DAX: Die 12.000 Punkte werden fallen!

Wie weit geht es noch herunter? Wann geht es wieder bergauf? Der Jahreschart des DAX zeigt den kommenden Fahrplan und das Ende des Stillstands. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Was ist nur los mit dem DAX? So viel Bewegung ist doch nicht normal! Möchte man meinen. Allerdings haben uns die letzten 13 Monate ziemlich eingelullt. Was wir aktuell erleben ist an sich ganz normales Börsenverhalten, so wie es noch 2015 und 2016 stattfand.

Die 12.000 Punkte werden fallen

Schauen wir uns gemeinsam den folgenden Chart an. Der DAX auf Jahressicht. Wir sind bald wieder dort angekommen, wo wir vor einem Jahr waren.

Heute hat die 12.000er Marke noch einmal gehalten. Das wird in der kommenden Woche vermutlich nicht mehr der Fall sein. Es ist nämlich durchaus wahrscheinlich, dass wir an das Tief vom August letzten Jahres heranlaufen werden, bevor der DAX wird an Höhe gewinnt. Das bedeutet, wir werden die „11“ vorne stehen sehen. Kaum zu glauben, dass wir Anfang des Monats noch über 13.000 Punkte waren.

Aber so funktioniert die Börse normalerweise nun einmal. Nur, weil wir uns an das Tief in der Volatilität gewöhnt hatten, bedeutet das nicht, dass es ewig so weitergehen wird. Das haben uns die vergangenen Tage eindrucksvoll bewiesen.

Die US-Zinsen sind schuld

Es konnte nicht ewig so weitergehen. Denn jetzt ist Schluss mit lustig und auch mit den Niedrigzinsen. Zumindest in den USA. Steigende Zinsen bedeuten Inflation. Außerdem sank in den USA die Produktivität, obwohl steigende Zahlen erwartet wurden. Dafür erhöhten sich aber die Lohnkosten um doppelt so viel Prozentpunkte, wie es prognostiziert worden ist. Auch dieser Zusammenhang aus weniger Leistung und mehr Kosten bedeutet eines: Inflation.

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Vielleicht war es letztlich dieser Punkt, der zur Explosion an den Märkten führte. Im Nachhinein betrachtet, war dieser Mini-Crash deshalb so besonders, weil der Handel nie ausgesetzt wurde. Es ging stetig bergab, auch mit hohem Volumen. Dennoch musste keine Reißleine gezogen werden, um Schlimmeres zu verhindern. Das ist unter dem Strich ein überraschend stabiles Zeichen für die Märkte.

Wie geht es den restlichen Monat weiter?

Das weiß natürlich keiner so ganz genau. Als durchaus realistisches Szenario wird aber ein Schwanken zwischen 11.900 und 12.600 Punkte erwartet. Erst danach könnten die Kurse eine neue Richtung einnehmen. Gemeint ist damit natürlich wieder steigende Charts.

Schalten Sie auf jeden Fall gedanklich schnell wieder um. Die Volatilität ist wieder zurück und das ist auch gut so. Die Tagesschwankungen im DAX waren letztes Jahr extrem flach. Das können Sie auch perfekt im obigen Chart überprüfen. Jetzt ist passend zum Karneval wieder Musik im DAX und das ist auch gut so.

Das Ende des Stillstands?

Dazu noch eine kleine Geschichte aus der Schweiz. Die Credit Suisse hatte über sieben Jahre ein Produkt im NASDAQ angeboten, das auf niedrige Volatilität setzt. Der Wertanstieg war ungeheuerlich: Von Ende 2011 bis Anfang diesen Jahres verteuerte sich der Kurs um rund 3.000 Prozent! Dieser rutschte jetzt aber innerhalb von nicht einmal vier Wochen von 146 US-Dollar auf unter 6 US-Dollar. Der Verlust aller Investoren beträgt in weniger als einem Monat satte 3,2 Milliarden US-Dollar.

In 12 Tagen will die Credit Suisse dieses Produkt beenden und nicht weiter anbieten. Sehen wir es als Signal für ein Ende des Stillstands an der Börse.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.