Dax am Dienstag: VW-Aktie weiter tiefrot

Schwach gestartet, hat sich der Dax am Dienstag nach oben gekämpft und seine Verluste zumindest eindämmen können. Unterm Strich stand ein moderates Minus von 0,4 Prozent, der Schlusskurs lag bei 9.450 Zählern.

Für Verunsicherung sorgt die globale Konjunkturentwicklung, insbesondere die chinesische Wirtschaftsschwäche schlägt Anlegern auf den Magen.

Rückzieher der Fed

Auch der Rückzieher der Federal Reserve in Sachen Zinswende wurde von einigen so interpretiert, dass die US-Notenbank noch nicht genug Vertrauen in die Konjunkturerholung hat – also mit weiteren Rückschlägen rechnet.

Und wenn die wichtigsten Währungshüter der Welt mit Rückschlägen rechnen, kann das kein gutes Zeichen sein. Dennoch präsentierte sich die Euro-Zone relativ stark, wenngleich unklar ist, ob diese Erholung fundiert und längerfristig gestützt ist oder nur eine Momentaufnahme darstellt.

Energiewerte gefragt

Bei den Einzelwerten konnten sich die Energiekonzerne erholen, die zuletzt monatelang auf den Verkaufszetteln gestanden hatten. RWE eroberte mit einem Plus von 5,8 Prozent die Dax-Spitze, Konkurrent Eon schaffte es mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent ebenfalls unter die Top drei.

Auslöser waren Spekulationen um staatliche Hilfen für RWE, die Vertreter der NRW-CDU ins Gespräch gebracht hatten. Zahlreiche Kommunen Nordrhein-Westfalens und insbesondere des Ruhrgebiets sind an dem Energiekonzern beteiligt, auch sie leiden unter der Schwäche des Unternehmens.

Deutsche Post: erneute Anhebung des Briefportos?

Rang zwei im Leitindex fiel an die Deutsche Post, deren Aktie um 3 Prozent vorrückte. Medienberichten zufolge plant der Logistikkonzern eine erneute Anhebung des Briefportos. Doch das dürften nur auf den ersten Blick aus Anlegersicht gute Nachrichten sein: Nach dem Siegeszug der E-Mail, die den Brief in vielen Belangen inzwischen abgelöst hat, sah sich die Post bereits mehrfach gezwungen, das Briefporto anzuheben.

Allein in den vergangenen Jahren stiegen die Kosten für Standardbriefe schrittweise von 55 auf mittlerweile 62 Cent. Wenn nun eine weitere Anhebung notwendig ist, könnte das umgekehrt dazu führen, dass wiederum weniger Briefe verschickt werden.

Allerdings kann sich die Deutsche Post darüber freuen, dass hierzulande einige offizielle Schreiben nur dann gerichtsgültig sind, wenn sie per Briefpost zugestellt wurden. Bislang wird an diesem alten Grundsatz eisern festgehalten, doch wie lange das noch so bleiben wird, ist ungewiss.

Autokonzerne auf Erholungskurs

Die Aktie des Autozulieferers Continental profitierte von einem positiven Analystenkommentar und verteuerte sich um 2,5 Prozent. Auch ansonsten befanden sich die Automobilwerte nach dem Ausverkauf der Vortage auf Erholungskurs.

Die Verluste bei BMW und Daimler fielen mit 0,3 und 0,5 Prozent überschaubar aus. Die Volkswagen-Aktie rauschte allerdings weiter in den Keller und verlor weitere 4,1 Prozent.

Gesundheitsunternehmen abgeschlagen

Damit war sie allerdings nur zweitschwächster Titel im Index: Das Schlusslicht markierte Fresenius mit einem Abschlag von 5,5 Prozent. Auch die Tochter Fresenius Medical Care fand sich mit einem Minus von 2,7 Prozent am unteren Dax-Ende wieder, ebenso wie Merck, dessen Papiere um 1,9 Prozent nachgaben.

Die Gesundheitskonzerne folgten damit den US-Vorgaben, wo Aktien der Branche bereits am Vortag deutliche Verluste einfuhren. Hintergrund waren Äußerungen der demokratischen Anwärterin um die US-Präsidentschaft Hillary Clinton, die angekündigt hatte, im Falle eines Wahlsiegs gegen den „Wucher“ im Arzneimittelsektor vorgehen zu wollen.

30. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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