DAX: Das ist unausweichlich

Nach dem miesen Börsen-Monat November verläuft auch der Börsen-Monat Dezember bisher mehr schlecht als recht.

Mit einem Eröffnungs-GAP von über -150 Punkten hat der Nikolaus die DAX-Händler heute Morgen überrascht.

Gehen wir noch tiefer oder gelingt die Stabilisierung?

Dieser Frage gehe ich heute charttechnisch auf den Grund. Zunächst der Blick auf den kurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 061217 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Stabilisierungs-Trend am 1. Dezember zerstört

Anfang bis Mitte November vollzog der DAX-Index eine kurze und scharfe Korrektur.

Erst an der wichtigen Unterstützungs-Marke in der Region von 12.875 Punkten machte die Korrektur genau zur Monats-Mitte halt.

Anschließend gelang eine gewisse Stabilisierung mit der Entwicklung eines flachen Aufwärts-Trendkanal (blauer Trendkanal).

Innerhalb dieses Aufwärtstrends wurde die obere und auch die untere Grenze einige Male bestätigt (blaue Mulden).

Das sah ganz gut aus, bis der 1. Börsentag im Dezember die Hoffnung der DAX-Bullen jäh zerstörte (schwarzer Kreis).

Mit dem Bruch des Stabilisierungs-Trends wurde erneut die so wichtige Unterstützung in der Region um 12.850/75 Punkten getestet.

Bislang verlief der Test erfolgreich, doch sehr ermunternd ist der Kursverlauf nicht – zumindest noch nicht…

DAX läuft in 50:50-Entscheidung hinein

Denn es eröffnet sich durchaus eine gewisse Chance, dass die Stabilisierung doch noch gelingt.

Im Chartbild habe ich Ihnen die Dreiecks-Formation eingezeichnet, in die der DAX-Index gerade hineinläuft (rote Trendlinien).

Derartige charttechnische Formationen haben eines gemeinsam:

Je länger der Aufenthalt innerhalb dieser Formation, desto dynamischer wird der Ausbruch erfolgen.

Und es kommt aufgrund der spitz zulaufenden Trendlinien zwangsweise zu einer Entscheidung. Dabei ist allerdings anzumerken, dass dieser in beide Richtungen erfolgen kann.

Gelingt der Ausbruch nach oben, dann könnte der DAX-Index nach dem miesen November und bisher kargem Dezember das Jahresende doch noch einmal versöhnlich ausklingen lassen.

Zumindest die 13.250 Punkte dürften schnell angelaufen werden. Bei Überwindung dieses Niveaus sind sogar die Allzeithochs drin.

Bei einem Bruch an der Unterseite sieht die Lage düsterer aus: Die Ziele an der Unterseite sind dem kurzfristigen 1-Monats-Chatbild des DAX-Index allerdings nicht zu entnehmen.

Dazu blicken wir in den mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

DAX 061217 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Im mittelfristigen Chartbild erkennen Sie ganz schnell, warum die Sachlage bei einem Bruch an der Unterkante so ist.

Ich habe Ihnen bei etwa12.875/900 eine wichtige Unterstützungs-Linie eingezeichnet (grüne Horizontal-Linie).

Sie wird durch die 3-wöchige seitwärtsgerichtete Schiebezone aus Oktober und dem Zwischenhoch im Juni genährt und ist recht stabil.

Bruch nach unten führt zu 12.500

Wird sie allerdings unterboten, dann droht dem DAX-Index ein schneller Rutsch bis auf die blaue Trendlinie. Sie liegt aktuell bei etwa 12.500 Punkten.

Diese muss halten, ansonsten werden die Karten neu gemischt und die Hausse ist erst einmal vorbei.

Ziel oben: zunächst 13.500

An der Oberseite sehen Sie den Widerstand aus dem Kurzfrist-Chart bei 13.200 Punkten (orangefarbene Linie).

Wird sie überwunden, dann stünde das Allzeithoch bei über 13.500 Punkten auf dem Plan.

Doch das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, denn eine Überwindung des Allzeithochs ist infolge der Dynamik einer Jahresendrally durchaus möglich.

Bis wohin dies führen kann, sehen wir imlangfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 061217 10J 1

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Maximales und minimales Jahres-Endziel: oben 14.000, unten 12.500

Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der übergeordnete langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) völlig intakt.

Die obere Begrenzung stellt das Maximal-Ziel zum Jahresende dar und liegt am 31.12. bei knapp 14.000 Punkten.

Der grüne Trendkanal stellt den mittelfristigen Aufwärtstrend seit Mitte vergangenen Jahres dar.

Dieser recht steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde in den vergangenen Monaten mehrmals an der Ober- und Unterseite getestet.

Extrapoliert man ihn bis zum Jahresende, so ergeben sich Kursziele von 12.50014.000 Punkten für den Jahresschluss.

Das ist freilich eine sehr breite Spanne, die aber solange Bestand hat, wie der DAX-Index sich innerhalb des grünen Trendkanals aufhält.

Fazit

Noch unklare Tendenz. Eine Entscheidung erwarte ich Anfang Dezember. Achten Sie auf die 12.875/900er Marke! Sie sollte als Stopp-Marke für DAX-Trader verwendet werden.

Die Jahres-Endziele sind noch weit auseinanderliegend und liegen bei möglichen 14.000 Punkten an der Oberseite sowie bei 12.500 Punkten an der Unterseite.

6. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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