DAX: Die Scheidungs-Papiere sind da. So geht es weiter…..

Stell Dir vor, der BrExit steht vor der Tür und keiner schaut hin, oder Trump twittert und keiner liest es mehr!

So könnte man die aktuell starke Lage am deutschen Aktienmarkt beschreiben, die mir gefällt.

Denn es ist durchaus einmal an der Zeit, das Europa zeigt, dass es auch eine gewisse innere Stärke hat.

Es ist Zeit, dass die EU sich nicht von all dem BrExit, ItalExit, GrExit, FrExit, NiederlExit oder irgendeinem anderen populistischen Gerede beeinflussen lässt.

Und die Europäische Union wird auch massiv unterschätzt, was die wirtschaftliche Lage angeht.

Konsum, Dienstleistung, Export und Produktivität sehen besser aus, als das zurzeit „gefühlt“ der Fall ist.

Ich habe in den vergangenen Wochen viele Experten studiert, die im asiatischen Raum tätig sind. Und das hat mich in meiner Meinung nur noch bestärkt.

Die Asiaten sehen die Sachlage nämlich völlig anders als wir eher „ängstlichen“ Europäer.

Viele asiatische Aktienmärkte haben sich völlig vom US-Einfluss gelöst und sich auf die eigene wirtschaftliche Stärke besonnen.

Das Ergebnis: Die Emerging Markets in Asien haben viele Aktienmärkte in 2017 outperformt.

Und die Asiaten sehen Europa deutlich vor den USA, was die Aktien-Performance der nächsten 9 Monate angeht.

Natürlich bestehen noch gewisse Unsicherheiten, wie die Wahlen und Frankreich und Deutschland sowie der letztendliche Ausgang der BrExit-Verhandlungen.

Aber diese Nebelschwaden werden sich im Laufe des Jahres lichten.

Wenn sich diese Meinung in Europa durchsetzt und auch die Asiaten nun Europa kaufen und USA eher abstoßen, gehe ich von Folgendem aus:

dass der DAX-Index nach einer gewissen Abkopplungs-Phase nicht nur sein Allzeithoch erreicht, sondern sogar bis 13.000 Punkte laufen kann.

Wie die Sachlage aktuell charttechnisch  aussieht, betrachten wir zunächst imkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 290317 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Starker Rebound an der Unterstützungs-Zone

Sie erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild des DAX-Index, wie er vor genau 1 Woche absackte. Dies geschah sogar mit einem Eröffnungs-GAP (Kurslücke, schwarze Ellipse).

In meiner Analyse vom vergangenen Mittwoch riet ich Ihnen dazu, die Unterstützungs-Zone zwischen 11.850 und 11.925 Punkten (roter schraffierter Bereich) genau zu beobachten.

Sie konnte tatsächlich den DAX-Abschwung bremsen und für eine Umkehr sorgen.

Der nachfolgende Sprung über die 11.925 mit erfolgreichem Test dieser Marke von oben kommend sorgte dann für einen weiteren Aufschwung aus kurzfristiger Perspektive.

Folgerichtig lief der DAX-Index dann in Richtung des vorherigen Zwischenhochs bei 12.125 und konnte dieses jetzt sogar toppen.

An der blauen Trendlinie besteht aus kurzfristiger Perspektive zunächst bei etwa 12.250 ein Widerstand. An diesem ist er heute angelangt und zurzeit erwartungsgemäß abgeprallt.

Für Sie von Bedeutung ist nun aus kurzfristiger Sicht, dass der DAX-Index nicht mehr auf seine Unterstützung aufsetzt (obere rote Horizontal-Linie).

Denn dann besteht die Gefahr, dass er diesmal nach unten durchbricht und eine längere Konsolidierung ins Haus steht.

Doch auch dies wäre letztendlich kein Beinbruch, was die Perspektiven für die nächsten Monate angeht.

Dies wird bei der Betrachtung des mittelfristigen 1-Jahres-Chartbildes des DAX-Index sichtbar:

DAX 290317 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

2017er Trend erst unterhalb von 11.500 Punkten gefährdet

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist zunächst der bestimmende Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) zu erkennen.

Innerhalb dieses Trends hangelt sich der Index aktuell an der oberen Begrenzung entlang. Dabei werden immer mal wieder Atempausen eingelegt, was sehr positiv zu werten ist.

Denn nur unter ständigen Rücksetzern kann eine Hausse länger Bestand haben, ohne dass sie sich überhitzt.

Das eröffnet Einstiegs-Möglichkeiten für Nachzügler und drängt schwache Hände aus dem Markt.

Ich habe Ihnen die horizontalen Unterstützungen eingezeichnet (grüne Linien). Sie liegen bei 11.900 und 11.500 Punkten.

Die Bedeutung der ersten Marke habe ich bereits in der Kurzfristanalyse angesprochen: Sollte der Index darunter sinken, dann würde sehr schnell auch die 11.500 erreicht werden.

Aber hier im mittelfristigen Chartbild sehen Sie nun, dass auch eine derartige Entwicklung keinesfalls den übergeordneten Aufwärtstrend zerstört.

Erst unterhalb der 11.500 gehen die Ampeln auf Rot.

Achten Sie auf diese Marke, falls der DAX-Index aus welchen Gründen auch immer wider Erwarten doch den Rückwärtsgang einlegen sollte!

Hält der Trendkanal, dann kommt auch das Allzeithoch

Dabei bleibt es. Wenn der DAX-Index innerhalb des Trendkanals konsolidiert, ihn also nicht nach unten verlässt, dann werden wir auch das Allzeithoch sehen.

Die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht, dass er dieses sogar toppen kann.

Mithilfe asiatischer Investoren, die US-Titel zugunsten europäischer Titel abbauen, könnte das durchaus gelingen.

Allerdings stellt so ein Allzeithoch in der Charttechnik stets ein größeres Hindernis dar.

Dies sehen wir deutlich im langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 290317 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Allzeithoch 12.400 bildet Kreuzwiderstand

Zunächst: Der langfristige 10-Jahres-Chart (blauer primärer Trend) vom DAX-Index bleibt voll intakt.

Innerhalb dieses übergeordneten Trends hat der Index einen erst auf den 2. Blick zu erkennenden inneren leicht steiler ansteigenden Trendkanal markiert (grüner Trendkanal).

Die Extrapolation dieses Trendkanals kreuzt das Allzeithoch in der Zeitschiene in den nächsten Wochen.

Das würde bedeuten, hier sollte der DAX-Index aus charttechnischer Sicht zunächst abprallen und neue Kraft tanken.

Eines bleibt klar:

Wird dieser Trend an einer der beiden Seiten überwunden oder gebrochen, dann geht es rasant auf die äußeren Begrenzungen des alles überlagernden langfristigen Hausse-Trendkanals zu.

Die Wahrscheinlichkeit nach oben ist dabei deutlich höher einzuschätzen als ein Durchbruch nach unten.

FAZIT

Das Allzeithoch sollte nur noch eine Frage der Zeit sein, solange sich der DAX-Index im Trendkanal bestätigt.

Wie es danach weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, ob und wann der Index Kraft genug gesammelt hat, dieses nach oben zu überspringen.

Durch die bekannte Trendkanal-Steigung ist auch im längerfristigen Chartbild selbst das Erreichen der 13.000er-Marke kein Problem, insofern immer wieder etwas Kraft getankt wird.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in 2017 neue Höchststände im DAX-Index markieren, bevor eine größere Korrektur kommt. Behalten Sie dennoch die 11.500er-Marke fest im Auge!

29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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