend abgleiten kann (roter Kreis und Pfeil).

Das wäre aber nicht sonderlich tragisch, denn an der 13.400/25er Marke besteht bereits die nächste Kurzfristige Unterstützung (schwarze gestrichelte Linie). Das würde lediglich zu einem neuen etwas flacheren und dafür aber breiteren Aufwärtstrendkanal führen.

Fazit: Die Ampeln stehen noch nicht auf rot, es besteht nach einer Verschnaufpause durchaus weiteres Aufwärtspotenzial.

Bis wohin dieses reicht, ist aus dem Kurzfristchart nicht ersichtlich. Dazu blicken wir in den mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Altes Hoch geknackt, aber was bringt uns das?

Auch im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index liest sich rein gar nichts zum Thema, wohin die Reise nach oben noch gehen kann. Ganz im Gegenteil, hier wird sogar ersichtlich, dass der Index eine obenliegende Trendgerade nach oben übersprungen hat und damit eigentlich in eine Übertreibungsphase eintaucht (dunkelblaue Trendlinie und Kreise).

Doch in der Vergangenheit sind solche charttechnischen Ereignisse nicht immer zwingend mit Rückschlägen verbunden gewesen. Dann und wann kristallisierte sich später heraus, dass die übersprungene ehemalige obere Trendlinie eine Art Mittellinie in einem breiteren Trendkanal darstellt.

Dafür spricht, dass der Index sein Allzeithoch überwunden hat und jetzt in ein so genanntes „uncharted territory“ vordringt. Oftmals folgen auf solche Formationen weitere Kursschübe nach oben.

Die beiden Unterstützungszonen für mögliche Rückschläge sind klar definiert (schraffierte Zonen).

Doch um eine klare Vorstellung vom Aufwärtspotenzial zu bekommen, müssen wir inden langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index schauen:

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DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

14.000 und etwas mehr

Endlich werden wir fündig! Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der übergeordnete langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) weiterhin klar bestimmend! Die obere Begrenzung stellt das Maximalziel dar und liegt aktuell bei etwa 14.000 Punkten (roter Kreis).

Diese Marke ist aber nicht in Zement gegossen, denn durch den zeitlich bedingten Anstieg des Trendkanals dürfen es auch in den nächsten Wochen 100 bis 200 Punkte mehr sein, je nachdem, wann der DAX-Index die Grenze oben erreicht.

Fazit: Die 14.000 sind drin!

Ich bleibe aber ganz deutlich bei meiner Überzeugung, dass mit Erreichen der oberen Begrenzung des langfristigen Trendkanals zunächst einmal Schluss ist mit dem Anstieg. Es gibt zwar noch Anpassungsmöglichkeiten anderer Trendkanäle, aber das ist aktuell viel zu früh.

Nach unten: Obacht muss auf den mittelfristigen Aufwärtstrend (türkisfarbener Trendkanal) gelegt werden, welcher bereits seit Mitte 2016 befolgt wird.

Denn die Unterseite rückt aufgrund seines recht steilen Trendcharakters immer weiter nach oben. Aktuell liegt sie bereits bei etwa 13.000 Punkten, mit etwas Unschärfe vielleicht noch bis maximal 12.900 Punkte! Das bedeutet für Sie, sollte der DAX-Index hier nach unten durchrutschen, trübt sich das Chartbild deutlich ein!

Diese Aussage passt auch perfekt auf die mittelfristige Chartanalytik, wo genau hier die erste wichtige Unterstützungszone zu finden ist.!

Erkennbar ist hier im 10-Jahres Langfristchart vom DAX-Index deutlich, dass bei einem Bruch des mittelfristigen Trendkanals die 12.000er Marke als erstes Ziel angelaufen werden könnte. Dort lag das vorherige Zwischentief aus 2017.

Die Chance auf 14.000 Punkte zu klettern ist zunächst größer als das Risiko auf 13.000 Punkte abzugleiten.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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