DAX: Darum sollten Sie keine Angst vor Allzeithochs haben

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Warum jedes Allzeithoch nur ein Etappenziel ist und Sie sich daher nicht darum sorgen sollten, ob die Kurse weiter steigen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX erreichte am Freitag mit 10.093 Punkten ein neues Allzeithoch. Doch die Bullen haben den Kampf um die 10.000-Punkte-Marke noch nicht gewonnen. Heute verlor der DAX 0,7% und sackte auf 10.014 Punkte ab. In den Köpfen vieler Anleger steckt die Angst vor runden Marken und die Angst vor einem neuen Allzeithoch.

Diese Anleger sind derzeit skeptisch angesichts der neuen Höchststände von DAX und Co. und fragen sich, wie es weitergeht. Kann der DAX einfach immer weiter steigen? Eine verblüffend einfache Antwort ist von der Börsenlegende Andre Kostolany überliefert. Seine ewig gültige DAX-Prognose lautete: „Er wird steigen“.

Die Antwort von Kostolany klingt trivial, aber die Mehrheit der Deutschen würde den wahren Kern dieser Aussage nicht erkennen. Speziell die Crash-Phase 2000 bis 2003, als der DAX von 8.000 auf 2.200 Punkte abstürzte, hat die Aktienkultur in Deutschland massiv beschädigt. Das Misstrauen ist riesig.

Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren einen Satz gehört: „Alles was steigt, fällt auch wieder.“ Diese Aussage ist nicht korrekt. Das zeigen die Kursentwicklungen des DAX oder auch des Dow Jones. Es gibt mehrere Gründe, warum der DAX in den nächsten Jahren mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit weit in den fünfstelligen Bereich klettern wird:

1. Die Inflation treibt die Börsenkurse

Papierwährungen neigen zur Schwäche. Das galt für die D-Mark und das gilt auch für den Euro. Pro Jahr müssen Sie mit einer Geldentwertung von 2 bis 3% rechnen. Zur Inflation gehört auch, dass die Unternehmen die Preise erhöhen.

Bei einer konstanten Gewinnmarge steigen die Gewinne und als Reaktion auch die Aktienkurse. 2 bis 3% Kursgewinn pro Jahr können Sie also als „automatischen“ Inflationsausgleich verbuchen.

2. Der DAX ist ein Performanceindex

Ein Performanceindex (im englischen auch „total return index“ genannt) wird so berechnet, als ob alle Dividenden und sonstigen Einnahmen aus dem Besitz der Aktien, wie etwa Bezugsrechtserlöse, wieder in die Aktien reinvestiert würden.

Aus meiner Sicht ist das die beste Index-Form. Denn: Auch Sie als Aktienbesitzer erhalten die Dividenden und die Bezugsrechtserlöse. Das gehört zum Gesamtergebnis dazu. Es wäre ja auch unsinnig, eine Anleihe zu bewerten und dabei die Zinserträge zu ignorieren.

Die üppigen Dividenden der 30 DAX-Werte fließen also in die Index-Berechnung mit ein und sorgen für einen weiteren DAX-Anstieg.

3. Schwache Unternehmen werden aussortiert

Ein Index zeigt immer an, welche Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich waren. Wer schwächelt, wird zum Absteiger. Die Auf- und Abstiegsregeln sorgen dafür, dass regelmäßig „Ballast“ abgeworfen wird und wachstumsstärkere Aufsteiger nachrücken. Auch diese regelmäßige Index-Optimierung sorgt langfristig für Kursgewinne.

Wenn Sie diese 3 Faktoren berücksichtigen, kommen Sie zum gleichen Ergebnis wie Kostolany: Der DAX wird steigen. Nicht unbedingt kurzfristig, wohl aber über einen längeren Zeitraum.

Wenn wir eine kleine Musterrechnung aufmachen und die 8% Rendite, die der DAX in den ersten 25 Jahren seines Bestehens von 1988 bis 2013 im Durchschnitt erreicht hat, auf Sicht von 25 Jahren fortschreiben, wird der DAX beim „Gold-Jubiläum“ im Jahr 2038 bei rund 55.000 Punkten notieren.

Daher mein kurzes Fazit: Wer an der Börse Ausdauer hat, der wird auch belohnt!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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