DAX: Entscheidung in 48 Stunden

So richtig konsolidieren möchte der DAX-Index nicht. Zwar gab es seit etwa Mitte März eine eher seitwärts gerichtete Bewegung, doch diese ist nicht mit dem Titel „echte Konsolidierung“ zu bezeichnen. „Volatil seitwärts“ trifft es da schon eher. Interessant sind die Tagesschwankungen, die deutlich über dem historischen Durchschnitt der täglichen Bandbreiten liegen.

Denn sobald sich der DAX-Index anschickt einmal tiefer zu gehen, stehen sofort wieder Käufer auf der Matte und treiben die Kurse nach oben. Damit wird jeder Korrekturversuch schon im Ansatz zunichte gemacht.

Unterdessen gibt es viele Investoren und Experten, welche eine richtige Korrektur geradezu herbeisehnen, um in den Markt einsteigen zu können. Doch sie will nicht kommen.

Der DAX profitiert weiter vom tiefen Zinsniveau und günstigen Währungsgefüge

Die treibenden Kräfte für die Hausse am deutschen Aktienmarkt liegen klar auf der Hand. Die Alternativlosigkeit von Kapitalanlagen durch das historisch niedrige Zinsniveau ist ein schwerwiegendes Argument für die Aktie. Die Dividendentitel zahlen Ihnen einfach eine Rendite, die Sie zurzeit schwer in anderen Bereichen der Kapitalanlage finden werden.

Aber es hat sich noch ein zweites wichtiges Argument für die deutsche Aktie hinzugesellt: Der schwache Euro im Vergleich zum Dollar. Grund: Für Investoren aus dem Dollarraum ist die Aktie im Euroraum durch den starken USD fast 20% günstiger zu haben als noch vor 1 Jahr.

Die Deutsche Exportindustrie profitiert durch günstigere Export-Erzeugnisse immens von der schwachen Euro-Währung. Da liegt es nahe, dass ein Investor aus dem Dollarraum aufgrund der 2 schlagenden Argumente ein Investment in DAX-Titel favorisiert.

Wie sich die Lage aktuell charttechnisch darstellt, analysieren wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 1504 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristige Dreieckszone, Entscheidung binnen 2 Tagen

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild die Dreieckszone, in die der DAX-Index aktuell hineinläuft (schwarz schraffierter Bereich). Die Charttechnik lehrt, dass ein spitz zulaufendes Dreieck beim Bruch der Kanten von einem gewissen Nachfolgepotenzial mit erhöhter Dynamik geprägt ist. Die Entscheidung fällt ganz kurzfristig innerhalb der nächsten 2 Tage.

Bruch oben, Allzeithoch

Wird die obere Begrenzung überschritten (rote Trendlinie), steht ganz klar das Allzeithoch auf dem Plan. Kurse von 12.400 Punkten wären schnell erreicht. Bei einem Überschreiten des alten Allzeithochs stünde einem neuen Hausseschub in Richtung 12.700 nichts im Weg.

Bruch unten, 12.100, nachfolgend 11.800

Geschieht der Bruch an der Unterseite (blaue Trendlinie), sollte der DAX-Index schnell in die Unterstützungszone zurückfallen (grüner Bereich). Sie liegt mit 12.100 bis 12.175 Punkten aber nur 2% unterhalb des aktuellen Indexstandes. Wird die Zone allerdings unterschritten, dann wäre erst bei 11.800 Punkten eine ernstzunehmende Unterstützung auszumachen.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index:

DAX 1504 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Mittelfristiger Aufwärtstrend noch intakt

Seit dem Tiefpunkt am 16. Oktober 2014 marschiert der DAX-Index nach oben. Neben der bis Januar ausgeprägten Trend-Unterstützungslinie (grüne Trendlinie) hat der deutsche Aktienindex seit Mitte Januar einen steileren Aufwärtstrendkanal etabliert (blauer Trendkanal).

Die Gründe sind bekannt, es war die Bekanntgabe der massiven Liquiditätsspritzen der EZB. Innerhalb dieses steilen Trendkanals testet der Index zurzeit die Unterkante.

Je nach Ausgang des Trend-Tests gibt es 3 Szenarien

  1. Erfolgreicher Test, neue Allzeithochs

Gelingt dem DAX-Index, die Trendlinie zu halten und nach oben zu laufen, dann stünden neue Allzeithochs auf dem Plan. Nach aktueller Projektion sind dann sogar 13.000 Indexpunkte drin. Voraussetzung ist aber, dass das am 13. April markierte Allzeithoch nicht doch noch zum Stolperstein wird und der DAX hier wieder nach unten abdreht. Deshalb sollten Sie erst mit Übersteigen dieser Marke long gehen.

  1. Trendlinie hält nicht, Ziel 11.750

Gelingt der Test nicht und der DAX-Index bricht durch die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals durch (aktuell bei etwa 12.100 Punkten), dann ist dieser als beendet anzusehen. Die nächste Unterstützung in der Korrektur liegt bei 11.750 Punkten (obere punktierte grüne Horizontale). Diese aus März dieses Jahres gebildete Marke bietet dem DAX-Index durchaus Chancen, eine Wende einzuleiten. Hält sie nicht, müssen Sie mit dem Korrekturszenario 3. rechnen

  1. „Echtes“ Korrekturszenario, Ziel Kreuzunterstützung 11.000

Ein Absinken der Indexstände unter die genannte obere grüne Marke hätte ein Potenzial bis runter auf 11.000 Punkte. Erst dort liegt die nächste ernstzunehmende Unterstützung (untere punktierte grüne Horizontale). An diesem Punkt kreuzt sie sich etwa Ende April mit der Trendunterstützung des seit Oktober 2014 ausgebildeten Aufwärtstrends. Sich kreuzende Unterstützungen verstärken sich. Das bedeutet, die 11.000 ist eine verhältnismäßig stabile Unterstützung.

MACD zurzeit „Neutral“

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Die Aussage von diesem Indikator ist mit „neutral, beides ist möglich“ zu werten. Das passt auch in das aktuell noch unklare DAX-Bild.

Fazit:

Achten Sie ganz kurzfristig auf die Dreiecksauflösung in den nächsten 2 Tagen. Die sich daraus im Anschluss ergebenden wichtigen DAX-Marken liegen oben beim Allzeithoch bei etwa 12.400 und unten bei 11.750 Punkten.

An den letztgenannten beiden Marken ist beim Durchbruch die entsprechende Konsequenz zu ziehen. Das bedeutet, über 12.400 long gehen mit Ziel 12.750-13.000 Punkte. Und unter 11.750 Punkten short gehen mit Ziel 11.000 Punkte.

Ich gebe aufgrund der tiefen Zinsen, der EZB-Anleihekäufe und eines weiter schwachen Euro gegenüber dem Dollar einem Ausbruch an der Oberkante die deutlich größeren Chancen!

Demnach sollten Sie sich beim Durchbruch der genannten Marken positionieren.

15. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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