DAX erfüllt wichtige Crashziele! Startet schon nächste Woche die Aufholjagd?

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Die Spannung ist zurück! Börsen leben wir und viele Anleger sind plötzlich überfordert. Wir zeigen Ihnen die nächsten Ziele und wichtige Chartmarken. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Was war das für eine Woche! Endlich gab es an den Börsen einmal wieder richtig viel Action. Die meisten wird es aber wohl auf dem falschen Fuß erwischt haben. Immerhin ist uns jetzt allen klar, dass es nicht ruhig weitergehen kann. Die letzten zwei Jahren nämlich extrem lethargisch. Das ist eigentlich nicht Börse. Börse ist, was gestern und heute passiert ist. Viel Bewegung, viel Action und am Ende ein kleiner Kursunterschied zum Vortag.

DAX erfüllt Crashziele

Das klingt vielleicht bedrohlicher, als es gedacht ist. Es geht hierbei schlicht darum, dass wir einen Crash unter bestimmten Bedingungen beendet haben. Diese Ziele hat der DAX diese Woche bravourös abgehakt. Er ist deutlich gefallen. Hat auf alten Widerstandslinien kehrt gemacht. Dazu hat er die Schulter-Kopf-Schulter-Formation bestätigt, nachdem er unter 11.875 Punkte schloss. Das darauffolgende Ziel hat er ebenfalls erreicht.

Gestern nachbörslich wurden sogar noch die 11.400 Punkte kurz mitgenommen. Ich hatte meine Shorts kurz darüber verkauft und eine Buy-Order an exakt dieser Stelle platziert. Hätte der DAX 1 oder 2 Punkte höher gedreht, wäre mir heute eine schöne Gegenbewegung verloren gegangen. Etwas Glück braucht der Trader auch ab und zu.

Aus Chart-Sicht sind wir damit im Soll. Klar, fallen jetzt doch auch noch die 11.400, folgen 11.200 und dann recht schnell 10.800 Punkte. Dessen sollten sie sich bewusst sein. Aber es muss nicht so kommen. Ein entscheidender Punkt dafür ist die Volatilität. Diese muss entsprechend ansteigen bei einem Crash oder auch wie in unserem Fall: bei einer etwas deutlicheren Korrektur. Ein Crash – so wurde letztens von einer Studie definiert – ist ein Kursabfall von mindestens 18 Prozent. Davon sind wir noch etwas entfernt. Erst bei 10.800 Punkten hätten wir übrigens die minus 18 Prozent erreicht. Ausgehend vom Hoch bei 13.200 Punkten.

Zurück zur Volatilität: Diese war denkbar niedrig in den vergangenen Monaten. Wieso auch nicht? Der DAX hatte oft nur 150 Punkte Abstand zwischen Tageshoch und Tagestief. Am Mittwoch war diese Differenz 430 Punkte. Das hebt die Volatilität an.

Wann genau ist denn jetzt genug Volatilität, damit wir das Crash-Szenario in die Schublade legen können?

30 Punkte sind beim sogenannten VDAX dafür laut Lehrbuch erforderlich. Das bisherige Jahr verlief dieser Wert meist um die 15 Punkte. Nur beim richtigen Crash in Februar sind wir kurz bis auf 40 Punkte gestiegen. Das war mustergültig! Und hier ist auch aktuell der einzige Wermutstropfen, der zumindest laut Drehbuch dem DAX aktuell noch fehlt.

Dax30 – Achtung, Achtung…

Dax30 – Achtung, Achtung…Wie erwartet konnte der Dax seine Kurserholung fortsetzen und heute nun den Widerstand bei 11.460 Punkten erreichen. Hiermit wurde also das Mindestziel für die laufende Kurserholung erfolgreich abgearbeitet. Aber ob… › mehr lesen

Der VDAX ist diese Woche zum ersten Mal seit April über 21 Punkte gesprungen. Aktuell liegen wir wieder bei 19 bis 20. Ob das wirklich reicht, um den Mini-Crash ad acta legen zu können? In den nächsten Wochen wissen wir mehr.

Es gibt so viel zu schreiben zur aktuellen Lage

Deshalb die wichtigsten Hintergründe und Chancen für Sie kurz zusammengefasst: Dass die Zinsen in den USA jetzt doch stärker steigen und deshalb Gelder abgezogen werden, haben die meisten verstanden. Der Handelskrieg wird nur medial gespielt und hat offenbar keinen Einfluss auf die US-Aktien. China-Aktien leiden deutlicher darunter. Der Hang Seng sieht wesentlich schwächer aus derzeit.

Gold wurde wiederbelebt. Kein Wunder. Risiko hoch – das bedeutet im Umkehrschluss immer rein in die Sicherheit. Gerade über das Wochenende kann ich mir vorstellen, dass viele noch lieber ihr Geld in Gold anlegen. Die Gefahr ist aktuell einfach zu groß, dass ein Politiker etwas Falsches sagt und wir am Montag ein Eröffnungsgap nach unten haben. Das spricht für Gold und auch dafür, dass Sie jetzt nicht noch vor dem Wochenende einen Trade eröffnen.

Alle großen Indizes haben zwar für viele Anleger etwas spät, aber dann noch an wichtigen Marken gedreht. Das spricht für eine Zwischenerholung. Im DAX ist das nächste Ziel: Die Nackenlinie der SKS-Formation von unten anlaufen. Diese verläuft im Bereich 11.875.

Open Interest mit viel Bewegung

Nächsten Freitag haben wir einen kleinen Verfall. Umso mehr lohnt sich der Blick auf die Sillhalter-Positionen. Wo sollte laut deren Zahlen aktuell der DAX am Freitag liegen? Die goldene Mitte ist derzeit im Bereich um 12.100. Da kann sich in den nächsten fünf Tagen aber natürlich noch etwas verschieben. Wäre schon beeindruckend, wenn der DAX am kommenden Freitag bei 12.100 Punkten notiert. So viel erwarte ich derzeit nicht. Wenn alleine schon die „12“ vorne steht, wäre das ein grandioser Sieg für die Bullen. Alles über 11.875 ist aktuell schon der Anschlusstreffer für die Bullen.

Bullisch ist der DAX deshalb aber noch lange nicht. Nördlich von 12.450 / 12.550 schaltet die Börsenampel erst wieder auf grün. Bis dahin: Ruhe bewahren und auf die wichtigen Marken achten: 11.400 nach unten und 11.875 nach oben.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.