Dax-Anleger glauben an Griechenland-Lösung

Nach dem Kursfeuerwerk vom Montag zeigten die Anleger auch am Dienstag großes Vertrauen in die europäischen Politiker, die derzeit über das weitere Vorgehen in der griechischen Schuldenkrise beraten.

Der Dax ging 0,7 Prozent fester aus dem Handel bei 11.542 Punkten, hatte aber am frühen Nachmittag sogar noch rund 80 Punkte höher notiert. Am heutigen Mittwoch sollen die Finanzminister der Euro-Gruppe schaffen, was seit Monaten nicht gelingt: eine Entscheidung treffen.

Allerdings hatte Angela Merkel bereits vor einigen Tagen klargestellt, dass notfalls auch bis zur letzten Minute – also bis zum 30. Juni – verhandelt werden könne, um eine Lösung zu finden.

Immerhin: Trotz eines Ansturms auf die griechischen Banken wird die Lage vorläufig abgefedert, etwa durch zusätzliche Nothilfen, die die Europäische Zentralbank genehmigt haben soll, um Athen etwas Luft zu verschaffen.

Autowerte gefragt, Energieriesen im Minus

Bei den Einzelwerten waren erneut die Automobilwerte gefragt. BMW eroberte die Dax-Spitze mit einem Aufschlag von 2 Prozent, Daimler schaffte es mit einem Plus von 1,5 Prozent ebenfalls unter die Top-Werte. Volkswagen platzierte sich etwas dahinter mit einem Tagesgewinn von 1,1 Prozent.

Mit Blick auf einen möglichen Kompromiss im Griechenland-Drama rückten auch die Bankwerte vor: Papiere der Deutschen Bank verteuerten sich um 1,4 Prozent, die Commerzbank-Aktie legte um 0,3 Prozent zu.

Nur wenige Titel rutschten in die Verlustzone, das Minus blieb aber insgesamt überschaubar. Auf den Verkaufszetteln landeten die Energiekonzerne: Eon verlor 0,4 Prozent, RWE markierte mit einem Abschlag von 0,6 Prozent den letzten Platz im Leitindex. Auch die Lufthansa tat sich erneut schwer, ihr Kurs gab um 0,4 Prozent nach.

Wie geht es weiter mit Griechenland?

Mit Blick auf Griechenland muss sich nun zeigen, ob all der Optimismus verfrüht oder berechtigt war. Experten gehen allerdings davon aus, dass sich die Politiker erneut lediglich darauf verständigen werden, Athen mehr Zeit zu verschaffen.

Damit stünde das Thema in ein paar Monaten erneut auf der Agenda – ein Mechanismus, der sich nun schon seit einigen Jahren wiederholt, ohne dass sich die grundsätzliche Lage substanziell verbessert hätte.

Aber grundsätzliche Lösungen sind unbequem und öffentlich schwer zu vermitteln, denn es scheint keinen Königsweg zu geben, der schmerzfrei und ohne Komplikationen beschreitbar wäre. Insofern sind die Gewinne der letzten Tage mit Vorsicht zu genießen – es kann ebenso schnell wieder nach unten gehen.

24. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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