DAX: den Umständen entsprechend | Rohlöl auf Talfahrt

Starten wir gleich mit dem DAX. Unser Patient hat sich heute sehr wenig bewegt. Das könnte ein gutes Zeichen sein. Vielleicht warten die meisten Marktteilnehmer aber auch einfach clevererweise ab. Denn der Patient kann nach oben oder unten rollen. Die Richtung steckt aktuell in den Sternen. Kommt jetzt der große Crash durch die Anleihenblase und die steigenden Zinsen oder ist das gröbste Fieber schon vorbei und die Kurse sind auf dem Weg der Besserung?

DAX: Wochenchart mit Volumen auf Sicht von sieben Jahren

Sie haben richtig gelesen. Heute machen wir einmal etwas Verrücktes. Wir erinnern uns einfach daran, dass wir in dramatischen Zeiten den Blickwinkel ändern sollten. Also betrachten wir heute nicht den DAX auf Tagessicht oder im Stundenchart. Wir gehen eine Ebene höher. Der Wochenchart ist heute eingeladen uns Aufschluss darüber zu geben, wie wir die aktuelle Situation einordnen können.

Eines vorweg: Die SMA habe ich dabei durch eine EMA ausgetauscht. Sie sehen also den Exponential Moving Average – in unserem Fall 50 – also einen gewichteten Durchschnitt der letzten 50 Wochen. Dabei haben die aktuelleren Zahlen mehr Gewicht, als die Werte von vor mehreren Wochen. Unter dem Chart sehen Sie das gehandelte Volumen. Je größer der Balken ist, desto mehr wurde bewegt.

Der DAX läuft offensichtlich die meiste Zeit über der blauen EMA-50. Zwischenzeitlich geht es auch darunter, aber selten sonderlich lange. Wenn diese Durchschnittslinie allerdings geknackt wird, bleiben wir in den meisten Fällen erst einmal darunter. Nur Mitte 2014 ging es sofort wieder hoch. „Sofort“ – wir befinden uns im Wochenchart. Wir können uns also darauf einstellen, dass die Kurse vermutlich noch ein wenig unter den aktuellen 12.520 Punkten bleiben, dort verläuft derzeit die gewichtete 50-Wochenlinie.

Wir sehen auch, dass der DAX sich in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt hat. Doch das interessiert die meisten Anleger aktuell eher wenig. Vergessen sind die steigenden Kurse. Wir wollen wissen, ob wir sofort alles verkaufen sollen!

Achten Sie dazu einmal auf das Volumen. Wir haben letzte Woche derart viel Bewegung gehabt, wie schon sieben Jahre nicht mehr! Und es war übrigens immer noch die Hälfte vom Crash 2008 und 2009. Vergleichen wir also eine ähnliche Situation im Chart mit der aktuellen. Das war vom Volumen fast so viel, wie im August 2011. Damals fielen die Kurse von 7.200 Punkte auf 5.000. Drei Monate später wurde die EMA-50 nach oben durchkreuzt und ein halbes Jahr später standen wir wieder bei 7.200.

Von derartigen Verlust sind wir momentan noch relativ weit entfernt. Wir haben knapp 1.500 Punkte abgegeben und das auf deutlich höherem Niveau. Sollte es das mit dem Mini-Crash schon gewesen sein, werden wir wohl schon bald wieder über der blauen Linie notieren. Geht es allerdings noch einmal bergab und deutlich unter die 12.000 Punkte, wird es vermutlich einige Monate dauern, bis wir uns wieder Richtung 13.500 gekämpft haben.

Brent geht runter wie Öl

Tatsächlich schmiert Rohöl dem Hoch Ende Januar ab. Das waren die Kalauer zum Karneval. Zurück zur Analyse. Wenn wir die SMA-50 und SMA-200 in blau und grün anschauen, befinden wir uns im Niemandsland. Doch dreimal dürfen Sie raten, wo die Kurse jetzt in den meisten Fällen aufsetzen werden.

Richtig, die gepunktete Linie in Orange stellt die Tiefs von Mitte November und vom Dezember dar. Hier werden wir also gerade hingelenkt und dort entscheidet sich dann, wohin die Kurse fließen. Sollte es geopolitisch jetzt mit den Börsen bergab gehen, muss Brent diese Richtung nicht mitgehen. Als es 2011 – wie oben besprochen – im DAX turbulenter wurde, hat das Brent Crude nicht interessiert. Es ist durchaus möglich, dass die großen Indizes weiter fallen und Rohöl in seiner breiten Seitwärtsphase bleibt. Um die 61,20 US-Dollar pro Barrel sollte jetzt aber zuerst noch ein neuer Impuls kommen.

Mit den besten Grüßen

Michael Berkholz

Redaktion Michael Sturms Trading Strategien


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13. Februar 2018

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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