DAX bricht alle Dämme – doch Vorsicht!

Die 11.000er-Marke ist zum 1. Mal seit Dezember 2015 erklommen. Damals war letztlich bei 11.430 Schluss. Wie hoch geht die Reise diesmal?

Doch bevor die Party langfristig weiter nach oben steigt, muss der DAX fallen – und zwar aktuell knapp 400 Punkte auf 10.800 Punkte.

Das ist keine Bedingung, aber zumindest gibt es dort im Chart noch eine Kurslücke (Gap), was es zu schließen gilt. Diese Marke sollten Anleger auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Was Sie deshalb jetzt nicht machen sollten

Klar, mit diesem Ausbruch malt der DAX ein sehr positives Bild. Ignorieren wir für den Moment, dass der deutsche Aktienindex vor 1 Jahr höher stand.

Grundsätzlich strotzen die Börsen aktuell vor Stärke. Warum sollten Anleger nicht auf den Zug aufspringen?

Zum einen ist das Hoch von Dezember 2015 noch nicht geknackt. Ab 11.430 Punkten wäre also ein Einstieg durchaus vertretbar.

Viel wichtiger ist jedoch für Käufer von Hebelzertifikaten, wo sie ihren Stopp setzen.

Wer jetzt nur noch auf weiter steigende Kurse setzt – ohne Rücksetzer – wird in den meisten Fällen verlieren.

Ein Stopp müsste laut der oben angeschnittenen Strategie unter dem Gap liegen. Denn wenn Trader davon ausgehen, dass Gaps meistens geschlossen werden, muss dies einkalkuliert werden.

Eine Absicherung sollte deshalb unter 10.800 Punkten liegen. Alternativ werden sicherlich auch ein paar Investoren warten, bis die Kurslücke geschlossen wurde und dann erst einsteigen.

Options-Händler können diese Sorgen vergessen

Mit der in den letzten Beiträgen angesprochenen Fallschirm-Strategie können Sie sogar bei fallenden Kurse Rendite erwirtschaften.

Dazu werden 2 unterschiedliche Optionen gekauft. Der Basiswert ist identisch. Somit werden z. B. Optionen für eine Aktie genauer betrachtet. Hierbei suchen sich Anleger eine Aktie mit Potential aus.

Nehmen wir für dieses Beispiel die Aktie von Henkel. Aktuell notiert sie bei etwa 110 €. Wenn wir von weiter steigenden Kursen ausgehen, wird jetzt ein passender Optionen-Spread gesucht.

Als Absicherung legen wir den Wert von 86 € fest; das ist knapp unter dem Vorjahres-Tief.

Jetzt suchen wir passende Optionen. Dabei würde der Basispreis des Calls 86 € sein. Den kaufen wir. Gleichzeitig verkaufen wir einen etwas höheren Call mit z.B. Basispreis 90 €.

Am Ende der Laufzeit, bei Kursen über 90 € hat der 86er-Call einen höheren Wert als der 90er-Call.

Bei dieser Strategie machen Investoren am Ende dann sogar Profit, wenn die Henkel-Aktien um 20 € gefallen wäre.

Entscheidend ist dabei noch die Laufzeit. Das Laufzeitende kann durchaus über 1 Jahr in der Zukunft liegen.

So lange warten muss man dabei aber nicht. Es kommt nämlich öfter vor, dass es sich schon vorher lohnt, die Kontrakte glattzustellen und den Gewinn zu kassieren.

Diese Strategie ist somit für Seitwärtsp-Phasen an der Börse genauso gut geeignet, wie für kurze Schwäche-Phasen.

Für steigende Kurse sowieso. Mit der nötigen Erfahrung und Kalkulation lassen sich recht sichere Basispreise festlegen, so dass letztlich ein Gewinn sehr wahrscheinlich ist.

Im obigen Beispiel hätten die Anleger übrigens erst dann etwas verloren, wenn die Henkel-Aktie unter 86 € gerutscht wäre.

9. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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