DAX-Bullenfalle? „Zertrumpelt“ Trump den Aufschwung?

Steht uns jetzt eine Größere Konsolidierung bevor? Was Sie dazu wissen müssen, verrät Ihnen unser Börsen-Experte Michael Sturm hier: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Wir haben es seit geraumer Zeit mit politisch bestimmten Börsen zu tun:

Ob nun Wahlen, Notenbank-Politik oder auch Trump, sie alle üben einen größeren Einfluss auf die Börsen aus.

Trump, Trump… immer wieder Trump!

Sorgte der Ausgang der Frankreich-Wahl noch für einen Kurssprung an Europas Börsen, so wurde die gesamte Jubelstimmung durch Zweifel an Donald Trump und seiner Politik wieder schnell zerstört.

Dies ist imkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index gut zu erkennen:

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DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Nach der Party  der Kater

Der für Europas Börsianer erleichternde Wahlausgang in Frankreich sorgte zunächst für steigende Kurse, die aus dem angestauten und zurückgehaltenen Kaufinteresse angeschoben wurden.

Der DAX-Index konnte vergangene Woche ein neues Allzeithoch markieren. Mit dem Anstieg über die 12.800 Punkte schien der Weg frei zur runden 13.000er-Marke.

Doch unverhofft kommt oft!

Denn die Zweifel an Trump und damit auch an seiner Politik ließen die Börsianer schnell wieder vorsichtig werden.

So verlor der DAX-Index binnen 2 Tagen fast 400 Punkte und gab fast sämtliche schönen Gewinne wieder ab (schwarzer Pfeil).

Dabei wurde die erste kurzfristige Unterstützungs-Zone um 12.650 – 12.675 Punkte einfach ignoriert.

Und der Index-Rückgang wurde erst an der 2. Unterstützungs-Zone bei 12.425 – 12.475 Punkten gestoppt (untere schraffierte Zone).

Der Weg nach oben wird nun etwas steiniger. Denn die Zone zwischen 12.650 – 12.675 Punkten fungiert nun als Widerstand (obere rote Linien).

Gleichwohl ist ein kleiner kurzfristiger Aufwärtstrend auszumachen (blauer Trendkanal).

Innerhalb dieses Trendkanals muss der DAX-Index nun zunächst den oben besprochenen kreuzenden Widerstand herausnehmen, bevor an weitere Kurssteigerungen gedacht werden kann.

Fazit kurzfristig:

Aktuell leichte Seitwärts-Konsolidierung. Nach oben muss der Widerstands-Channel zwischen 12.650 und 12.675 geknackt werden.

Nach unten sollte der DAX-Index den Unterstützungs-Kanal zwischen 12.425 und 12.475 Punkten nicht verletzen!

Welche Konsequenzen ein Unterschreiten der letztgenannten Zone hätte, sehen wir im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index:

DAX 240517 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Bullenfalle?

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist zunächst der bestimmende Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) zu erkennen.

Innerhalb dieses Trends hangelte sich der DAX-Index seit etwa 1 Jahr nach oben. Dabei wurden immer mal wieder Atempausen eingelegt.

Diese führen den Index in einer kleinen und durchaus sehr gesunden Konsolidierung an die untere Begrenzung des schmalen Aufwärts-Bandes (hellblaue Trendlinie) heran.

Auch zuletzt konnte diese Unterstützungs-Linie dem Index kurz vor der Frankreich-Wahl Einhalt gebieten (bei 12.000 Punkten).

Mit der Erleichterungs-Rally am Montag nach der Wahl sprang der Index an nur 1 Tag sofort an die obere Begrenzung des Aufwärts-Trendkanals.

Diese sorgte zunächst noch für einen Widerstand, doch die Trendlinie wurde an den Folgetagen aufgeweicht.

Das führte in der vergangenen Börsenwoche sogar zu einem kleinen Ausbruch darüber. Doch Trump blies die rosa Wolke 7 der Börsianer wieder fort!

12.250 Punkte müssen halten, sonst stärkere Konsolidierung!

Der Index tauchte wieder zurück in seinen bestimmenden mittelfristigen Trendkanal.  Ich habe Ihnen dort eine rote Horizontal-Linie eingezeichnet.

Das ist die Unterstützung aus der kurzfristigen Analyse. Sie erkennen hier schnell, dass ein Unterschreiten sofort einen Rutsch auf die hellblaue Trendlinie verursachen würde.

Hier kommt dem Index dann auch die obere Begrenzung des „Frankreich-GAPs“ (schwarze Horizontal-Linie) entgegen.

An diesem neuralgischen Punkt des mittelfristigen Chartbildes (roter Kreis) entscheidet sich, ob der DAX-Index in eine länger anhaltende Konsolidierung eintaucht.

Wichtig ist deshalb für Sie jetzt Folgendes:

Achten Sie zunächst auf die 12.425 Punkte-Marke! Sollte der DAX-Index nämlich darunter fallen, könnte schnell der neuralgische Punkt bei 12.250 Punkten erreicht werden.

Danach kann die untere Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals in den Fokus rücken. Und die liegt bei etwa 11.600 Punkten.

Das wäre sehr unschön, denn dann hätte unser DAX-Index seine gesamten Jahresgewinne wieder vollständig abgegeben.

Die alte Börsianer-Weisheit „Sell in May and go away!“ hätte vollste Bestätigung gefunden.

Aber noch ist es nicht soweit! Der neuralgische Punkt hat durchaus einen guten Unterstützungs-Charakter.

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Charttechnisch bis Jahresende 13.750 Punkte möglich

Im langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index (blauer primärer Trend) besteht keinerlei Zweifel daran, dass er uns noch eine lange Zeit erhalten bleibt.

Nach unten besteht sehr viel Luft, selbst ein harter Crash würde hier den Trend noch nicht gefährden.

Rückschläge in den Bereich 11.600 Punkte, oder sogar 11.200 Punkte, sind im längerfristigen Chartbild durchaus nichts Besonderes.

Nach oben hat der DAX-Index sein Allzeithoch von vor 2 Jahren endlich überwinden können.

Dabei konnte er sogar den Kreuzwiderstand (rote Linie, grüne Linie) zuletzt übertrumpfen.

Das sieht alles noch sehr gut aus. Dennoch ist natürlich das aus dem mittelfristigen Chartbild Gesagte sehr wichtig!

Dann sind durchaus bis zum Jahresende 13.750 Punkte drin. Auch oder sogar gerade nach einem vorherigen Rückschlag!

Fakt ist aber auch: Auf alle Fälle wird der Index die obere blaue Trendbegrenzung nicht überwinden!

Das bedeutet für Sie: Sobald Sie erreicht wird, steigen Sie aus dem Markt aus!

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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