Dax auf Richtungssuche

Zur Wochenmitte verzeichnete der Dax einen unruhigen Handelstag. Mehrmals wechselte das Barometer die Vorzeichen. Am Ende reichte es für ein minimales Plus von 0,2 Prozent auf 11.350 Zähler.

Wechselhafte Konjunkturdaten

Für Bewegung sorgten unter anderem die jüngsten Konjunkturdaten. Europa steht demnach recht gut da: Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone verbesserte sich auf 129,2 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit acht Jahren. Neben Deutschland hellte sich die Stimmung demnach auch in Frankreich, Spanien und Italien auf.

Weniger rund läuft es hingegen in den USA. Dort zeichnet sich eine Enttäuschung mit Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung ab. Am Freitag werden die offiziellen Zahlen vorgestellt, doch der vorab veröffentlichte ADP-Bericht geht von lediglich 169.000 neu geschaffenen Stellen im vergangenen Monat aus – der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahr.

Allianz überzeugt

Bei den Dax-Werten richtete sich der Fokus unterdessen erneut auf die Quartalsbilanzen. Spitzenreiter war die Allianz mit einem Plus von 2,4 Prozent. Der Versicherungskonzern konnte im ersten Quartal Umsatz und Erlös kräftig steigern.

Auf Rang zwei konnte sich Infineon behaupten mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent. Die Aktie profitierte von mehreren positiven Analysteneinschätzungen nebst Kurszielanhebungen.

Platz drei ging an die Lufthansa, deren Papiere sich um 1,4 Prozent verteuerten. Mit Aufschlägen von 1,2 und 0,7 Prozent gehörten auch die Energieriesen RWE und Eon zu den Gewinnern des Tages.

Autowerte am Dax-Ende

Unter die Räder gerieten hingegen die Automobilwerte, und das trotz guter Zahlen zum Auftaktquartal. Das schwächelnde China-Geschäft setzt den deutschen Autobauern offenbar merklich zu und der Effekt dürfte sich künftig noch verschärfen.

Die VW-Aktie bildete das Schlusslicht mit einem Abschlag von 3,4 Prozent. Auch BMW und Daimler rutschten mit Verlusten von 2,3 und 0,7 Prozent ans untere Dax-Ende. Zulieferer Continental verzeichnete ebenfalls ein Minus von 0,5 Prozent.

Lage am Parkett bleibt unklar

Insgesamt bleibt die Lage am Frankfurter Parkett unübersichtlich und schwer vorhersehbar. Gewinnmitnahmen und Schnäppchenjagden wechseln sich ab, ebenso wie starke und schwache Konjunkturdaten.

Einzelne Meldungen können so zum Zünglein an der Waage werden – und auch gute Quartalszahlen sind in diesem Umfeld nicht zwingend ein Garant für steigende Aktienkurse.

7. Mai 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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