Dax bleibt turbulent

Zum Wochenauftakt hat der Dax genau da weitergemacht, wo er in der vergangenen Woche aufgehört hatte: Der Leitindex blieb auf Richtungssuche.

Bereits im frühen Handel ging es steil aufwärts, zur Mittagszeit auf Talfahrt und gegen Ende wieder nach oben. Nach mehrfach wechselnden Vorzeichen schaffte der Dax aber unterm Strich ein beachtliches Plus von 1,3 Prozent und ging mit 11.594 Punkten in den Feierabend.

Euro-Schwäche vs. Grexit-Angst

Grund für die Kauflaune war einmal mehr der schwächelnde Euro. Dieser sorgt dafür, dass Exportgüter aus der Währungsunion im globalen Handel günstig zu haben und somit attraktiver sind – gerade für die Exportnation Deutschland und viele der im Dax gelisteten Unternehmen ein positiver Effekt.

Die Freude könnte allerdings wieder einmal nur kurz währen, denn Bundesbank und EU-Kommission warnen eindringlich vor einer drohenden Staatspleite in Griechenland. Diese Warnung hat einen Teil ihrer Brisanz eingebüßt, wird sie doch seit Jahren alle paar Monate gebetsmühlenartig wiederholt, ohne dass es je zum großen Kollaps kam.

Festgefahrene Verhandlungen – drohende Staatspleite?

Doch unter der neuen griechischen Regierung droht der „Grexit“ nun doch noch real zu werden. Das Linksbündnis Syriza wurde gewählt, gerade weil es einen anderen Kurs einschlagen wollte als die Vorgängerregierungen, die aus griechischer Sicht den Geldgebern zu viele Zugeständnisse zu Lasten der Bürger machten.

Nun allerdings sind die Verhandlungen festgefahren, die Fronten verhärtet und das Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone wieder wahrscheinlicher. Der neue Termin für alle Schwarzmaler ist nun Ende Juni – dann laufen wieder einmal Hilfsgelder aus und eine Fortsetzung der griechischen Staatsfinanzierung ist vorläufig noch ungewiss.

Das dürfte die Kauflaune so mancher Anleger in den kommenden Tagen und Wochen wieder eintrüben oder zumindest dämpfen, sodass auch in nächster Zeit größere Richtungswechsel im Dax-Verlauf zu erwarten sind.

GDL legt Güter- und Personenverkehr lahm

Für Ungemach dürfte am Frankfurter Parkett akut auch der neuerliche Bahnstreik sorgen. Ab dem heutigen Dienstag hat die Lokführergewerkschaft GDL ihre Mitglieder erneut dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ein Ende des Streiks soll erst kurz vor Ablauf bekanntgegeben werden, allerdings soll der Arbeitskampf diesmal noch länger dauern als der knapp sechstägige Rekordstreik Anfang Mai.

Während Reisende häufig noch Verständnis aufbringen für die Forderungen der Gewerkschaft und auf Mitfahrgelegenheiten, Autovermietungen oder Fernbusse umsteigen, warnen Unternehmen vor den wirtschaftlichen Folgen.

Bisher haben die Streiks, die nun in die neunte Runde gehen, bereits Millionen verschlungen und in manchen Branchen für Lieferengpässe gesorgt. Das dürfte auch diesmal wieder der Fall sein und könnte in den kommenden Tagen die entsprechenden Dax-Titel belasten.

Tops und Flops am Montag

Am Montag setzte sich unter den Einzelwerten Fresenius an die Dax-Spitze mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent, gefolgt von Volkswagen mit einem Plus von 3,1 Prozent und der Telekom, deren Aktie sich um 2,9 Prozent verteuerte.

Die zuletzt häufig geschassten Automobilwerte konnten sich alle recht gut behaupten: Continental und Daimler gehörten mit Aufschlägen von jeweils 1,7 Prozent zum oberen Drittel, BMW landete mit einem Plus von 1,3 Prozent im Dax-Mittelfeld.

Wenig beliebt waren erneut die Bankwerte, die im starken Marktumfeld ins Minus rutschten. Die Deutsche Bank verlor 0,2 Prozent, die Commerzbank-Aktie 0,4 Prozent. Die rote Laterne ging an RWE mit einem Abschlag von 1,5 Prozent, Konkurrent Eon verbuchte eine Nullrunde und schloss unverändert.

19. Mai 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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