DAX & Dow Jones: Ist das die Trendwende?

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DAX & Dow Jones haben in den vergangenen Wochen mehr oder weniger deutlich korrigiert. Hier finden Sie eine aktuelle Standortbestimmung: (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Seit seinem Top am 20. Juni 2017 bei 12.951 hat der DAX 30 in der Spitze etwas mehr als 1.000 Punkte bzw. -7,9% eingebüßt.

Sein Pendant, der amerikanische Leitindex Dow Jones, entwickelte sich komplett anders:

Er startete vom Zwischentief am 29. Juli 2017 eine Aufwärts-Bewegung, die ihn am 8. August bis auf ein letzte Allzeithoch bei 22.179 Zählern  hievte.

Den Abschluss dieser Rallye bildete dabei eine Folge von 10 Handelstagen mit einem Plus.

Korrektur: Der eine mehr, der andere weniger

Auf diese Serie hatte ich am 8. August 2017 hier aufmerksam gemacht und damit zugleich ihr Ende punktgenau angekündigt:

„Wenn der Dow Jones nun in den kommenden Tagen eine Verschnaufpause einlegt, dann geschieht dies aus gutem Grund, wäre wohlverdient und obendrein auch noch gesund im Sinne des Aufwärtstrends!“

Seither ist auch der Dow Jones um -2,4% zurückgekommen und hat inzwischen fast den kompletten Anstieg aus der oben genannten 10-Tages-Gewinnserie kompensiert.

Zeit also für eine Standortbestimmung bei Dow Jones und DAX: Ist ein Ende der Korrekturen absehbar?

Was die Korrekturen der beiden Indizes angeht, hat der DAX mit dem Minus von -7,8% – vermutlich – das geringere Risiko als der Dow Jones mit seinen „erst“ -2,4%.

DAX: Haltepunkt 200-Tage-Linie

Schauen wir einmal auf den Chart mit den Tagelinien-Kanälen, den Sie bereits aus früheren Beiträgen kennen:

Dabei wird die 200-Tage-Durchschnittslinie so nach unten und oben verschoben, bis sich möglichst viele Berührungspunkte mit dem Kursverlauf ergeben.

Beginnen wir mit dem DAX:

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DAX: Haltepunkt 200-Tage-Linie

Der Chart macht Ihnen die Vorteile dieser Darstellung sichtbar:

Von Dezember 2016 bis zum Allzeithoch am 20. Juni 2017 pendelte der DAX zwischen den oberen Grenzen der 9%- und 13%-Kanäle auf und ab.

Dax30 – Weiterhin schwach aufgestellt…

Dax30 – Weiterhin schwach aufgestellt…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters „John Gossens Daily Dax.“ Täglich analysiere ich für Sie den Dax Index und einen Dax30 Einzeltitel. Unverändert schwach Anders kann man einfach… › mehr lesen

Ziehen Sie die jeweils ersten beiden Berührungspunkte (durch die roten und grünen Kreise markiert) zur Definition der Kanäle heran.

Dann ergaben sich ab Ende Februar diverse Ein- und Ausstiegs-Punkte, um von dieser Pendel-Bewegung zu profitieren.

Als Ende Juni 2017 dieser Pendel-Kanal nach unten verlassen wurde (blauer Kreis), war dies ein deutliches Verkaufs-Signal.

Erfreulich ist nun: Der DAX hat am 11. August 2017 mit seinem Tief von 11.934 nur 21 Punkte über der 200-Tage-Linie gestoppt und drehte anschließend wieder nach oben.

Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX seine Korrektur-Bewegung seit dem 20. Juni 2017 damit abgeschlossen hat.

Dow Jones: Haltepunkt 5%-Kanal

Schauen wir nun zum Vergleich auf den Dow Jones:

dow jones_22-08-2017

Dow Jones: Haltepunkt 5%-Kanal

Eines fällt in diesem Chart sofort auf: Die Schwankungen des US-Leitindex haben eine deutlich geringere Intensität. Auch hier gibt es eine Pendel-Bewegung seit November 2016.

Allerdings verlief diese wesentlich diffuser als im DAX: Hier gibt es gleich 3 Kanäle auf der Oberseite, zwischen denen sich der Dow Jones auf und ab bewegt (5%, 7%, 9%).

Klarere Konturen zeigen sich eigentlich erst seit April 2017. Wie schon der DAX vor ihm, hat auch der Dow Jones soeben einen wichtigen Tiefpunkt markiert:

Der Index stoppte gestern 36 Punkte über dem 5%-Kanal. Vom letzten Haltepunkt auf dieser Kanalgrenze aus startete der Leitindex im Mai eine feine Rallye.

Fazit

Eines ist unübersehbar: Der DAX ist signifikant schwankungsintensiver als sein US-Pendant. Was beide indes verbindet:

  • Der DAX hat vor gut einer Woche kurz vor der 200-Tage-Linie wieder nach oben gedreht.
  • Der Dow Jones vollzog dies eine Etage höher, an der um 5% nach oben verschobenen 200-Tage-Linie.

Dieser Fakt erhöht für beide Leitindizes die Wahrscheinlichkeit, dass die Korrekturen weitgehend abgeschlossen sind.

Morgen schaue ich für Sie auf einen Vergleichschart zwischen DAX und Dow Jones: Dann werden wir sehen, welcher Index jetzt die besseren Chancen bietet.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.