DAX: Ende Juli bei 12.626 Punkten?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie uns die Vergangenheit eine Art Blaupause für die Zukunft anbietet! Das meint Experte Andreas Sommer damit: (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der 8. März 2017 war für mich ein Tag mit einem ganz besonderen Highlight:

An jenem Tag installierte ich das neueste Update meiner Chart-Software (TaiPan 17.0 aus dem Hause Lenz+Partner).

Die Aktualisierung enthielt nämlich ein völlig neues Modul, auf das ich seit der Vorankündigung schon sehr gespannt war:

Mit dieser zusätzlich integrierten Funktion lassen sich nämlich Kursverläufe mehrerer Jahre zu einem einzigen Saisonal-Chart „verdichten“.

Fast so wie immer tolles Urlaubswetter

Das ist in etwa so, als könnten Sie sich die Durchschnitts-Temperatur Ihres Urlaubsortes über die zurückliegenden 5, 10, 20 oder 40 Jahre hinweg in einer einzigen Verlaufskurve über die 12 Kalendermonate anzeigen lassen.

Wenn Sie wüssten, wann an Ihrem Urlaubsort – wettertechnisch – die schönste Zeit des Jahres herrscht, könnten Sie Ihre Ferien ganz exakt darauf ausrichten.

Damit erhöhten Sie letztlich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen unvergesslichen Urlaub erleben.

Höhere Erfolgs-Chance dank Saisonal-Verlauf

An der Börse steigern Sie Ihre Erfolgs-Chance mit dem Saisonal-Chart:

Wenn Sie sich anzeigen lassen können, wie beispielsweise der DAX 30, aufgrund seiner Entwicklung in den vergangenen 4 Dekaden, im Verlauf eines Jahres „tickt“, dann kann das für Sie überaus wertvoll sein!

So können Sie z. B. Börsen-Phasen erkennen, in denen Sie vielleicht besser nicht oder unbedingt investiert sein sollten:

Es ist, als wüssten Sie im Voraus, dass der DAX 30 Ende Juni eher zur Schwäche neigt und im Juli gerne mal zu einer Rallye tendiert.

Das schreibe ich natürlich nicht ohne Grund, wie Sie gleich sehen werden.

Wie zu erwarten war: Schwacher DAX Ende Juni

Und nun können Sie sicher auch nachvollziehen, warum ich so fasziniert bin, seit ich mit diesem Saisonal-Modul arbeite:

Es ist immer wieder erstaunlich, wie häufig sich die Märkte an den Saisonalitäten aus der Vergangenheit orientieren.

Als ich zuletzt am 7. Juni für Sie den DAX mit seinem, die letzten 40 Jahre abbildenden 12-Monats-Verlauf verglichen hatte, schrieb ich Ihnen:

„Rutscht der DAX in der 4. Juniwoche wieder ab?

Auffällig war im letzten Jahr die rote Phase:

Der Saisonal-Chart zeigt für die 4. Juniwoche (ab dem 22.) eine leichte Abwärts-Bewegung an.

Der kurze, aber heftige Ausschlag im Vorjahr war von der überraschenden Brexit-Entscheidung verursacht worden.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob wir in 2 Wochen erneut einen Knick im DAX erleben werden.“

Faszinierend!

Und nun schauen Sie mal, was in diesem Jahr in der letzten Juniwoche (rechter blauer Pfeil) geschehen ist:

dax und saisonal-dax_11-07-2017

DAX 30 und der über 40 Jahre komprimierte Saisonal-DAX

Am 22. Juni notierte der deutsche Leitindex noch bei 12.794 Punkten. 8 Tage später endete die Talfahrt bei 12.325 Zählern – ein Minus von -469 Punkten bzw. -3,66%.

Das ist doch faszinierend, nicht wahr!?

Einzige Unterschiede: Im Saisonal-Verlauf dauert die Schwäche-Phase meist nur 2 – 3 Handelstage an.

Und die Abschwünge in der letzten Juniwoche in den Jahren 2016 und 2017 fielen deutlich heftiger aus als im Mittel der vergangenen 40 Jahre.

DAX: Ende Juli bei 12.626 Punkten?

Schauen wir daher einmal, was uns in den kommenden Wochen erwarten könnte:

Der Saisonal-Chart sagt uns für die Zeit bis Ende dieses Monats eine kleine Rallye voraus (pinkfarbener Kreis):

Bis zum 31. Juli hat der DAX im Durchschnitt der letzten 4 Dekaden vom vorhergehenden Zwischentief aus exakt +2,45% zugelegt.

Wenn Sie diesen Zuwachs auf das jüngste Tief bei 12.325 aufsatteln, dann würde der DAX den Juli bei exakt 12.626 Punkten beschließen.

Natürlich wird es wohl nicht zu einer solchen „Punktlandung“ kommen. Das ist aber auch nicht wichtig:

Entscheidend ist vielmehr, dass Sie aufgrund des Saisonal-Verlaufs für die verbleibenden 3 Juliwochen einen aufwärts tendierenden DAX erwarten dürfen.

Da der DAX im Jahr 2017 eher zu größeren Ausschlägen tendiert, besteht mithin eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es letztlich auch ein paar „Pünktchen“ mehr werden.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.