DAX auf Rekord! Was bedeutet das jetzt für Sie?

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Wahnsinns-Februar für den DAX! Wie es weitergehen kann und wie lange alles noch in Ordnung ist, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der Schrecken des Corona-Virus verblasste in den letzten Tagen etwas. Dem DAX-Index gelang daraufhin ein neuer Rekordstand!

Aber das hört sich toller an, als es in Wirklichkeit ist. Denn DAX-Investoren haben jetzt gerade einmal den Stand von vor über 2 Jahren wiedererlangt! Also 2 Jahre nichts verdient! Noch düsterer sieht es aus, wenn man den DAX-Index wie seine großen US-Brüder S&P-500 Index oder Dow Jones Industrial-30 Index dividendenbereinigt berechnen würde!

Denn der reine DAX-Kursindex hat noch nicht einmal seinen Stand von vor 20 Jahren erreicht! Sie haben richtig gelesen! Seit 20 Jahren nix verdient!

So gesehen dürfte doch eigentlich massiv Aufwärtspotenzial vorhanden sein!

Ob das in der Chartanalytik bezogen auf den DAX-Performance-Index (das ist der in den Medien bekannte DAX) auch zutrifft, analysieren wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Größere Ausschläge in beide Richtungen!

Im 1-Monatschartbild vom DAX erkennen Sie, dass sich der DAX nach dem Corona-Schock sehr schnell wieder erholen konnte!

Seit dem Tiefpunkt zum Januar-Ultimo bei etwa 12.975 Punkten (untere grüne Linie) konnte der Index bisher im Februar +750 Punkte zulegen!

Sie erkennen im Chart, dass er seit gestern sogar den oberen Widerstand herausgenommen hat (schwarzer Pfeil)! Das ist in der Regel ein sehr gutes Zeichen. Doch noch ist dieser Ausbruch mit etwas Vorsicht zu genießen. Denn nicht selten gab es beim DAX derartige Fehlsignale. Wenn allerdings zum Wochenschluss die 13.750 Punkte-Marke hält, dann ist es vollbracht!

Was bedeutet das aber jetzt für Sie?

Mit Trompeten in den DAX einsteigen oder lieber zu Höchstkursen verkaufen?

Betrachten wir dazu zunächst den mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristig ist die Rally vorbei!

Sie sehen im mittelfristigen Chartbild, dass der DAX zuletzt 5 Mal an der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals gescheitert ist (dunkelblauer Trendkanal).

Die jeweiligen folgenden Abwärtskonsolidierungen fanden an der Unterstützung zwischen 12.900 und 13.000 Punkten Kaufinteresse und der DAX drehte wieder nach oben (grüne Unterstützungslinien)!

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DAX und Co.: So funktionieren die Index-UmstellungenDie inhaltlichen Veränderungen bei DAX und Co. kommen nach bestimmten Regeln und zu bestimmten Zeitpunkten zustande. Hier ein Überblick. › mehr lesen

Aktuell befindet sich der Index erneut an der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Auch wenn es noch so schön wäre, rein charttechnisch ist hier Schluß!

Natürlich gab es in der Vergangenheit in seltenen Fällen Ausnahmen der Regel. Aber diese Ausnahmen endeten meist mit einem größeren Crashszenario! Denn nichts ist an der Börse gefährlicher als eine Blase mit überhitzten Kursen.

Aber bevor Sie jetzt alle Aktien verkaufen und auf die Konsolidierung warten, schauen Sie sich bitte den längerfristigen Chart vom DAX an. Denn dort sieht es kurioserweise völlig anders aus! 

Hier der Blick auf den langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Kampf des mittelfristigen mit dem langfristigen Trendkanal?

Der DAX hat sich im Börsenjahr 2019 innerhalb des langfristigen Aufwärtstrendkanals (blauer Trendkanal) unter Schwankungen vom unteren Drittel wieder ins obere Drittel vorgearbeitet und ist nun an einem markanten Widerstand angelangt.

Es ist das vormalige Allzeithoch von 2017 (rote Linie) bei etwa 13.600/50 Punkten. Per gestern hat er dies sogar überschritten und ein neues Allzeithoch markiert!

Vom langfristigen Chartbild her bestünde jetzt tatsächlich Luft bis zur oberen blauen Begrenzung, die bei etwa 15.000 Punkten liegt!

Doch Sie sehen auch den eingezeichneten mittelfristigen Trendkanal (grüner Trendkanal). Jetzt stellt sich die Frage: Befolgt der DAX den mittelfristigen oder den langfristigen Chart?

Die Antwort hätten sicher gerne alle Anleger! Aber es ist aktuell nicht klar zu prognostizieren, welchen Weg er einschlägt. Dennoch darf ich Ihnen meine Einschätzung dazu abgeben: 50:50!

Und ob diese 50% oder jene 50% eintreffen, das bestimmt nicht zuletzt auch die weitere Entwicklung in Sachen Corona-Virus.

Achten Sie deshalb genau auf Nachrichten zu diesem Thema.

Dem DAX helfen könnte aber eine unerwartete andere Sachlage. Denn sollte nach dem plötzlichen Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer tatsächlich Friedrich Merz als Spitzenkandidat der CDU antreten, könnte das den Börsen sehr gefallen.

FAZIT:

Mein Rat an Sie: „Noch ist es zu früh, um in Euphorie auszubrechen“. Sie verpassen nichts, denn das Potenzial wäre groß genug, um kräftige Gewinne zu erzielen.

Und die Unsicherheit in der Corona-Virus-Sache ist weiterhin nicht zu unterschätzen.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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