DAX: Das ist Stark!

Der Index hat bedeutsame Fortschritte gemacht! Wie es weitergeht und wohin es gehen kann, verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

In der vergangenen Woche titelte ich: Kann Ostern den DAX retten?

Die Antwort lautet: Ja!

Denn der DAX-Index hatte es tatsächlich geschafft, sich über der wichtigen 11.900er Marke in den Osterurlaub zu verabschieden. Gestern ging es dann in den ersten Handelsstunden noch einmal zunächst steil bergab bis knapp unter die 11.800 Punkte. Grund waren schwache US-Börsen und das erneut herumspukende Gespenst namens Handelskrieg.

Doch dann zeigte der DAX ein weiteres Mal seine Muskeln. Er stieg in der zweiten Sitzungshälfte an und schloss deutlich über der 11.900er Marke.

In der Gegend um 11.900 Punkte besteht ein verstärktes Kaufinteresse. Das Wort „Handelskrieg“ scheint immer mehr an Schrecken zu verlieren.

Mit dem heute Morgen um über +200 Punkte eröffneten Markt könnte die Wende eingeläutet sein. Wie sich die vergangenen Handelstage charttechnisch ausgewirkt haben, analysieren wir zunächst imkurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Mehrere starke Rebounds an der 11.900er Zone

Seit nunmehr 14 Tagen kämpft der DAX-Index mit der Unterstützung in der Gegend um 11.900 Punkte (grüne Unterstützungslinie). Sie wurde zwar das eine oder andere Mal unterschritten, aber immer, wenn dies geschah, kam sofort Kaufinteresse auf und führte den Index zum Sitzungsschluss bzw. zur nächsten Börseneröffnung wieder über die 11.900er Marke.

Das ist ein sehr positives Zeichen!

Sie erkennen im 1-Monatschartbild vom DAX-Index den steilen Abwärtstrendkanal (hellblauer Trendkanal). Mehrere Ausbruchsversuche an der Ober- und Unterkante dieses Trendkanals sind gescheitert (blaue Ellipsen).

Die letzte Abwärtsbewegung im Trendkanal verödete bereits auf der Hälfte der Strecke nach unten. Mit dem starken Aufwärts-GAP von heute Morgen hat der DAX-Index den Abwärtstrendkanal deutlich nach oben durchstoßen! Aktuell knabbert er an der 12.200er Widerstandsmarke, die aus mehreren Tiefpunkten der ersten Märzhälfte resultiert (rote Mulden).

Fazit kurzfristig:

Sollte der DAX-Index es schaffen, die Hürde bei 12.200 Punkten in den nächsten Tagen zu überwinden, dann könnte der Boden tatsächlich hinter uns liegen.

Gelingt ihm das nicht, dann rechnen Sie bitte mit einem weiteren Test der 11.900er Zone. Ab wann die Wende als signifikant gelungen betrachtet werden kann, sehen wir im 1-Jahreschartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Es sieht besser aus, aber noch ist die Kuh nicht vom Eis.

Nach dem steilen Februar-Absturz des DAX-Index stabilisierte er sich erst an der 11.900er Marke (grüne Unterstützung). Diese Unterstützungsmarke ist nicht unbekannt. Das deutsche Aktienbarometer konnte hier bereits in 2017 zwei Mal eine Wende vollziehen.

Demnach wird um diese Marke auch vehement gekämpft. Ob nun 11.750 oder 11.800 mal gesehen werden, ist nicht relevant. Wichtig ist, dass die gesamte Zone hält und der DAX-Index oberhalb der 11.900 wieder Fahrt nach oben aufnimmt!

Dieses Szenario scheint tatsächlich Form anzunehmen. Denn auch im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index würde ein Sprung über die obere Begrenzungslinie des Abwärtstrendkanals (blauer Abwärtstrend) das Bild deutlich entspannen! Sie liegt bei etwa 12.200 bis 12.300. Eine signifikante Bodenbildung wäre allerdings erst geschafft, wenn der DAX-Index die 12.600er Marke nimmt (gestrichelte Trendlinie).

Fazit mittelfristig: Wer mutig ist, steigt bei Überschreiten der 12.300 ein, wer sicher gehen will, erst über der 12.600er Marke.

Das Augenmerk darf aber nicht von der Unterseite weichen. Denn je nach Hiobsmeldungen kann in diesen schwankungsstarken Tagen schnell die Stimmung kippen.

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Nichts Neues: Langfristtrend vollkommen intakt, Konsolidierung maximal bis 11.000.

Der übergeordnete Langfristtrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals kann dem DAX-Index ein weiterer flacherer Trend zugeschrieben werden (Hellblauer Trend).

Und hier sehen Sie auch das vorhandene Abwärtspotenzial, sollte die angesprochene 11.900er Zone (obere rote Linie) nicht halten.

Ein Abgleiten bis auf die untere hellblaue Trendbegrenzung ist einzukalkulieren, falls der DAX die 11.900 nicht halten kann. Aktuell liegt sie bei etwa 11.000 Punkten. Dazwischen befindet sich noch eine gute Unterstützung im Bereich 11.400/500 Punkten (mittlere rote Linie).

Eine gelungene Wende eröffnet hingegen +1.000 Punkte Aufwärtspotenzial.

Abschließendes Fazit:

Der DAX-Index hat sich an der 11.900er Marke erstaunlich stabil gezeigt. Eine Wende bereits an dieser Marke kann durchaus gelingen. Dazu sollte der Index aber die 12.600 anlaufen.

Nach unten besteht ein maximales Risiko bis zur 11.000er Marke.

Eine lange Baisse kann zurzeit ausgeschlossen werden! Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, denn spätestens der hellblaue Trendkanal hat sehr gute Chancen, noch mindestens 1 Jahr lang befolgt zu werden. Wir sprechen hier lediglich von einer möglichen ausgedehnten Konsolidierung, die im Falle Ihres Eintreffens günstige Einstiegsmöglichkeiten schaffen kann.

Zum möglichen Handelskrieg habe ich hier an dieser Stelle wiederholt meine Meinung kundgetan. Sie wird in meinen Augen zu hochgespielt. Es gab schon immer Zölle auf ausländische Waren. Stimmen von Experten aus China beziffern die US-Strafzölle auf chinesische Waren als wenig konjunkturbeeinflussend. Die chinesische Wirtschaft wird weiter mit über 6% pro Jahr wachsen, Strafzoll hin oder her.

Eine ausgedehntere Konsolidierung ist natürlich nicht auszuschließen, aber spätestens an der 11.000er Marke sollte hier Schluss sein.

Für mutige DAX-Trader kann ein Überspringen der 12.300 Longpositionen interessant machen. Auf der sicheren Seite ist der DAX-Index erst beim Überspringen der 12.600er Marke.

Noch ist Raushalten nicht die schlechteste Idee, wenn sie nicht auf dem falschen Fuße erwischt werden wollen.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!