DAX: Einmal Tiefststand und zurück

Die vergangene Dax-Woche stand ganz im Zeichen des VW-Skandals. Dennoch gelang dem Leitindex ein versöhnlicher Wochenausklang. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Auch der Wochenausklang stand ganz im Zeichen des VW-Skandals:

Am Donnerstag rauschte der DAX auf seinen tiefsten Schlusskurs im laufenden Jahr (9.427 Punkte).

Ironischerweise schaffte an diesem Tag ausgerechnet die VW-Aktie als einziger DAX-Wert ein kleines Tagesplus von 0,6%.

Allerdings hatte das Papier an den vorangegangenen Handelstagen seinen Wert nahezu halbiert.

Insofern nutzten einige Schnäppchenjäger die Chance zum günstigen Einstieg.

Auch BMW unter Beschuss

Dass es dennoch insgesamt abwärts ging, lag an BMW. Medienberichten zufolge hatten auch BMW-Fahrzeuge bei Tests zulässige Abgaswerte überschritten. Die Münchener wiesen jedoch jegliche Manipulations-Vorwürfe zurück.

Kritiker monieren schon lang, dass gerade in Europa die Testverfahren wenig mit den realen Bedingungen im Straßenverkehr zu tun haben und es den Automobil-Herstellern leicht gemacht wird, offizielle Werte aufzuhübschen.

Die BMW-Aktie rauschte am Donnerstag in den Keller und verlor zeitweise rund 9%. Auch Konkurrent Daimler und Zulieferer Continental schlossen tiefrot.

Erholungskurs am Freitag

Ein umgekehrtes Bild zeigte sich am Freitag: Hier konnten sich die Automobil-Werte etwas erholen – Volkswagen allerdings geriet erneut unter die Räder…

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Während Continental, BMW und Daimler mit Aufschlägen zwischen 4,4 und 3,5% zu den stärksten DAX-Titeln gehörten, markierte die Volkswagen-Vorzugsaktie mit einem Minus von 4,3% das Schlusslicht im Leitindex.

Daneben schloss allein RWE in der Verlustzone; Die Aktie verbilligte sich um 1,1%. Mit einem Plus von 1,1% war Konkurrent E.ON der drittschwächste Wert in einem insgesamt starken Umfeld.

Die DAX-Spitze erklomm Infineon mit einem Aufschlag von 4,6%, gefolgt von der Deutschen Telekom, deren Aktie um 4,4% vorrückte.

Unterm Strich legte der DAX um 2,8% zu auf 9.688 Zähler. Auf Wochensicht hat der Leitindex allerdings 2,3% verloren, was in erster Linie dem VW-Debakel geschuldet war.

Abgas-Affäre noch lange nicht vorbei

Es zeichnet sich bereits ab, dass uns die Abgas-Affäre noch eine Weile begleiten wird; In diversen Staaten haben die Behörden Untersuchungen eingeleitet.

Nicht nur Fahrzeuge von VW stehen nun unter besonderer Beobachtung, auch die Konkurrenz wird genau unter die Lupe genommen.

Für die Wolfsburger allerdings dürfte das Ganze noch richtig teuer werden:

Neben den drohenden milliardenschweren Strafzahlungen an US-Behörden rollen auch Sammelklage-Wellen von Kunden auf den Konzern zu, die gerade in den USA häufig horrende Zahlungen nach sich ziehen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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