DAX: Die wichtigste Zahl in diesen Tagen…und Ihre Konsequenzen

Der DAX kämpft um eine ganz wichtige Marke. Welche das ist, und die Konsequenzen verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Deutsche Börse AG)

Das ist schwach, das ist stark!

Bzw. DAX ist schwach, Dax ist stark!

Die Zinsängste an den Aktienbörsen hatten sich erneut verstärkt, nachdem Donald Trump wieder getwittert hatte. Diesmal wollte er auch Strafzölle gegen Automobile einführen. Und punktum ging es an den Börsen wieder bergab. Das ist schwach!

Aber es gibt auch Lichtblicke! Denn der DAX-Index zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig an der wichtigen Unterstützungsmarke von 11.900 Punkten. Obwohl er zeitweise, vorwiegend nachbörslich und vorbörslich, sogar unter diese Marke rutschte, hat er sie jedes Mal zum Tagesschlussstand wieder erklommen.Das ist stark!

Offenbar gibt es reges Kaufinteresse, sobald der Index diese Marke sieht.

Aber es beinhaltet auch ein großes Risiko! Denn je öfter der DAX-Index die 11.900er Marke hält, desto schärfer wird die Reaktion ausfallen, sollte er sie tatsächlich einmal zum Tagesschluss reißen.

Starke Intraday-Reversals

Noch ist dies nicht geschehen und auch heute hat der DAX-Index dasselbe Kunststück vollbracht. Er startete schwach und unterhalb der 12.000er Marke, bevor er aktuell schon wieder die 12.200 erklimmt. Diese so genannten Intraday-Reversals sind charttechnisch sehr positiv zu werten.

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Das war wohl nix!

Nach dem Tiefpunkt am 09. Februar, der nachbörslich sogar unter der 11.900er Marke lag, konnte sich der DAX-Index sachte, aber stetig stabilisieren (blauer Trendkanal). In der vergangenen Woche hatte ich Sie auf die Beobachtung der 12.625er –Marke hingewiesen. Und genau hier hat der DAX-Index versagt!

Der Sprung über den Widerstand (obere grüne Linie) ist ihm nicht gelungen und er hat 3 Tage später dann den aufwärts gerichteten Trendkanal nach unten gerissen.

Das sorgte für einen erneuten Sell-Off (roter Pfeil) und der DAX-Index testete die 11.900er Marke ein weiteres Mal (untere grüne Linie).

Aber hier verhielt er sich erstaunlich stabil, wie bereits in der Einleitung beschrieben. Zurzeit knabbert er an der Zone um die 12.250 Punkte (+-), die durch verschiedene Clusterpunkte als Widerstand interpretiert werden kann.

Es bleibt beim Vorwochenfazit: Bitte beachten Sie die untere Grenze bei 11.900 Punkten. Sie ist immens wichtig für den weiteren Verlauf der nächsten Wochen. Wird sie zum Tagesschluss unterschritten, dann drohen weitere Kursverluste. Auf der anderen Seite: Gelingt der Sprung über die Clustermarke 12.250, dann ist zunächst einmal etwas Luft zum Atmen vorhanden. Aber erst bei einem Überwinden des Widerstands in der Region 12.625 Punkte kann von einer Entwarnung gesprochen werden.

Die Aussagen verdichten sich im mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX-Index:

Hexensabatt sorgt für turbulenten DAX!Der DAX explodiert vor dem Verfall und notiert sogar über der SMA-50. Doch dann geht es schnell wieder zurück. Chartanalyse im 15-Minuten-Chart zum Hexensabatt. › mehr lesen

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Entwarnung über 12.600 und Gefahr unter 11.900!

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index erkennen Sie den steilen Februar-Absturz des DAX-Index. Nach Bruch der 13.150er Marke gab es kein Halten mehr. Da wurde die 12.925er Marke direkt mitgerissen. Den Rest des Liedes kennen Sie.

Die 12.925er Marke (rote Linie) fungiert nun auch als erster großer Widerstand, wenn dem DAX der Sprung über die im Kurzfristchart besprochene 12.625er Marke gelingen sollte.

Aber der Blick richtet sich in diesen Tagen eher nach unten.

Die 11.900er Marke (grüne Linie) ist das A und O, auf welche Sie Ihren Blick fokussieren sollten. Sie sehen die beiden jeweils gut 2 Monate andauernden Bewegungsabläufe im vergangenen Jahr an dieser Marke. Mit den Bewegungen der vergangenen Tage ist bereits der dritte erfolgreiche Test dieser sehr wichtigen Marke gelungen. Ob sie ein viertes Mal hält, steht in den Sternen.

Nach unten durchsacken sollte er hier keinesfalls, ansonsten dürfte der Index in neue Abwärtsregionen durchgereicht werden.

Fazit mittelfristig: 11.900 hat gehalten…noch! 12.600er Marke muss geknackt werden, um Umkehrformation zu vollenden.

Bitte die 11.900 mit Argusaugen beachten. DAX-Trader sollten hier Ihre Stoppmarken einziehen.

Abschließend noch die Analysedes langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Langfristtrend vollkommen intakt!

Der übergeordnete Langfristtrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals beginnt der DAX-Index nun einen neuen flacheren Trend auszubilden (Grüner Trend).

Und hier sehen Sie auch das vorhandene Abwärtspotenzial, sollte die 11.900er Marke (rote Linie) nicht halten.

Ein Abgleiten bis auf die untere grüne Trendbegrenzung ist einzukalkulieren, falls der DAX die 11.900 nicht halten kann. Aktuell liegt sie bei etwa 11.250 Punkten. Das bedeutet ein Abwärtspotenzial von gut -650 Punkten.

Was hier aber auch ganz klar wird: Damit geht die Welt nicht unter! Denn der grüne Trendkanal könnte weiter befolgt werden und eine längere Baisse wäre absolut nicht. So wäre absolut nicht vorrangig.

FAZIT: 11.900 beachten. Abwärtsgrenze 11.250. Keine langanhaltende Baissegefahr. Nach oben muss die 12.600 geknackt werden, dann Entwarnung.

Tipp: Raushalten. Es sieht gar nicht so dramatisch aus, wie das gerne propagiert wird. Im weiteren Jahresverlauf durchaus Chancen auf neue Höchststände.


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!