DAX auf 12.000 Punkte: Das sind die nächsten Fibonacci-Ziele!

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Hier platzten die Knoten links und rechts! Der DAX mit einer extrem starken Woche. Doch wie weit geht die Party noch? Fibonacci sieht bei 12.330 ein Ziel. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Endlich gab es eine geopolitische Auflösung: Der Brexit ist so gut wie verschoben. Der Zoll-Deal ist so gut wie finalisiert. Zumindest sagen das sowohl die USA als auch China. Wir haben also zwei wichtige Punkte plötzlich fast aufgelöst, die den Markt nach unten drückten. Zwar sind die Themen noch nicht endgültig geklärt und in schriftlicher Form, aber beinahe und das reicht offensichtlich.

DAX – Fibonacci-Ziele der Rallye

Der DAX folgt meist sehr brav den Fibonacci-Level. Darauf lassen sich dann auch entsprechend und recht zuverlässig Ziele ableiten. Schauen wir dazu auf den Tageschart beginnend mit den Jahreshochs aus 2018.

Von 13.600 ging es runter auf 10.278 Punkte. Die Fibonacci-Level habe ich Ihnen eingezeichnet. Aktuell befinden wir uns etwas über dem 50er Retracement. Um das 61,8 %-Retracement zu erreichen, muss der DAX noch auf rund 12.330 steigen. Davon sind wir nur noch rund 300 Punkte entfernt. Eine weitere gute Nachricht in der nächsten Woche und schon können die Kurse bis hier steigen.

Das kann ein tatsächlicher Deal zwischen den USA und China sein oder auch eine definitive Verschiebung des Brexits um drei oder sechs Monate. Vielleicht werden es sogar zwölf Monate.

Dann ist allerdings die Party auch schon wieder vorbei. Die Warnzeichen blinken überall, während der Markt unbeirrt steigt. Doch der Höhenflug wird wohl spätestens im Bereich um 12.330 ein Ende finden. So hart es klingt: Es wäre danach durchaus möglich, dass wir noch einmal 2.000 Punkte fallen und ein zweites Standbein um 10.300 Punkte bilden. Erst dann dürften die Kurs charttechnisch wieder langfristig steigen.

Ob sich der DAX an unsere Idee hält, werden wir in den nächsten Monaten wissen. Sollte er auch die 12.330 mühelos hinter sich lassen, ist diese Theorie auf jeden Fall vom Tisch. Dann kann die Übertreibung sogar noch weitergehen und wir sehen neue Allzeithochs. Die Entscheidung dazu fällt wahrscheinlich bis Ende des Monats.

Beispiele für Fibonacci und DAX

Der DAX hört sehr genau auf die Fibonacci-Level. Ein Beispiel dazu ist der große Abverkauf Ende 2018. Dort fielen die Punkte auf das 61,8er Retracement der Aufwärtsbewegung von 2015 bis 2018. Sehen Sie selbst.

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Auch wenn es zu dem Zeitpunkt nicht so aussah: Die Kurse haben dort ein V gebildet und sind wieder nach oben geschossen.

Aber damit nicht genug. Es gibt noch ein weiteres Fibonacci-Level das noch weiter zurück gebildet wurde. Nehmen wir diesmal die Strecke von Ende 2011 bis zum Allzeithoch 2018. Und was sehen wir? Die Kurse drehten Ende 2018 auf dem 38,2er Retracement dieser Bewegung.

Natürlich trifft der Chart diese Linien nie punktgenau. Doch die Nähe ist schon beeindruckend. Gerade im Monatschart seit 2011 sieht es so aus, als hätte der DAX exakt auf der Linie aufgesetzt.

Für Ihr eigenes Trading bedeutet das: Geben Sie Ihren Trades etwas Luft. Setzen Sie Ihre Limits bereits etwas vor dem Zielbereich und reizen Sie es nicht bis zum letzten Punkt aus. Sie könnten dann einige gute Trades verpassen. Sie können auch unterschiedliche Chartquellen betrachten. Nehmen wir im Vergleich einen Chart, der nur aus Xetra-Kursen besteht, erhalten wir das aktuelle 62er Retracement-Ziel bei 12.329.

Das sind in diesem Fall nur 2 Punkte Abstand (oben hatten wir 12.331 errechnet) und spricht noch mehr für diesen Bereich – doch das muss nicht immer so sein. Wenn Sie jetzt bereits long investiert sind, könnten Sie Ihren Take-Profit bei 12.300 oder 12.315 setzen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Wer auf fallende Kurse ab diesem Punkt spekulieren will, kann einen Teil ab 12.300 shorten und einen zweiten Teil ab 12.330. Bedenken Sie jedoch: Der DAX kann auch noch kurzzeitig darüber hinausschießen. Geben Sie Ihrem Trade also noch Luft zum atmen.

Der zweite Chart zeigt das 62er Retracement bei etwa 10.365 Punkten. Tatsächlich drehten die Kurse aber erst bei 10.279. Somit sind 100 Punkte als Puffer durchaus angebracht bei derart langen Bewegungen.

Fazit:

Der DAX folgt dem Fibonacci wie kein Zweiter. Nutzen Sie die Level um mögliche Ziele vorherzusagen für Ihre Trades. Doch denken Sie daran immer ein wenig Punkte als Puffer für Ihren Stop-Loss einzuplanen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.