Wohin zieht es den Dax?

Der Dax scheint sich in einer Stabilisierungsphase zu befinden. Größere Sprünge nach oben oder unten blieben – zumindest unterm Strich – zuletzt aus.

Stattdessen scheint sich der Dax zwischen 11.800 und 11.900 Zählern zu fangen. Am Donnerstag ging es noch leicht abwärts, am Freitag reichte es dann für ein zaghaftes Plus von 0,2 Prozent auf einen Endstand von 11.868 Punkten.

Allerdings endete damit eine Rekordserie: Nach mehr als zweieinhalb Monaten steht auf Wochensicht ein negatives Vorzeichen. Der Wochenverlust beläuft sich auf etwa 1,4 Prozent.

Welt- und Fed-Politik auf der Agenda

Die Eskalation im Jemen rückte schlagartig die Weltpolitik wieder in den Fokus der Anleger und sorgte für Gewinnmitnahmen. Auch der Ölpreis könnte in der Folge wieder heftigeren Schwankungen ausgesetzt sein.

Auch die vermutlich bevorstehende Zinswende der US-Notenbank Federal Reserve bleibt Thema am Parkett. Anleger und Beobachter rechnen in diesem Sommer damit, dass die Fed den historisch niedrigen Leitzins anheben wird.

Im Vorfeld jeder möglichen Andeutung – sei es durch aktuelle Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten oder, wie am Freitag, durch die Rede hoher Fed-Repräsentanten – agieren sie dementsprechend vorsichtig.

Adidas punktet

Bei den Einzelwerten stand am Freitag Adidas besonders hoch im Kurs. Die Aktie legte um 2,8 Prozent zu und eroberte damit mühelos die Dax-Spitze. Die Herzogenauracher hatten angekündigt, den währungsbereinigten Konzernumsatz bis 2020 pro Jahr deutlich ansteigen zu lassen und hierfür verschiedene Maßnahmen vorgestellt.

Unter anderem sollen Kunden mehr Rücksprache erhalten und Produktinnovationen schneller auf den Markt gebracht werden. Auch ein Personalwechsel kam bei den Anlegern gut an: David Abeles soll die US-Golfsparte TaylorMade auf Vordermann bringen.

Infineon und Lufthansa leicht erholt

Infineon, dessen Papiere nach schwachen Zahlen von US-Konkurrenten am Donnerstag deutlich nachgegeben hatten, konnte sich am Freitag etwas erholen und zählte mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent zum stärksten Drittel der Dax-Werte.

Die Lufthansa-Aktie, die nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am vergangenen Dienstag unter Druck geraten war, schaffte im Handelsverlauf ein Plus von bis zu 1,9 Prozent und schloss immerhin 0,5 Prozent fester.

Auto- und Energiewerte wieder unter Druck

Auf den Verkaufslisten landeten unterdessen wieder einmal Energie- und Automobilwerte. RWE und Eon schlossen 0,3 beziehungsweise 0,6 Prozent schwächer.

Die Papiere von Daimler und BMW verbilligten sich um jeweils rund 0,3 Prozent. Das Schlusslicht ging an Continental: Der Autozulieferer verzeichnete ein Minus von 1,1 Prozent. Volkswagen konnte sich mit einem Plus von 0,5 Prozent im Dax-Mittelfeld behaupten.

30. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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