DAX: Diese Kriterien entscheiden über Auf- und Abstieg

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Erfahren Sie jetzt, welche Termine und Regeln über die Anpassungen in der deutschen Indexlandschaft entscheiden. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Am Montag habe ich Ihnen hier im Schlussgong über die jüngsten Änderungen in der Zusammensetzung der wichtigsten deutschen Aktienindizes (DAX, MDax, SDax und TecDax) berichtet und gestern über das Ausscheiden des Traditionsunternehmens General Electric (GE) aus dem US-Index Dow Jones.

Heute erfahren Sie, wie angekündigt, welche Kriterien und Termine über die Index-Anpassungen entscheiden und welche Konsequenzen sich aus den Index-Anpassungen ergeben können.

Das sind die Auf- und Abstiegskriterien

Es gibt zwei Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsenumsatz (Wert der täglich gehandelten Stückzahlen der Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils vier Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen jetzt am Beispiel des DAX vorstellen:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 ist (falls ein solcher existiert) und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen zählt.

Fast-Exit:

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Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Diese Termine entscheiden über den Auf- und Abstieg

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle vier Regeln angewendet. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel werden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember angewendet.

Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem zum Beispiel im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen.

Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Mögliche Auswirkungen für die Auf- und Absteiger

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus. Ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus. Hier gibt es allerdings auch Ausnahmen.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen. Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Es ist aber weder pauschal so, dass sich die Aufsteiger in der Folge stets positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge immer negativ entwickeln. Oft verpufft die Reaktion relativ schnell. Daher sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Die Qualität des Unternehmens sollte immer Ihr wichtigstes Auswahl-Kriterium sein.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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