DAX als Rückwärtsflummi!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die Schwankungen verstärken sich! Wie es weitergehen kann und wie lange alles noch in Ordnung ist, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Deutsche Börse AG)

Was die Börsen in 2020 bisher machen, das ist schon nervenbelastend! Dachte man, dass sich die Bewegungen nach ein paar Wochen auf und nieder endlich langsam beruhigen, so wurde man getäuscht.

Denn die Bewegungen verstärken sich immer weiter! Ein Flummi (Sie kennen diesen kleinen Gummiball vielleicht noch aus früheren Zeiten) springt auf und ab und verliert an Energie, sodass seine Amplituden geringer werden. Aber die Aktienbörsen vollziehen gerade die umgekehrte Bewegung. Die Ausschläge werden immer größer. So kann man den DAX durchaus als Rückwärtsflummi bezeichnen.

Spaß beiseite, denn für Sie als Anleger ist das weniger komisch! So unvorhersehbar, wie sich die Aktienmärkte zurzeit verhalten, so klar und eindeutig darf ich Ihnen folgendes raten: „Halten Sie sich raus!“.

Und zwar so lange, bis die Lage sich aufhellt, vor allem in Sachen Corona-Virus!

Denn es ist noch völlig unklar, wo das hinführt. Bisher gab es zwar wenig Mutation beim Virus, aber sollte dies noch hinzukommen, dann steigt die Pandemiewahrscheinlichkeit rasant an. Wir hoffen natürlich alle, dass es nicht dazu kommt, aber es ist eben eine gewisse schlummernde Unsicherheit vorhanden, die auch die Aktienmärkte so unsicher reagieren lässt.

Die mit Spannung erwartete Wiedereröffnung des chinesischen Aktienmarktes nach den Neujahrsfeierlichkeiten (in China später) wurde nicht zum vollkommenen Desaster. Das lag aber daran, dass die chinesische Notenbank umgerechnet rund 160 Milliarden Euro in das Finanzsystem gepumpt hatte! Zur besseren Vorstellung; damit könnte man die gesamte deutsche Automobilindustrie kaufen und verdeutlicht, wie ernst die Lage genommen wird!

Zurück zum DAX.

Wie sich die ansteigende Volatilität auf die charttechnische Situation im Dax auswirkt, betrachten wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Größere Ausschläge in beide Richtungen!

Im 1-Monatschartbild vom DAX erkennen Sie, dass der DAX die Seitwärtszone (zwischen den grünen Linien) tatsächlich nach unten verletzt hat. Daraufhin rutschte der Index weiter schnell und scharf ab. Er konnte sich aber bei etwa 12.950 Punkten fangen. Am darauffolgenden Handelstag wurde dann die Erleichterungskarte über den „No-China-Crash“ ausgespielt und der DAX sprang wieder massiv nach oben!

Aktuell kratzt er an der Widerstandszone zwischen 13.400/50 Punkten (obere grüne Widerstandszone). Selbst, wenn es ihm gelingen sollte, diese Hürde zu nehmen, so entsteht ein Kaufsignal erst, wenn der DAX die 13.600/25 überwindet (obere schwarze Linien).

Ein erneutes Unterschreiten der Unterstützung bei 13.125 bis 13.175 Punkte würde wohl zu neuen Tiefstständen in 2020 führen!

Wohin das führen kann, sehen Sie erst im mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Ungefährlicher Tradingbereich, aber achten Sie auf die grüne Zone!

Sie sehen im mittelfristigen Chartbild, dass der DAX zuletzt 4 Mal an der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals gescheitert ist (dunkelblauer Trendkanal). Die Konsolidierungen fanden jedes Mal an der Unterstützung zwischen 12.900 und 13.000 Punkten Halt (grüne Unterstützungslinien)!

Durch die jüngste Aufwärtsbewegung befindet sich unser Aktienbarometer im Niemandsland zwischen diesen beiden Begrenzungen.

Und genau in dieser Zone könnte sich der Markt noch eine Weile austoben. Zumal durch den ansteigenden Charakter des blauen Trendkanals diese Zone immer breiter wird und der DAX somit seine Rückwärtsflummi-Mentalität voll ausleben kann!

Achten Sie unbedingt auf die grüne Zone! Sollte der DAX nämlich hier nach unten durchsacken, dann dürfen Sie durchaus weiter fallende DAX-Stände erwarten, im Extremfall sogar bis zur unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals (roter Pfeil). Diese liegt aktuell bei etwa 12.300 Punkten.

Doch auch das wäre nicht weiter schlimm! Denn die übergeordnete mittelfristige Charttechnik bleibt auch dann intakt! Und die lautet: Aufwärtstrend innerhalb der blauen Trendlinien!

Abschließend noch der Blick auf den langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Es hat sich nichts verändert zur Vorwoche!

Der DAX hat sich im Börsenjahr 2019 innerhalb des langfristigen Aufwärtstrendkanals (blauer Trendkanal) unter Schwankungen vom unteren Drittel wieder ins obere Drittel vorgearbeitet.

Am aktuellen Kursniveau befindet sich ein starker Widerstand! Es ist der horizontale Widerstand resultierend aus dem Allzeithoch von 2017 (rote Linie) bei etwa 13.600/50 Punkten.

Zusammengenommen mit der oberen Begrenzung im mittelfristigen Trendkanal (hier schwarze Linien) ist das schon eine harte Nuss, die der DAX da knacken muss!

Es ist daher überhaupt nicht verkehrt, dass der Index hier mal eine Verschnaufpause einlegt.

Es gilt weiterhin folgendes: Gelingt früher oder später der Sprung über das ehemalige Allzeithoch, dann eröffnet sich enormes Kurspotenzial. Und zwar bis zur oberen

Begrenzung des Langfristtrendkanals (blaue Trendlinien). Das bedeutet aktuell etwa 15.000 Punkte!

Aber beachten Sie bitte die Warnung aus der Mittelfrist-Analyse!

FAZIT:

Mein Rat an Sie: „Schauen Sie aktuell besser nur zu!“

Die Unsicherheit in der Corona-Virus-Sache ist nicht zu unterschätzen.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

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