DAX am Boden: Es wird frostig!

Der DAX landet auf seinem Jahrestief und das zum Wochenende. Keine guten Vorzeichen für die nächsten Tage. Rohöl steht dagegen vor dem Jahreshoch. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der DAX liest heimlich unseren Newsletter! Kaum habe ich Ihnen von dem schwächelnden NASDAQ 100 berichtet und welche Auswirkungen diese Situation auf den Markt haben kann, wenn der beste Index einbricht – schon stürmt der DAX Richtung Jahrestief. Denn genau das haben wir angekündigt. Der NASDAQ 100 als Zugpferd hat im Galopp eine Kehrtwende vollzogen und das lässt den DAX natürlich auch nicht kalt.

DAX am Jahrestief: Hoffnung oder Fluch?

Wir haben heute das Tief dort ausgebildet, wo wir bereits am 5. März den tiefsten Punkt des Xetra-Handels hatten. Das ist natürlich schön, wenn die Kurse nicht noch weiter fallen. Dass wir aber schon wieder an diesem Punkt angekommen sind, macht wenig Hoffnung auf baldige Kurse über den wichtigen Durchschnittslinien. Zur Feier des Tages habe ich Ihnen alle im Chart eingezeichnet. Die 50-Tagelinie kreuzt jetzt auch noch die 200-Tagelinie nach unten. Für einige Marktteilnehmer ist das ein sehr negatives Zeichen.

Wie Sie sehen befinden wir uns erneut auf dem Niveau von Anfang März, als es rapide bergab ging. Die letzten zwei Handelstage im DAX waren blutrot und vermutlich werden wir auch die Woche auf einem Wert unter den 12.000 Punkten beenden. Das ist insofern schlechter als am 5. März, weil die Kurse dort im Laufe des Tages gestiegen sind. Wir sind heute nur gefallen und beenden den Tag am Boden. Die nächste Woche könnte alles andere als rosig werden!

Sollten die Bären es schaffen, dass wir im DAX Kurse unter 11.800 sehen, liegen die nächsten Widerstände übrigens im Bereich von 11.430.

Rohöl wieder über 70 US-Dollar

Während die Aktienkurse gen Süden steuern, macht sich Brend Crude wieder auf nach Norden. Es ist schon interessant zu beobachten, wie der DAX und Rohöl seit etwa November im Gleichschritt laufen. Seit März gibt es eine deutliche Abkopplung und die letzten Tage sprechen eine extrem deutliche Sprache: Hier geht es genau in die entgegengesetzte Richtung!

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Rohöl ist damit wieder über den 70 US-Dollar angekommen und könnte auch die 71 knacken. Vermutlich genau dann, wenn der DAX die 11.800 nach unten durchbricht. Das ist keine Prognose, was nächste Woche passieren wird, sondern eine sehr wahrscheinliche Korrelation. Das eine Event wird vermutlich nicht ohne das andere geschehen. Entweder durchbrechen beide ihre aktuellen Widerstände, oder keiner.

Ob das genau zeitgleich geschieht, muss hierbei gar nicht die Frage sein. Denn viele Indizes hängen momentan an wichtigen Punktmarken. Das wird dann eine Kettenreaktion, die nicht nur einen einzigen Index seine Hürde reißen lassen wird. Die Frage ist dann aber, wie weit diese Bewegung läuft, falls es zu so einem Szenario kommt.

Für Rohöl wäre das sicherlich ein bedeutendes Szenario, wenn jetzt die Marke von 71 US-Dollar deutlich genommen würde. Denn so teuer war Brent Crude zuletzt Ende 2014. Damals rutschen die Kurse von Werten über 100 US-Dollar pro Barrel auf unter 60 US-Dollar ab. Was jetzt noch unvorstellbar erscheint: Schafft Rohöl denselben Verlauf in umgedrehter Richtung, könnten wir Preise über 100 US-Dollar bereits im Herbst diesen Jahres haben.

Doch noch ist es nicht soweit. Der DAX hält sich verkrampft am Jahrestief fest und Rohöl ist auch noch kurz vor dem Jahreshoch. Aber achten Sie darauf, wenn diese Marken fallen. Dann wird es gefährlich an der Börse!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.