DAX: Die Spannung steigt

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Dem eher kurz- bis mittelfristig operierenden Betrachter bleibt ein wichtiges Detail im DAX verborgen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der DAX hat sich in den vergangenen Wochen prächtig entwickelt:

Vom Zwischentief bei 11.878 am 4. Oktober 2019 ging es bis auf 13.300 Zähler. Das sind 1.422 Punkte oder auch +12,0% innerhalb von gerade einmal 7 Wochen.

Dadurch hat sich der deutsche Leitindex in eine durchaus spannende Ausgangslage manövriert. Was manche Anleger nämlich möglicherweise gar nicht mehr auf dem Schirm haben, weil es schon so lange zurückliegt:

Der DAX war am Donnerstag vergangener Woche nur noch 296 Punkte bzw. +2,2% von seinem Allzeithoch entfernt. Das wurde am 23. Januar 2018 markiert, also vor knapp 22 Monaten.

Wir schauen daher heute einmal auf die aktuelle Chart-Konstellation, um die Chancen für ein neues historisches Rekordhoch auszuloten. Und darauf, welche Konsequenzen daraus zu ziehen wären.

Je historischer, desto Überblick

Wer einen besseren Überblick möchte, muss die Perspektive wechseln. Das können Sie sehr gut nachvollziehen, wenn Sie jemals einen Berggipfel erstiegen haben. Es gilt dabei: Je höher, desto Überblick.

Dieses Bild lässt sich prima auf die Finanzmärkte übertragen. Nur ist es hier die vierte Dimension, also die Zeit, die uns einen besseren Überblick beschert: Je weiter zurück die Kurshistorie reicht, umso klarer treten die vorhandenen langfristigen Trends zutage.

Die langfristigen Perspektiven für den DAX

Schauen wir also einmal gemeinsam auf einen DAX-Chart, der bis ins Jahr 1976 zurückreicht.

DAX seit 1976: Neue Hochs waren meist gleichbedeutend mit starken Rallyes

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Aus diesem Chart können Sie jede Menge Erkenntnisse ziehen:

  • Der deutsche Leitindex bewegt sich seit 1981 in einem intakten Aufwärtstrend. Um diesen nach unten zu verlassen, wäre schon ein DAX-Stand unter 7.500 Punkten erforderlich.
  • Sie sehen selbst, wie viel Raum nach oben noch innerhalb des eingezeichneten Trend-Kanals besteht: Das Potenzial im DAX reicht für die kommenden 5 Jahre locker bis 50.000 Zähler! Das wären Stand heute satte +280%!
  • Eine weitere Erkenntnis, die Sie aus diesem historischen Chart ziehen können, habe ich mit den blauen Linien kenntlich gemacht: Häufig dann, wenn es dem DAX gelang, einen teils mehrere Jahre zurückliegenden Hochpunkt zu überbieten, folgten anschließend spektakuläre Kursanstiege zwischen +63% und +159%.

Dabei lässt sich sagen: Je geringer die Fluktuation in der vorausgegangenen Konsolidierung, umso stärker die folgende Rallye.

  • Eine Besonderheit stellt die eingezeichnete orangefarbene Linie dar: Sie ist nicht nur ein 13 Jahre andauernder Widerstand, sondern zugleich die Oberseite eines ansteigenden Dreiecks.

Dieses Kursmuster hat in der Charttechnik einen positiven Prognose-Charakter: Dies wurde bereits durch einen Anstieg von bis dato +67% bestätigt.

  • Seit der im Januar 2018 aufgestellten Bestmarke hat der DAX nun erneut eine Konsolidierung absolviert. Gelingt dem Leitindex also demnächst der nachhaltige Ausbruch über 13.596 Punkte, dann …

… ja dann …

… könnte eine Rallye daraus erwachsen, der ich eine Größenordnung von gut +100% zutraue. Warum?

Nun: Das ergibt sich aus der Art der vorausgegangenen Fluktuationen im DAX: Je flacher die Konsolidierung nach einem Rekordhoch verläuft, umso kräftiger ist der sich anschließende Anstieg.

Sie können das gut vergleichen mit einer Spiralfeder: Je stärker Sie diese zusammendrücken, umso höher springt sie, sobald Sie diese loslassen!

Nachdem wir uns heute die langfristig durchaus beachtliche – mögliche – Perspektive erarbeitet haben, schauen wir morgen einmal weiter: Dann werden wir eruieren, wie hoch die Chancen einzuschätzen sind, dass dem DAX ein solcher Coup schon in Kürze gelingen könnte.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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