DAX: Bilden Sie sich selbst ein Urteil!

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Der DAX verlor gestern deutlich – frisches Futter für die Krisenstimmung der Anleger. Wir schauen auf die Charttechnik. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der DAX musste gestern wieder einmal kräftig einstecken: Um satte -2,2% ging es in den Keller.

Mit dem neuen britischen Premierminister kocht das Brexit-Thema einmal mehr hoch. Und die Konjunktursorgen werden durch Gewinnwarnungen wie die von Lufthansa doch nur noch bestätigt, oder?

Wir schauen heute auf ein generelles Problem unseres Alltags und natürlich auf den DAX.

Das Problem …

Bitte machen Sie sich klar: Wir leben in einer derart extrem bunten Medienwelt, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.

Zum guten alten Radio und TV vergangener Zeiten haben sich nicht nur hunderte von Sendern jeglicher Couleur addiert. Die heute mögliche, sekundenschnelle Datenübertragung, zusätzlich noch verstärkt durch Internet, eMail und den Social-Media-Plattformen führt zu einem nie dagewesenen, regelrechten Informations-Tsunami.

Und damit ist natürlich auch eine Meinungsflut verbunden. Da fällt es schwer, sich eine eigene Einschätzung zu bilden. Doch ich habe eine Lösung für dieses Problem!

… und die Lösung

Zumindest was die Börse anbetrifft: Es ist die Charttechnik.

Jeder Kurs, der in irgendeinem Markt dieser Erde zustande kommt, basiert auf einer Nachfrage, die durch ein entsprechendes Angebot gedeckt wird. Nur wenn sich 2 oder mehr Partner einig sind, ist ein Handel – und damit auch ein Kurs – zwischen ihnen möglich.

Doch sowohl hinter dem Angebot, als auch hinter der Nachfrage stecken Einschätzungen der beteiligten Partner bezüglich des gehandelten Marktes. Das heißt:

Hinter jedem der an den Börsen generierten Kursen verbirgt sich eine zu einem Investment oder De-Investment gewordene Einschätzung der Marktteilnehmer. Aus der Aneinanderreihung der Kurse wird also – anders ausgedrückt – eine Tendenz der Meinungsbildung der handelnden Akteure.

Erkennen Sie, worauf ich hinaus will? Sie brauchen diese ganze Informations- und Meinungsflut überhaupt nicht!

Es reicht völlig aus, auf die Kurse, sprich: die Charttechnik zu schauen: Hier finden Sie die Essenz dessen, was die Marktteilnehmer aus ihrer eigenen Einschätzungsvielfalt gemacht haben!

Das hat überdies noch einen weiteren, ganz gravierende Vorteil: Sie sparen enorm viel Zeit, die Sie stattdessen in für Sie sinnvollere Analysen und damit in der Folge auch wertvollere Investments einbringen können!

Der Aufwärtstrend seit Dezember bleibt intakt

Schauen wir also gleich einmal, was die Charttechnik Ihnen zu der jüngsten Entwicklung mitteilt: Denn der gestrige Kursrückschlag ist ja genau eine solche Konsequenz der von Anlegern umgesetzten Markteinschätzungen.

DAX: Der Aufwärtstrend seit Dezember bleibt intakt

Folgende Fakten können wir festhalten:

  • Der vom Tiefpunkt im Dezember 2018 ausgehende Aufwärtstrend ist intakt! Der DAX hat zwar gestern die Trendlinie leicht durchbrochen (gelber Kreis), am Ende jedoch exakt auf dieser geschlossen. Das zeigt Ihnen das kleine Häkchen auf der rechten Seite des gestrigen Kursbalkens.
  • Der Bruch des Abwärtstrends (gestrichelte rote Linie) im Schwung-Indikator, dem 50-Tage-Momentum, wurde durch das neue Tief negiert: Die Trendlinie musste neu justiert werden. Aber:

Wie Ihnen die pinkfarbene Horizontale signalisiert, ist der Schwung-Indikator damit schon in der Nähe des Tiefpunktes angelangt, der im Laufe des Aufwärtstrends der letzten 7 Monate generiert wurde. Das lässt eine baldige Umkehr des Momentums nach oben erwarten.

  • Wie Ihnen die orangefarbene Widerstandslinie und der grüne Aufwärtstrend im Kursbild zeigen, läuft der DAX im kommenden Monat in eine Entscheidung hinein: Dann gibt es nur noch die Optionen weiter rauf oder runter.

Tagelinien – die Essenz der Trends

Betrachten wir zum Abschluss noch einen etwas ungewöhnlichen Chart:

DAX: Tagelinien – die Essenz der Trends

Hier sehen Sie nur die durchschnittliche Kursentwicklung der zurückliegenden 20, 50 und 200 Handelstage. In der Charttechnik sprechen wir von Tagelinien oder Gleitenden Durchschnitten.

Dazu wird der Durchschnitt der Schlusskurse der letzten X Handelstage errechnet. Mit jedem neuen Schlusskurs fällt der erste des betrachteten Zeitraumes aus der Berechnung heraus – daher Gleitender Durchschnitt.

Tagelinien sind sozusagen die Essenz der Kurshistorie der genannten Zeiträume: Es sind die kurz- (20 Tage), mittel- (50 Tage) und langfristigen Trends im DAX. Das Schöne daran ist:

Sie basieren einzig und allein auf den zustande gekommenen Schlusskursen in den jeweiligen Zeiträumen: Sie stellen mithin die Realität gewordene Einschätzung der Marktteilnehmer dar.

Indem ich das tägliche Auf und Ab der Handelsbalken ausgeblendet habe, können Sie sich auf die zugrunde liegenden Trends fokussieren.

Und wie Sie unschwer erkennen, sind die mittel- und langfristigen Tagelinien aufwärts gerichtet! Die soeben abwärts tendierende 20-Tagelinie zeigt Ihnen nichts anderes, als dass der DAX aktuell etwas Luft abgelassen hat.

Fazit

Sie sparen sich nicht nur viel Zeit, sondern gewinnen auch weit solidere Erkenntnisse, wenn Sie nicht versuchen, sich aus der Informations- und Meinungsvielfalt eine eigene Einschätzung zu bilden.

Die Märkte spiegeln zu jeder Zeit genau das wider: Zu Kursen gewordene Meinungen! Und die lassen sich mit Hilfe der Charttechnik hervorragend analysieren.

Für den DAX bedeutet der gestrige Rückschlag – so überraschend und heftig er auch war – keine Änderung der mittel- und langfristigen Trends. Und die weisen weiterhin aufwärts!

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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