DAX-Chartanalyse: Mit der Point&Figure-Technik das neue Kursziel errechnen

Die Nennung eines Kursziels von 10.500 Punkten im DAX sollte sie zumindest erstaunen – möglicherweise schauen Sie sogar ungläubig. Dafür habe ich volles Verständnis. Denn in der aktuellen Situation von solchen Kurszielen zu sprechen, könnte ja nun wirklich reine Tagträumerei sein. Die DAX-Chartanalyse des Point&Figure Traders errechnet jedoch genau diesen Wert.

Als Leser von Chartanalyse-Trends wissen Sie nämlich, dass mein von mir sehr geschätzter Kollege Andreas Sommer und ich mit solchen Tagträumereien absolut nichts „am Hut haben“.

Hinter diesem auf den ersten Blick abstrusen Kursziel steht eine eindeutige und über Jahrzehnte bewährte Kurszielberechnung in der Point&Figure-Charttechnik.

10.500 Punkte beim DAX: So berechnen Sie dieses Kursziel

Bereits am 13. Oktober des vergangenen Jahres generierte derPoint&Figure-Chart des DAX durch das Überschreiten von 6.400 Punkten ein Point&FigureKaufsignal.

Dieses Point&FigureKaufsignal trug den DAX im ersten Anlauf bis über 7.400 Punkte. (Das erkennen Sie an der hohen X-Säule.) Am 8. März dieses Jahres begann ein Rücksetzer, der den DAX am 15. März bis unter 6.500 Punkte führte. (Erkennbar an der O-Säule, die mit einer 3 für März gekennzeichnet ist.)

Dieser Rücksetzer legte die Höhe der X-Säule fest, die in die Berechnung des langfristigen Kursziels eingeht. Erst nach der Ausbildung der O-Säule des Rücksetzers ist die X-Säule abgeschlossen.

Berechnung des Kurszieles mithilfe der DAX-Chartanalyse

Bereits bei Ausbildung des Rücksetzers können Sie nun das längerfristige Kursziel berechnen. Dazu addieren Sie das Dreifache der Länge der X-Säule zu ihrem tiefsten Punkt.

Aktuell ergibt sich imDAX damit folgende Rechnung:

Kursziel = 6.000 (tiefster Punkt der X-Säule, die das Kaufsignal beinhaltet) +3 X 15 (Anzahl der X in der X-Säule) X 100 (Kästchengröße in dieser Charteinstellung)

= 6.000 + 45 X 100 = 10.500 Punkte

Erst der Rücksetzer und die damit verbundene O-Säule hat also die Berechnung möglich gemacht und damit das Kursziel aktiviert.

Bestätigung des Kursziels

Nach dem Rücksetzer bis unter 6.500 Punkte kam es ab dem 21. März zu einem deutlichen Kursanstieg im DAX. Dadurch wurde die aktuelle X-Säule ausgebildet. Diese erneute Trend-Umkehr hat das durch den Rücksetzer aktivierte Kursziel nun bestätigt.

Erst eine X-Säule nach dem Rücksetzer bestätigt das durch den Rücksetzer aktivierte Kursziel.

Das Fazit zu Berechnung des Kursziels

Auf den ersten Blick mag eine solche Kurszielberechnung mit Point&Figure kompliziert wirken. Auf den zweiten Blick ist sie eindeutig und relativ leicht auszuführen. Sie ermöglicht es, auch Kursziele weit über Allzeithochs zu bestimmen, was mit anderen Methoden der Charttechnik oft schwieriger ist.

Das Fazit zum DAX

Trotz der aktuell mehr als schwierigen Lage in Japan stellt sich der DAX in der Chartanalyse weiter als bullish dar. Wir halten Sie natürlich über jede Veränderung der charttechnischen Lage wie gewohnt auf dem Laufenden.

28. März 2011

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Jörg Mahnert
Von: Jörg Mahnert. Über den Autor

Jörg Mahnert, Jahrgang 1966, kam bereits in jungen Jahren in Kontakt mit der Börse. Bereits mit 18 Jahren betreute er sowohl eigene Depots als auch den familiären Aktienbesitz.

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