DAX: Eine kleine Serie zum Geburtstag

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Anlässlich des 32. Geburtstags des deutschen Leitindex DAX starte ich heute eine kleine DAX-Serie. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Hätten Sie es gewusst? Der wichtigste deutsche Aktienindex, der DAX, feiert heute seinen 32. Geburtstag. Der rechnerische Start war zwar schon am 30. Dezember 1987 mit glatt 1.000 Punkten, doch regelmäßig gemessen und veröffentlicht wird der DAX erst seit dem 1. Juli 1988.

Eine ganze Anleger-Generation ist in Deutschland mit dem DAX aufgewachsen. Doch leider ist die Gruppe der Aktionäre in unserem Land erschreckend klein. Das bedeutet zum einen, dass die Aktien der größten deutschen Unternehmen zu weiten Teilen ausländischen Investoren gehören.

Zum anderen bedeutet das aber auch, und das ist die negative Nachricht, dass das Gros der Deutschen die schönen Kursgewinne seit der DAX-Gründung verpasst haben.

Seit der Gründung hat der DAX im Jahresdurchschnitt (inklusive Dividenden) rund 8% Gewinn abgeworfen.

In den USA, wo bereits vor über 100 Jahren die ersten Aktien-Indizes berechnet wurden, können wir sehen, dass Aktien auch über sehr lange Zeiträume rund 8% Gewinn pro Jahr abwerfen. So ist der Dow Jones seit der Gründung von gut 30 auf beinahe 26.000 Punkte gestiegen.

Trotz der vielen Krisen und Crash-Phasen ist der DAX von 1.000 auf über 12.000 Punkte gestiegen. Aber wohin geht die Reise in den nächsten Jahren? Eine verblüffend einfache Antwort ist von der Börsenlegende Andre Kostolany überliefert. Seine ewig gültige DAX-Prognose lautete: Er wird steigen.

3 Gründe, warum der DAX weiter steigen wird

Die Antwort von Kostolany klingt trivial, aber die Mehrheit der Deutschen würde den wahren Kern dieser Aussage nicht erkennen. Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren einen Satz gehört: Alles was steigt, fällt auch wieder.

Diese Aussage ist nicht korrekt. Das zeigen die Kursentwicklungen des DAX oder auch des Dow Jones. Es gibt mehrere Gründe, warum der DAX in den nächsten Jahren mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit weit in den fünfstelligen Bereich klettern wird:

1) Die Inflation treibt die Börsenkurse

Papierwährungen neigen zur Schwäche. Das galt für die D-Mark und das gilt auch für den Euro. Pro Jahr müssen Sie mit einer gewissen Geldentwertung rechnen. Zur Inflation gehört auch, dass die Unternehmen die Preise erhöhen.

Bei einer konstanten Gewinnmarge steigen die Gewinne und als Reaktion auch die Aktienkurse. Einen gewissen Kursgewinn pro Jahr können Sie also als automatischen Inflationsausgleich verbuchen.

2) Der DAX ist ein Performanceindex

Der DAX misst nicht nur die Kursentwicklung der 30 Index-Unternehmen, sondern auch die ausgeschütteten Dividenden. Details dazu folgen im nächsten Teil dieser Serie.

3) Schwache Unternehmen werden aussortiert

Ein Index zeigt immer an, welche Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich waren. Wer schwächelt, wird zum Absteiger. Die Auf- und Abstiegsregeln sorgen dafür, dass regelmäßig Ballast abgeworfen wird.

Demnächst wird auch das skandalträchtige Unternehmen Wirecard, das dem DAX kurz vor seinem 32. Geburtstag einen traurigen Höhepunkt beschert hat und als erstes Unternehmen in der DAX-Geschichte einen Insolvenzantrag gestellt hat, aus dem Leitindex fliegen.

Wenn Sie die 3 Faktoren, die ich Ihnen gerade geschildert habe, berücksichtigen, sollten Sie zu dem gleichen Ergebnis wie Kostolany kommen: Der DAX wird steigen. Nicht unbedingt kurzfristig, wohl aber über einen längeren Zeitraum.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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