Dax auf Konsolidierungskurs

Der Dax hat sich zum Wochenende hin bei etwa 10.700 Punkten stabilisiert. Die rasante Rally ist damit vorerst gestoppt, ein tiefer Absturz aber auch noch nicht auf der Tagesordnung.

Anleger ziehen sich stattdessen vermehrt an die Seitenlinie zurück und warten ab, was als nächstes passiert. Dabei sind die Blicke vor allem auf Athen gerichtet.

Athen lässt die Muskeln spielen

Die neue griechische Regierung unter Alexis Tsipras hat bereits in ihrer ersten Woche im Amt für reichlich Unruhe gesorgt. Es wurden Sparmaßnahmen rückgängig gemacht, Reformen in Frage gestellt – und die Zusammenarbeit mit der Troika aus Vertretern von EZB, EU und IWF aufgekündigt.

Die Gemüter sind erhitzt am politischen Parkett, doch an den Finanzmärkten bleibt man – noch – gelassen. Stattdessen wird erst einmal abgewartet, wohin die Reise tatsächlich geht.

Denn noch ist völlig unklar, was der radikale Kurswechsel für Griechenland und die Währungsunion bedeuten wird beziehungsweise wie viel von dem, was Tsipras derzeit vollmundig ankündigt, tatsächlich realisiert werden kann.

In diesem von Unsicherheiten geprägten Umfeld legte der Dax am Donnerstag noch leicht zu, schloss am Freitag aber 0,4 Prozent tiefer bei 10.694 Punkten.

Gedrückt wurde die Stimmung am Parkett dabei neben dem griechischen Regierungswechsel auch von schwachen Konjunkturdaten.

So ist die US-Wirtschaft im vergangenen Jahr wohl geringer gewachsen als gedacht. Zugleich fielen die Teuerungsraten in Deutschland und der Euro-Zone zurück auf den tiefsten Stand seit mehreren Jahren.

Quartalsberichte bewegen Einzelwerte

Bei den Einzelwerten sorgen unterdessen weiterhin die Quartalsberichte und Jahresbilanzen für Bewegung. So konnte etwa die Deutsche Bank mit einem überraschend deutlichen Gewinn punkten. Der Jahresgewinn lag bei 1,7 Milliarden Euro, allein das vierte Quartal hat dazu 441 Millionen Euro beigetragen.

Das Investmentbanking läuft solide, während auf der Kostenseite gespart werden soll und sich allmählich auch die Ausgaben für laufende Rechtsstreitigkeiten reduzieren.

Die Dividende soll nach dem guten Ergebnis unangetastet bleiben und weiterhin bei 0,75 Euro je Aktie liegen. Daraufhin legte der Kurs am Donnerstag um mehr als 2 Prozent zu, rutschte aber am Freitag leicht ins Minus und verlor 0,7 Prozent.

Auch der Chiphersteller Infineon konnte mit seinem Quartalsabschluss die Prognosen übertreffen, die Aktie stieg am Donnerstag um 1,5 Prozent, gab aber einen Teil davon ebenfalls am Freitag wieder ab. Im schwachen Marktumfeld schlug hier ein Minus von 0,5 Prozent zu Buche.

Tops, Flops und Monatsbilanz

Am Freitag eroberte Lanxess die Dax-Spitze mit einem Plus von 2,1 Prozent. Auch der Chemiekonzern profitierte nach wie vor von seinem guten Ergebnis, das ihn bereits zuvor kräftig angeschoben hatte.

Auf Rang zwei landeten die Papiere von ThyssenKrupp mit einem Plus von etwas mehr als 2 Prozent. Zahlen von US-Konkurrenten sorgten hier an den vergangenen Handelstagen für einiges Auf und Ab.

Die rote Laterne ging unterdessen an Volkswagen. Die Vorzugsaktie verzeichnete einen Abschlag von 2,9 Prozent. Die Abwertung der russischen Währung sorgt hier für Belastungen im dreistelligen Millionenbereich.

Insgesamt stehen die Zeichen derzeit auf Konsolidierung, das Marktumfeld gestaltet sich konjunkturell und politisch schwierig. Dennoch können sich Anleger über einen starken Start ins neue Jahr freuen: Unterm Strich hat der Dax im Januar um satte 9 Prozent zugelegt und sich von unter 9.600 Zählern auf mittlerweile rund 10.700 vorgekämpft.

Das ging verdammt schnell – manch einem auch zu schnell. Man darf gespannt sein, was der Februar bereithält.

2. Februar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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