Dax bremst Erholungskurs

Der Dax hat sich am Mittwoch vor allem durch Impulse aus dem Ausland bewegen lassen. Die sorgten zunächst für ordentliche Zugewinne: In Tokio hatte der Nikkei ein sattes Plus von mehr als 7 Prozent eingefahren, das sorgte zunächst auch in Frankfurt für Kauflaune.

Mit der Eröffnung der US-Börsen kippte die Stimmung allerdings am Nachmittag, die Gewinne schmolzen in sich zusammen. Unterm Strich blieb ein magerer Aufschlag von 0,3 Prozent stehen, der Dax ging mit 10.303 Zählern aus dem Handel.

Fed und China bleiben wichtig

Hintergrund der Entwicklung war einmal mehr die Federal Reserve und deren Zeitplan zur Zinswende. Da in den USA zuletzt mehr Stellen offen waren als gedacht, wurde dies als Indikator für eine nun doch baldige Zinsanhebung gewertet. Die Arbeitsmarktentwicklung gilt als einer der entscheidenden Faktoren für das Timing der Fed.

Insgesamt bleibt die Stimmung am Parkett auch weiterhin von Unsicherheit geprägt, die Gewinne stehen auf wackligen Füßen. Vor allem der Blick nach China sorgt für Verunsicherung bei vielen Anlegern.

Dennoch schafften die stark in China engagierten Automobilhersteller am Mittwoch deutliche Gewinne. BMW eroberte die Spitzenposition mit einem Plus von 1,8 Prozent, und auch Volkswagen und Daimler positionierten sich auf den vorderen Rängen. Ihre Aktien rückten um 1,7 und 1,3 Prozent vor.

RWE-Anleger streichen Gewinne ein

Zu den Top-Werten zählte außerdem Lanxess, dessen Kurs ebenfalls um 1,7 Prozent zulegen konnte. Nichtsdestotrotz wird der Chemiekonzern wohl in Kürze aus dem Leitindex absteigen – nur drei Jahre, nachdem er aufgenommen wurde.

Am anderen Ende fanden sich einmal mehr die Energiekonzerne. RWE bildete das Schlusslicht mit einem Abschlag von 1,9 Prozent. Anleger wollten die Gewinne des Vortages schnell einstreichen, da der Aktie derzeit offenbar kein nachhaltiger Durchbruch nach oben zugetraut wird. Auch Konkurrent Eon musste sich mit einem Minus von 0,5 Prozent zufriedengeben.

Die Aktie des Düngemittelherstellers K+S geriet ebenfalls unter Verkaufsdruck und verbilligte sich um 1,1 Prozent. Die Gerüchteküche um eine möglicherweise feindliche Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Potash brodelt derweil weiter.

10. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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