DAX: Das bedeutet die Monatskerze des Novembers für Sie

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Der DAX im Winterschlaf. Während die US-Indizes die Hoffnung auf keine weiteren Zinsanhebungen ausnutzen und steigen, bewegt sich der DAX gar nicht. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Als Anleger haben Sie sicher schon schönere Jahre erlebt. Der August war tief rot. Das ist nicht unüblich. Der September brachte uns noch ein Stück weiter nach unten. Aber gerade der Oktober – von dem so viele bessere Kurse erwartet hatten – enttäuschte massiv. Dagegen sieht unsere Monatskerze im November richtig harmlos aus.

Wären wir heute über 11.420 Punkte aus dem Handel gegangen, hätte dies zu einer grünen Monatskerze geführt. Ein klares bullisches Signal. Damit wäre der doppelte Boden im Monatschart schon so gut wie bestätigt. Aber so weit sind wir noch nicht. Der DAX ist immerhin nicht unter 11.000 Punkte gefallen. Das ist durchaus positiv zu werten. Bei 10.800 Punkten sehen Sie eingezeichnet eine Unterstützung aus dem Jahr 2016.

Ebenfalls eingezeichnet: Der Aufwärtstrend seit Februar 2016. Dieser wurde bereits im September nach unten verlassen. Es folgte ein dunkelroter Oktober mit einer sehr langen Kerze. Im Februar dieses Jahres gab es auch einen ähnlichen Abverkauf. Danach bildetet der DAX im März eine kürzere rote Kerze bevor die Kurse wieder stiegen. Mit etwas Glück hält sich der DAX an dieses Muster und lässt den Dezember grün leuchten.

DAX vs. US-Indizes

Haben Sie die vergangenen Tage gesehen, wie die US-Indizes nach oben geschossen sind? Grund war die US-Notenbank. Hier wurde angedeutet, dass man schon am Ziel angekommen sei. Auf Deutsch: Es wird nicht mehr viele Zinsanhebungen geben. Vermutlich noch eine und dann wird auch die FED einmal abwarten.

Das freut den Markt, also zumindest die US-Indizes. Denn der DAX hat sich seit Bekanntgabe dieses Gerüchts lediglich seitwärts bewegt. Diese Chance hätte er nutzen müssen, um die 11.420 hinter sich zu lassen. Dann wären auch schnell 11.600 und vielleicht sogar die 11.860 Punkte in Reichweite gewesen.

Doch so sehen wir das übliche Bild. Der DAX schwächelt extrem im Vergleich zu Dow Jones & Co. Deshalb müssen die USA jetzt noch mehr liefern, damit wir auch noch den DAX rechtzeitig zum Dezember wachrütteln. Ein möglicher Deal der USA mit China zeichnet sich in den Charts ab. Immerhin haben diese eine solide Chance jetzt wieder nach oben auszubrechen. Sollten sie scheitern, geht es auch im Dezember weiter bergab. Dann sehen wir auch garantiert die 10.800 Punkte im DAX, vermutlich sogar den Bereich um die 10.500.

Wir sind also auf Mithilfe angewiesen, wenn wir den DAX noch einmal in diesem Jahr steigen sehen wollen. Und damit meine ich keine Steigung von 11.100 bis 11.400. Dieses Spiel haben wir schon oft verfolgen können. Ich meine einen richtigen Anstieg Richtung 11.600 und 11.860 Punkte. Unverbesserliche Optimisten sehen sogar noch die Chance, dass der DAX 2018 über 12.000 Punkten abschließt. Er darf mich gerne positiv überraschen, aber aktuell fehlt mir der Glaube.

Dieser Ausblick kann sich aber schnell ändern. Nur müsste der DAX dazu auch aus dem Winterschlaf erwachen, die richtigen Vorgaben aus den USA vorausgesetzt. Solange das nicht geschieht, werden wir auch noch nächste Woche im Bereich zwischen 11.200 und 11.400 Punkte herumdümpeln. Denn mehr ist in dieser Handelswoche nicht gesehen. Halten Sie durch! Meist bewegt sich der DAX nach solch einer schwankungsarmen Woche wieder volatiler in der darauffolgenden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.