DAX: Das Allzeithoch wurde geknackt!

Es gibt ein neues Allzeithoch, aber es steht auf wackeligen Füßen. Politisch bedingt ging es hinauf zur neuen Rekordmarke, doch wie sicher ist die Marke? (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Das Allzeithoch ist tot, es lebe das Allzeithoch! Mit einem gewaltigen Aufwärtsgap haben wir heute das Allzeithoch durchbrochen. Grund war natürlich die Geldpresse der USA. Gestern war einmal wieder die US-Staatspleite das Thema. Jetzt kam das grüne Licht, dass die Schuldenobergrenze zum x-ten Mal nach oben angehoben wird und schon geben die Börsen Gas. Eigentlich nichts Neues.

Wann fallen die Kurse?

Doch das heutige Kursfeuerwerk wird ein Nachspiel haben. Bereits jetzt sehen wir eine deutliche rote Kerze im Tageschart. Dass der DAX die gesamte Woche über der 13.525, also dem vorherigen Allzeithoch notieren wird, ist mehr als fraglich. Schließlich haben noch einen Kurslücke von heute zu schließen.

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Und schon gibt es leider ein ähnliches Bild im Chart, wie im November beim vorherigen Allzeithoch. Das hatte ich gestern erklärt, damals war der Ausbruch auch irrational und überhitzt und vor allem mit vorherigen Kurslücken. Da haben wir nun heute leider auch. Optimistisch betrachtet, können wir mit einem schnellen Rücksetzer in den Aufwärtstrend wieder das Ruder herumreißen und auf einen soliden Anstieg bauen. Doch die harmonisch verlaufenden Kurse sind mit dem heutigen Tag erst einmal Geschichte.

Jetzt wird es deshalb insbesondere spannend, wie die restlichen Handelstage im Januar verlaufen. Im Moment ist alles möglich. Aus diesem Grund halt ich jetzt erst einmal die Füße still und lasse den Markt das Chaos bereinigen. Mutige Trader, die kurzfristig handeln, werden wohl auf fallende Kurse setzen. Aber wenn jetzt wieder die politischen Börsen das Sagen haben, verabschiedet sich die Logik zuerst. Also: Ruhe bewahren.

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Was macht eigentlich EUR/USD?

Zur Feier des Tages und der Entscheidung, dass es keine Staatspleite der USA gibt, schauen wir heute auf das beliebte Währungspaar. Hier ist seltsamerweise keine Schuldenobergrenze im Chart zu erkennen. Die Währungstrader haben das Thema wohl schon im Vorfeld nicht geglaubt – zumindest sehen wir hier im Chart keine außergewöhnlichen Bewegungen, im Gegensatz zum DAX.

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Die blaue 20-Tagelinie hält EUR/USD weiterhin auf Kurs. Aktuell ist der Markt relativ weit davon entfernt, also könnten die Kurse sich demnächst dieser Durchschnittslinie wieder annähern.

Alles in allem macht der Euro einen starken Eindruck und die Reise nach Norden kann sich scheinbar auch in diesem Jahr weiter fortsetzen. Der aktuelle Bereich um die 1,23 EUR/USD wird unter Umständen aber etwas härter umkämpft werden. Das sehen wir auch schon ansatzweise im Tageschart. Hintergrund: Hier liegen die Monatstiefs aus dem Sommer 2010 und Herbst 2012.

Ja, es ist schon eine Weile her. Aber der Chart ist da manchmal wie ein Elefant: Er vergisst nichts und das sollten Sie auch – also es zumindest berücksichtigen. Dank der Charttechnik müssen wir uns so etwas nicht auswendig merken.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.