DAX: Augen reiben!

Was war das denn? Aus Fehlzündung wurde Initialzündung! Und nun? Das verrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Nachdem der Start in das neue Börsenjahr 2018 misslang. Bis auf unter 12.750 Punkte fiel das deutsche Aktienbarometer am ersten Handelstag des neuen Jahres, zogen die Aktienkurse noch am selben Tag gegen Börsenschluss plötzlich wieder an. Dieses Intraday-Reversal hatte einen Initialzündungseffekt. An den darauffolgenden 4 Handelstagen sah man überall nur steigende Kurse. Erst heute legt der DAX-Index eine Pause ein.

Vom Umfeld her bleibt alles beim Alten. Die Börsen in den USA laufen weiter munter von Hoch zu Hoch und meines Erachtens in eine ungesunde Übertreibung hinein. Doch die Steuerreform von Donald Trump scheint alles rosarot zu überstrahlen. Mal sehen, wie das in diesem Jahr noch ausgeht, wenn die nächsten Zinserhöhungen kommen. Denn der Immobilienmarkt, eigentlich ein Steckenpferd von Donald Trump, droht als Erstes einzubrechen, wenn die Zinsen weiter nach oben rasen.

Die gute Laune der US-Börsianer hat auch die globalen Börsen angesteckt. In Asien und Europa ziehen die Aktienkurse an.

Während ich für die US-Aktienmärkte mittlerweile die Ampeln zumindest auf Gelb sehe, sieht das bei unserem heimischen DAX-Index noch entspannter aus.

Die Crux in 2018 könnte aber sein, dass die US-Märkte irgendwann schärfer korrigieren und sich unser deutscher Aktienmarkt diesem Szenario nicht entziehen kann, obwohl hierzulande noch keine Überhitzung weit und breit zu sehen ist.

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Was für ein Turnaround! Das ist steil!

Der Abwärtstrend seit Mitte Dezember (roter Trend) wurde nach mehreren Tests an der Obergrenze schließlich am 3. Januar geknackt (roter Kreis). Fielen die Kurse am ersten Handelstag des Jahres – 02. Januar – zunächst weiter steil ab, so drehte der DAX intraday und produzierte damit ein Reversal. Die charttechnisch sehr positive Wirkung solch eines Intraday-Reversals sehen Sie am Chartbild.

Anschließend gab es kein Halten mehr. Und es kam für viele Händler, mich eingeschlossen, doch ein wenig überraschend, dass der DAX-Index wie eine Rakete durch die Widerstände bei 13.025 Punkten und vor allem auch 13.225 Punkten nach oben schoss. Ein weiteres Durchstarten bis zum Allzeithoch und darüber ohne vorherige Pause war nun wirklich nicht zu erwarten.

So bringt die heutige Pause mit zurzeit etwa -125 Punkten ein wenig Abkühlung, die unbedingt notwendig ist, um nicht zu überhitzen. Damit wird die Chance erhalten, ein neues Allzeithoch zu erklimmen.

Die Unterstützungen

Kurzfristige Unterstützung erhält der DAX-Index an der 13.225er Marke. Festere Unterstützungen liegen bei 13.025 Punkten und 12.750 Punkten.

Schauen wir, wie sich dieser rasante Anstieg im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index auswirkt:

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DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

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Wiederholung der Sommerkorrektur ist vom Tisch!

Der Anstieg der vergangenen Tage hat die Analytik verschoben. Eine Korrektur wie im Sommer 2017 können wir getrost ad acta legen.

Charttechnisch weiteres Aufwärtspotenzial wird allerdings auch erst nach Erklimmen des Allzeithochs frei (schwarzer Kreis, grüner Pfeil)! Wann dies geschieht, ist freilich schwer vorherzusagen. Wenn wir die vergangenen Hochpunkte seit November 2017 betrachten, so etabliert sich eine Art obere Begrenzungslinie eines neuen Aufwärtstrends (blaue Trendlinie). Anhand dieser Trendbegrenzung könnte ein Allzeithoch gegen Ende Januar erreicht werden.

Dann gilt es: Durchlaufen oder Doppeltop?

Gelingt eine Überwindung des alten Allzeithochs aus Ende Oktober 2017 oder bildet sich eine Art Doppeltop aus? Ich vermute stark, dass die weitere Entwicklung der US-Börsen hier ein Wörtchen mitreden wird. Und das ist zurzeit wirklich knifflig. Jeder weiß, dass die US-Börsen eine Abkühlung dringend brauchen, aber niemand weiß, wann sie kommt.

Ein Doppeltop würde den DAX-Index zurück bis runter auf die grüne Unterstützungszone werfen (grüne Linien, schraffierter Bereich).

Das Positivszenario mit einem neuen Allzeithoch kann weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen. Wohin die Reise gehen kann, ist aus dem mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild aber nicht ablesbar.

Dazu blicken wir abschließend noch in denlangfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Maximal 14.000 Punkte

Es bleibt wie es war: Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der übergeordnete langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) bestimmend! Die obere Begrenzung stellt das Maximalziel dar und liegt aktuell bei etwa 14.000 Punkten.

Obacht muss auf den mittelfristigen Aufwärtstrend (türkisfarbener Trendkanal) gelegt werden, welcher bereits seit Mitte 2016 befolgt wird.

Denn die Unterseite rückt aufgrund seines recht steilen Trendcharakters immer weiter nach oben. Aktuell liegt sie bereits bei 13.000 Punkten! Das bedeutet für Sie, sollte der DAX-Index hier nach unten durchrutschen, trübt sich das Chartbild deutlich ein!

Allerdings erfährt der DAX auch genau auf diesem Niveau Unterstützung (siehe vorherige Seiten).

Ein weiteres Abgleiten würde den Trend zerstören und eine Neubewertung des Marktes erfordern.

Fazit: 3 Dinge:

  • 000 Punkte sind aktuell das Maximalziel.
  • Die Gefahr eines Doppeltops sollte beachtet werden.
  • Wichtig ist, dass der mittelfristige Aufwärtstrendkanal bestehen bleibt.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!