DAX: Ein Schreckgespenst geht um

Seit der vergangenen Woche hat sich nicht viel getan in Sachen DAX-Bewegung. Unter mäßigen Umsätzen und vergleichsweise geringen Schwankungen ging es seitwärts.

Die Börsianer schauen heute über den großen Teich nach Donald Trump. Er hält heute seine erste Pressekonferenz seit 5 Monaten.

Was wird er von seinen vielen Wahl-Aussagen umsetzen und v. a.: wie? Davon wird es auch abhängen, ob die „Trump-Rally“ in den USA Bestand hat.

Versprochen wurden massive Steuer-Senkungen und Konjunktur-Programme sowie protektionistische Maßnahmen gegen ausländische Firmen, die der US-Dollar und viele US-Aktiengesellschaften bereits durch hohe Aufschläge einarbeiteten.

Wenn jetzt in der einen oder anderen Sache zurückgerudert wird, dann wird der US-Aktienmarkt dies mit einer Korrektur quittieren.

Diese „Trump-Unsicherheit“ schlägt sich in verhaltenen Kursbewegungen auch beim DAX-Index nieder.

Niemand weiß genau, was sich tatsächlich verändert und welche Auswirkungen dies auf die jeweiligen Unternehmen hat. Donald Trump hat die Börsen-Landschaft definitiv gespalten!

Die angekündigten massiven Veränderungen kommen der Old Economy in den USA zugute, während multinationale High-Tech-Konzerne davon eher negativ betroffen sind.

Ich denke, wir müssen einfach einmal 3 – 4 Wochen abwarten und zuschauen. Bezogen auf unseren heimischen DAX-Index ist dies auch nicht die falscheste Taktik.

Denn er hat mit seiner Weihnachts-Rally ein überkauftes Niveau erreicht und obere Begrenzungen von Trendkanälen angelaufen.

Da ist charttechnisch eine Korrektur oder Seitwärts-Korrektur nichts anderes als gesund!

Wie sich die charttechnische Situation aktuell darstellt, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und werfen einen Blick auf den 1-Monats-Chart des DAX-Index:

dax-110117-1m

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Korrekturfahne nach Rally!

Nachdem der DAX-Index nach der steilen „Weihnachts-Rally“ zunächst eine „Weihnachts-Pause“ eingelegt hatte, startete er am 1. Handelstag des Jahres mit einem Sprung über die Seitwärts-Zone (grüne Linien, schraffierte Zone).

Diese Zone, bis runter auf 11.400, fungiert nun als kurzfristige Unterstützung.

Aktuell bildet der DAX-Index eine Art „Korrekturfahne“ aus (rote Trendlinien). Sie konsolidiert den starken Jahresanfang.

Wird sie an der Oberseite verlassen, dürfen Sie mit weiteren Kurs-Steigerungen rechnen. Beim Bruch der Unterseite taucht er schnell in die ehemalige Seitwärts-Zone zwischen 11.400 und 11.475 Punkten ein.

Wichtig aus kurzfristiger Sichtweise ist, dass der DAX-Index nicht unter diese 11.400er-Marke fällt.

Warum? Das sehen Sie im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

dax-110117-1j

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

DAX-Index im mittelfristigen Aufwärtstrend, aber kurzfristig korrekturanfällig!

Nach der kurzen und sehrt steilen „Weihnachts-Rally“ von Anfang Dezember ist der DAX-Index an die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärts-Trendkanals angestoßen (dunkelblauer Trendkanal).

Wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt, besteht dort Konsolidierungs-Bedarf, um die kurzfristig überkaufte Situation abzubauen.

Ich habe Ihnen im Chart die kurzfristige Unterstützungs-Zone bei 11.40011.475 Punkten eingezeichnet (rote Trendlinien).

Sie erkennen in diesem mittelfristigen Chartbild aber sofort, dass diese Unterstützung nicht unbedingt von sehr fester Natur ist.

Unter 11.400 Korrektur-Potenzial bis 10.800

Hält die rote Kurzfrist-Unterstützung bei 11.400 nicht, dann kann es sehr schnell in Richtung 10.800 (obere grüne Horizontale) gehen.

Denn zwischen diesen beiden Marken liegen keine weiteren wesentlichen Unterstützungs-Merkmale.

Sie erkennen das am DAX-Index von Anfang Dezember, wo er die 600 Punkte in einem Strich nach oben übersprang.

Im Chartbild hat der DAX-Index eine gute feste Unterstützung bei 10.800 Punkten (obere rote Horizontale).

Darunter sollte er nicht fallen, ansonsten stünde direkt ein unmittelbarer Test des neuen Aufwärts-Trendkanals an.

Abschließend ein Blick auf den langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

dax-110117-10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Makro-charttechnisch Aufwärts – mikro-charttechnisch Korrektur!

So könnte man die aktuell divergente Lage im DAX bezeichnen. Bei einem Blick in den Langfrist-Chart wird dies schnell klar.

Im langfristigen 10-Jahres-Chartbild des DAX-Index ist gut erkennbar, wie er den seit März 2015 fast 20 Monate andauernden Abwärts-Trendkanal (roter Trendkanal) überwunden und einen neuen mittelfristigen Aufwärts-Trendkanal ausgebildet hat (grüner Trendkanal).

Dieser ist vollkommen intakt und sollte für ein gutes Börsenjahr 2017 sorgen.

Aber hier ist er aktuell an die obere Begrenzung angestoßen, wie das auch schon in der mittelfristigen Analyse erschlossen wurde.

Eine weitere gesunde Aufwärts-Hausse mit Bestand und ohne Blasen-Bildung wäre innerhalb dieses Trendkanals möglich.

Nach dem Abbau der aktuellen Überkauft-Situation, die im optimalen Fall auch durchaus seitwärts erfolgen könnte, wäre schon in März/April das Allzeithoch von 12.400 Punkten (2. schwarzer Kreis) drin.

Fazit: Kurzfristig Korrektur und mittelfristig Allzeithoch

Ein guter Einstiegs-Punkt könnte die Zone von 10.800 – 11.100 Punkten sein, insofern die Konsolidierung einsetzt.

Denn Donald Trump ist bekanntlich für jede Überraschung gut. Auch eine weitere Übertreibung nach oben hat eine gewisse, wenn auch geringe, Restwahrscheinlichkeit.

Mein Rat: vorerst Abwarten und beobachten!

11. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Michael Sturm. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt