DAX & Co.: Das sieht nicht wirklich gut aus

Unser Börsen-Experte Andreas Sommer hat sich in diesem Beitrag für Sie einige Indikatoren für den deutschen Aktienmarkt näher angeschaut: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Wenn Sie meine Beiträge schon etwas länger begleiten, wissen Sie, dass ich seit Mitte Oktober 2017 zunehmend skeptisch geworden bin, was die Aufwärtstrends an den Aktienmärkten betrifft.

Ich habe hier nun einige Grafiken für Sie zusammengestellt, die meiner Skepsis für den deutschen Aktienmarkt Ausdruck verleihen.

Ein Indikator-Potpourri

Dafür habe ich mir mit der Advance-/Decline-Linie auch einen Indikator angeschaut, der während gesunder Aufwärtstrends so gut wie gar keine Analyse erfordert.

Der Grund:

Die Advance-/Decline-Linie ist eigentlich nur in Marktsituationen von Bedeutung, in denen die Aktien-Indizes vor Trendwechseln – sowohl nach oben, als auch nach unten – stehen könnten.

Und natürlich habe ich für Sie auch Indikatoren aus dem „Tagesgeschäft“ unter die Lupe genommen: das On-Balance-Volumen (OBV) und den VDAX.

VDAX generiert Verkaufs-Signal

Beginnen wir direkt mit dem Volatilitäts-Index VDAX (Index für die erwartete Schwankungsbreite des DAX). Falls Sie mit dessen Funktion nicht vertraut sind, hier eine kurze Erläuterung:

Mit Optionen haben Sie die Möglichkeit ihre Aktiengewinne zu hebeln. So setzen Sie mit dem Kauf von Calls auf einen Anstieg der Kurse und mit dem Erwerb von Puts auf einen Rückgang.

Je mehr Calls also gekauft werden, umso optimistischer werden die Investoren.

Eine wachsende Zahl an Put-Käufen signalisiert Ihnen umgekehrt eine zunehmend pessimistischere Erwartungshaltung der Marktteilnehmer.

Die erwartete Schwankungsbreite für den DAX nimmt ab, wenn die Investoren mit steigenden Aktienkursen rechnen; dann sinkt der VDAX und / oder notiert niedrig.

Werden von den Anlegern überwiegend fallende Aktienkurse erwartet, steigt der VDAX und / oder notiert hoch.

Genau wie bei anderen Märkten, so lassen sich auch beim Volatilitäts-Index Trends bestimmen und einzeichnen.

vdax_06-12-2017

VDAX generiert Verkaufs-Signal  

Im Chart sehen Sie, dass der Abwärtstrend seit Juni 2016 nach oben durchbrochen und somit ein Verkaufs-Signal für den DAX generiert wurde (gelber Kreis).

Großinvestoren steigen beim DAX aus

Das On-Balance-Volumen verknüpft bekanntlich die täglichen Kursveränderungen mit den dazugehörigen Umsätzen, addiert die Werte und schreibt sie fort.

Auf diese Weise lässt sich das Verhalten der Großinvestoren nachvollziehen.

dax mit obv_06-12-2017

DAX: Die Korrektur ist noch nicht beendet.

Seit Beginn der DAX-Hausse im Februar 2016 haben sich diverse Trend-Kanäle ausgebildet, so auch im OBV.

Die steileren (gestrichelten) Trend-Linien signalisieren Ihnen dabei eine erhöhte Kursdynamik.

Wie schon im Mai, so kletterte das OBV auch beim jüngsten Markt-Top an die Oberseite des steileren Trend-Kanals.

Mindestziel für DAX und OBV ist jeweils die Unterseite der steileren Trend-Kanäle.

Wenn Sie indes die folgende Grafik anschauen, werden Sie mir zustimmen, dass wohl eher die Unterseite der Basis-Trend-Kanäle anvisiert werden dürfte.

Die Funktion der Advance-/Decline-Linie

Ganz ehrlich:

Als ich die Advance-/Decline-Linien von 3 Indizes der DAX-Familie erstmals seit langer Zeit wieder gesehen habe, bin ich doch einigermaßen erschrocken, Ihnen dürfte es kaum anders gehen:

indizes mit ad-linie_06-12-2017

Advance-/Decline-Linien: Völlig überhitzt

Zur Erinnerung:

Die Advance-/Decline-Linie (Linie der steigenden und fallenden Kurse) misst börsentäglich die Differenz zwischen den Aktien eines Index, die gegenüber dem Vortag gestiegen und denen, welche gefallen sind.

Die errechneten Werte werden addiert und fortgeschrieben.

In einem gesunden Aufwärtstrend sollte eine große Mehrheit der Aktien eines Index diesen durch steigende Notierungen unterstützen.

Wird der Aufschwung nur noch durch wenige Aktien getragen, ist das ein Warnsignal, umgekehrt gilt das Gleiche für den Abwärtstrend.

Advance-/Decline-Linien: Völlig überhitzt!

In der Grafik habe ich die Index-Verläufe den Advance-/Decline-Linien gegenübergestellt.

Die DAX-Advance-/Decline-Linie hatte Mitte September ihren Aufwärtstrend bereits nach unten durchbrochen, konnte sich jedoch wieder in den Aufwärtstrend „retten“.

Allerdings: Das jüngste Allzeithoch wurde von der Advance-/Decline-Linie nicht mehr durch eine höhere Hoch bestätigt – ein Warnsignal!

Die Advance-/Decline-Linien von MDAX und SDAX sprechen wohl für sich:

Sie haben in den zurückliegenden Monaten sämtliche Fesseln gesprengt, und ich habe dafür nur 2 Worte: völlig überhitzt!

Das erkennen Sie auch an den Kursverläufen der Indizes, die zuletzt beide an der Oberseite ihres langfristigen Trend-Kanals „kratzten“.

Sie sehen: Meine wachsende Skepsis der vergangenen Wochen hat inzwischen einige gute Gründe.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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