DAX-Analyse: Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Das Scheitern der Sondierungs-Gespräche zur Jamaika-Koalition konnte den DAX kaum beeindrucken. Der Aufwärtstrend ist ungebrochen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Zu Beginn dieser Handelswoche gab es einen Paukenschlag:

Die Sondierungs-Gespräche zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen bezüglich einer Jamaika-Koalition sind gescheitert.

Wer allerdings gedacht hatte, der DAX würde nach dieser Meldung seine jüngste Korrektur deutlich ausweiten, lag falsch.

Ich möchte hier für Sie einen Blick auf die charttechnische Situation und die weiteren Perspektiven des deutschen Leitindex werfen:

Scheitern der Sondierungs-Gespräche belastet den DAX nur kurz

Die Nachricht über das Scheitern der Sondierungs-Gespräche sorgte am Montag für einen schwächeren Handels-Auftakt:

Der DAX startete mit einem Minus von rund 0,5% in den Handel, konnte seine anfänglichen Abschläge aber schnell aufholen und drehte im Tagesverlauf sogar in die Gewinnzone.

Zur Schlussglocke notierte der Index mit einem Tages-Plus von 0,5% wieder über der runden 13.000er-Marke und setzte die positive Tendenz auch am gestrigen Handelstag fort.

Die alte Börsen-Weisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ hat sich wieder einmal bewahrheitet.

Die Tatsache, dass es möglicherweise zu Neuwahlen kommt und bis auf weiteres politischer Stillstand herrscht, scheint die Anleger nicht zu kümmern – durchaus verständlich:

Wenn die Wall Street trotz Trump von einem Rekord zum nächsten läuft, können wir hierzulande auch mit einem „politischen Vakuum“ erst einmal ganz gut leben.

Gesunde Korrektur schafft weiteres Aufwärts-Potenzial

Wichtiger als politische Themen ist die Tatsache, dass die globale Wirtschaft gut unterwegs ist.

Die Berichts-Saison für das 3. Quartal hat gezeigt, dass sich auch die Firmen – diesseits und jenseits des Atlantiks – weiter auf Wachstumskurs befinden.

Und steigende Unternehmens-Gewinne sind die Basis für weitere mittelfristige Kurssteigerungen.

Die Tatsache, dass der deutsche Aktienmarkt zuletzt etwas deutlicher korrigiert hat, ist keineswegs negativ – im Gegenteil:

Solche Korrekturen sind sogar gesund. Denn sie verhindern, dass der Markt überhitzt und schaffen so neues Potenzial für weitere Zuwächse.

Juni-Hoch bestätigt

Von seinem Allzeithoch, das Anfang November bei 13.526 Punkten worden war, korrigierte der DAX in der vergangenen Woche bis auf 12.848 Zähler, also um 5%.

Die 200-Tage-Linie, die bei gut 12.500 Punkten verläuft, geriet dabei nicht in Gefahr. Von seinem zwischenzeitlichen Tief hat sich der Index schon wieder deutlich erholt.

Ob die Korrektur damit bereits endgültig ausgestanden ist, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, einiges spricht jedoch dafür.

dax

Der alte Rekordstand vom Juni bei 12.952 Punkten wurde in der vergangenen Woche kurzzeitig unterschritten, bis zum Wochenschluss jedoch zurückerobert.

Die Chancen stehen gut, dass nach dem Rücksetzer an das alte Hoch der übergeordnete Aufwärtstrend seine Fortsetzung findet.

Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Gestern kletterte der DAX zeitweise schon wieder klar über das Hoch der Vorwoche (13.164).

Kann sich der DAX oberhalb dieser Marke etablieren, steht einem baldigen Angriff auf das Allzeithoch bei 13.526 Zählern nichts mehr im Wege.

Ob der Ausbruch auf neue Höchststände noch in diesem Jahr gelingt, ist zwar fraglich. Spätestens im neuen Jahr traue ich dem DAX aber neue Bestmarken zu.

Schafft der Index den Ausbruch auf neue Hochs, ist die14.000-Punkte-Marke das nächste Etappenziel für das kommende Jahr.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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