DAX baut Sprungbrett, um abzuheben

„Prima, dass der DAX etwas nachgibt“, sagt unser Optionen-Profi Rainer Heißmann, „denn das lässt ihn bald durchstarten.“ (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der Dow Jones notiert nur knapp unter Allzeithoch, ebenso der S&P 500. Die Nasdaq und Nasdaq 100 geben leicht nach.

Gestern habe ich Ihnen anhand des Charts der Nasdaq 100 gezeigt, dass das nur eine kleine Korrektur ist.

Daran ändert auch der Wochenauftakt nichts, der den Technologie-Index nochmals um ein paar Punkte zurückwarf.

Die Kursverluste der Nasdaq werte ich als gesunde Konsolidierung.

Der DAX 30 hat seinen Aufwärtstrend auch unterbrochen. Mehr ist aber wirklich nicht passiert – oder doch?

Die aktuelle kleine Konsolidierung schafft die Voraussetzung, dass der DAX bald wieder nach oben durchstarten kann.

DAX: Konsolidierung nach neuem Allzeithoch

DAX-Index_2017_06_13

Chart wurde erstellt mit tradesignal

Am 12.04.2015 (nicht im Chart zu sehen) markierte der DAX 30 mit 12.390 Punkten das damalige Allzeithoch.

Danach gab es ein volatiles Auf und Ab. Dabei fiel der DAX 30 unter 10.000 Punkte.

Von dort startete er eine Rally, die ihn in diesem Jahr über das bis dahin gültige Allzeithoch von 12.390 Punkten trug (oben rechts im Chart).

Der kleine rote senkrechte Balken ganz rechts zeigt die aktuelle Korrektur. Beim Wort „Korrektur“ musste ich zögern, es zu schreiben. Denn das ist keine nennenswerte Korrektur.

Alle Kursbewegungen des DAX 30 oberhalb von 12.390 Punkten (rote waagerechte Linie) haben keine Aussagekraft, es sei denn:

Mit jedem Tag, den der DAX 30 oberhalb des damaligen Allzeithochs notiert, schafft er eine immer tragfähigere Basis, um die Rally fortzusetzen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der DAX mit 12.800 oder 12.400 Punkten notiert.

Der Aufwärtstrend ist ungebrochen. Das gilt umso mehr, da die wichtigen US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 knapp unter Allzeithoch notieren.

Nach wie vor haben Sie mit Calls die besten Gewinn-Chancen.

Blödsinn!

„Wall Street vor neuen Verlusten: Tech-Werte reißen Dax in Abwärts-Strudel“, habe ich gestern gelesen – Blödsinn! Wo ist der „Abwärts-Strudel“ im obigen Chart zu sehen?

Mal geht es in paar Punkte rauf, mal runter – das ist alles in einer Konsolidierung. Und der Grund dafür ist ganz einfach:

Diese Woche: Kursschwankungen möglich

Wie gestern bereits geschrieben: Diese Woche Freitag (16.06.2017) ist großer Verfallstag an den Terminbörsen. An dem Tag verfallen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes.

Es ist typisch, dass die Kurse von Indizes, Aktien und folglich Optionen im Vorfeld dieses Termins deutlich schwanken, aber trendlos bleiben.

Denn vor diesem Termin versuchen institutionelle Anleger oft, die Kurse von Wertpapieren durch gezielte Käufe und Verkäufe auf für sie günstige Abrechnungskurse zu verändern.

Das kann z. B. auch ein zusätzlicher Auslöser oder Verstärker für die oben beschriebene Korrektur der Nasdaq gewesen sein.

Mein Tipp

Wenn Sie Käufe planen, legen Sie Ihre Kauforders mit Abstauber-Limits (Kauflimit deutlich unter Tageskurs) in den Markt.

Auch wenn ein Kauflimit kurzfristig zu tief sein mag, es reicht ein sekundenschnelles Abtauchen der Kurse, dass Ihre Kauforder ausgeführt wird.

Zum guten Schluss: Heute vor 208 Jahren, also am 13.06.1809 kam der deutsche Psychiater, Lyriker und Kinderbuch-Autor (Verfasser des Struwwelpeter) Heinrich Hoffmann auf unsere Welt.

Er sagte: „Arm. Jeder, der mehr haben will, nennt sich heutzutage so.“

Ich denke, die Worte sind nur mit einem Augenzwinkern zu unterschreiben. Auch wenn Sie an der Börse mehr haben wollen, so wünsche ich Ihnen, dass Sie nicht arm sind.

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.