DAX: Die Richtung für die nächsten Wochen

Wir befinden uns in einer Zeit, in der so einige Dinge, die Börsenkurse beeinflussen, unklar sind.

Im Telegrammstil aufgelistet:

  • Wahlen in Frankreich
  • Wahlen in Deutschland
  • Divergente Ausrichtung EZB und FED
  • Trump

Alles führt zu einem unklaren Punkt: Währungskrieg?

Ein Währungskrieg, der meines Erachtens bereits schon lange vorherrscht, erhält neuen Treibstoff durch die veränderte politische Lage in den USA.

Was ist eigentlich ein Währungskrieg?

Das ist im Grunde genommen ganz einfach auf den Punkt zu bringen:

Man versucht, die eigene Währung gegenüber den weltweiten Handels-Währungen möglichst schwach zu halten.

Warum? – Weil dann die eigenen Waren und Dienstleistungen für die Handels-Nationen günstiger zu erwerben sind und damit attraktiver werden.

Freilich gilt das nur für Exportnationen. Deutschland beispielsweise ist so eine Exportnation.

Die Automobil-Industrie, der Maschinenbau sowie die Technologie sind Deutschlands Wirtschafts-Säulen. Diese verzeichnen seit Jahren schon ein stetes Wachstum.

Mit ein Hauptfaktor: Der günstige Euro!

Dies versucht beispielsweise auch der Handelsriese China. China ist wie kaum eine andere Nation vom Export abhängig.

In jüngster Zeit haben Sie verstärkt versucht, ihre Währung Yuan gegenüber dem US-Dollar zu schwächen. Dafür sind bereits 20% der gesamten Währungs-Reserven aufgewendet worden!

Auch die Wahlen in Frankreich und Deutschland haben einen nicht unerheblichen Einfluss darauf.

Denn wenn man Frankreichs Nationale LePen hört, dann möchte sie aus dem Euro aussteigen. Das führt zwangsweise zu Währungs-Verschiebungen.

Deutschland mit einer starken DM müsste sich sehr warm anziehen, wenn die Produkte plötzlich viel teurer für die Handels-Partner werden.

Das würde in einen wirtschaftlichen Abschwung führen und eine Rezession in Deutschland auslösen.

Die Zinsen spielen eine weitere Rolle bei der Währungs-Findung:

Je tiefer, desto schwächer die Währung. Demnach spielen auch die EZB und die US-amerikanische Notenbank FED bei diesem Spiel mit.

Die EZB steckt aktuell noch in einer Tiefzins-Politik, während die FED bereits die Zinsen anhebt.

Das schmeckt aber widerum Donald Trump nicht; der streitet mit Janet Yellen, der Notenbank-Chefin. Denn er möchte natürlich eine möglichst schwache US-Währung gegenüber dem Euro und dem Yuan erreichen.

Sie merken schon:

Es resultiert daraus ein völlig unklares Bild in Sachen Währung und Zinsen – und damit auch für die Aktienmärkte. Und genau dieses unklare Bild sehen wir aktuell beim DAX.

Betrachten wir wie immer zunächst denkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 080217 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Rauf und wieder runter!

Die Welt schaut wie noch nie auf jede Äußerung des US-Präsidenten. Je nach Aussagen von Donald Trump zucken die Aktienmärkte mal hin und dann wieder her.

Getrieben von Unsicherheit über die Politik und Maßnahmen von Donald Trump reagiert auch der DAX-Index mit dem einen oder anderen Ausschlag.

So habe ich den im Chartbild erkennbaren Dreiecks-Verlauf (rote Trendlinie) auch „Trump-Tower“ getauft. Das ist keineswegs böse gemeint, trifft aber die aktuelle Lage genau.

Für den DAX-Index gilt kurzfristig:

Er befindet sich in einem Seitwärtsband (blaue Trendlinien), welches ihm aus kurzfristiger Sicht eine gute Unterstützungs-Möglichkeit bietet.

Sollte der DAX allerdings nach unten unter dieses Band fallen, dann müssen Sie mit weiteren Folge-Verlusten im DAX-Index rechnen.

Deshalb ist es für Sie wichtig, dass der DAX-Index dieses Niveau halten kann.

Wie sich das Abwärts-Potenzial definiert, falls es zu einem Durchbruch nach unten kommen sollte, können wir mit einem Blick auf das folgende 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index erkennen:

DAX 080217 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

11.000 oder 12.000, alles möglich!

Es bleibt zunächst einmal bei der Aussage von vergangener Woche:

Wir haben es aufgrund der recht langen Seitwärts-Phase im vergangen Jahr (rote Schiebezone) mit einem keilförmig zulaufenden Aufwärts-Trendkanal zu tun (blauer Trendkanal).

Wäre die Phase kürzer ausgefallen, dann würde die obere Linie parallel zur unteren Begrenzung des Aufwärtstrends verlaufen.

ieser keilförmige Trendkanal ist bereits mehrfach an Ober- und auch Unterseite bestätigt worden (schwarze Ellipsen) und gibt mittelfristig zunächst die Marschrichtung vor.

Innerhalb dieses Trendkanals ist der DAX-Index an der Oberseite erwartungsgemäß gescheitert.

Die eingesetzte Konsolidierung läuft bereits.

An der aktuellen Unterstützung, die sich aus der kurzfristigen Analytik ergibt (grüne Horizontale), bieten sich 2 Szenarien an (Ich habe sie mit hellblauen Pfeilen markiert.):

  1. Die Unterstützung hält und der DAX-Index läuft in Richtung 000 Punkte.
  2. Sie bricht und er konsolidiert auf die untere Begrenzung bei etwa 000 Punkten.

Sie sehen aber auch, dass eine Seitwärts-Phase durchaus in der Lage ist, die überkaufte Situation abzubauen.

Das bedeutet: Es muss nicht zwangsläufig zu einem weiteren Abrutschen des DAX-Index führen.

Wenn wir noch gut 4 – 6 Wochen seitwärts laufen, dann wäre die Konsolidierung vollständig ausgereift. Das reicht vollkommen aus, um eine neue Aufwärts-Welle zu starten.

Abschließend noch ein Blick auf den langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 080217 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Es bleibt dabei: Längerfristig alles im Lot!

Der langfristige 10-Jahres-Chart des DAX-Index bleibt unspektakulär.

Die Gefahr nach unten ist auf die untere Trendlinie des mittelfristige Aufwärts-Trendkanals begrenzt (grüner Trendkanal).

Sie liegt je nach zeitlichem Erreichen zwischen 10.500 und 10.750 Punkten.

Nach dem Abbau der aktuellen Überkauft-Situation, die im optimalen Fall auch durchaus wie erwähnt seitwärts erfolgen könnte, wäre schon in März/April das Allzeithoch von 12.400 Punkten drin.

Fazit: Unklare Situation gleich unklarer Aktienmarkt und deshalb unter Schwankungen seitwärts.

Das Szenario an den Aktienmärkten wird weltweit an erster Stelle nur durch eine Sache bestimmt. Donald Trump und seine völlig unvorhersehbare Politik.

Deshalb mein Rat: Den Markt auspendeln lassen!

Von der vorhandenen Liquidität und von der Ertragsseite her betrachtet könnten Aktien noch einmal bis zum Sommer Gas geben.

Die vielen Unwägbarkeiten lähmen aber den Aktienmarkt. Die Seitenlinie ist aktuell nicht der schlechteste Rat!

8. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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