Dax-Erholung nur von kurzer Dauer?

Der Dax hat geschafft, was Zyniker kaum noch für möglich gehalten hatten und die vergangene Handelswoche unterm Strich im Plus beendet. Dass der Leitindex auf Wochensicht 2,3 Prozent zulegen konnte, lag vor allem an den letzten beiden Handelstagen.

Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag kletterte der Dax um jeweils rund 2 Prozent nach oben. Am Freitag ging er mit einem Schlusswert von 9.764 Zählern ins Wochenende.

Damit hat das Barometer zwar seinen scheinbar freien Fall vorerst gestoppt. Doch Beobachter halten es noch für zu früh, um von einer wirklichen Trendwende zu sprechen. Immerhin beläuft sich das Minus seit Jahresbeginn immer noch auf gut 9 Prozent.

EZB und Rohölmarkt stützen die Märkte

Für Auftrieb sorgte zuletzt unter anderem die Europäische Zentralbank, die zum einen ihre Zinspolitik vorerst unangetastet lässt und somit den Leitzins auf seinem historischen Tief von 0,05 Prozent bestätigt. Zum anderen kündigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag an, notfalls ab März den Markt zusätzlich zu stützen, sprich: die QE-Maßnahmen („Quantitative Easing“) möglicherweise auszuweiten.

Auch eine leichte Erholung am Rohstoff- und hier insbesondere am Rohölmarkt sorgte für Aufatmen bei den Anlegern.

Deutsche Bank mit katastrophaler Jahresbilanz

Für vergleichsweise geringe Impulse sorgt unterdessen die laufende Berichtsaison. Die Aktie der Deutschen Bank musste zwar nach dem historischen Verlust von fast 7 Milliarden Euro zunächst kräftig Federn lassen und fiel am Donnerstag zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit 2009 zurück. Bereits am Freitag erholte sich der Kurs jedoch etwas und notierte zum Schlussgong 2,7 Prozent fester.

Die Aktie der Commerzbank schaffte zum Wochenausklang sogar ein Plus von 3,2 Prozent und zählte damit zu den gefragtesten Titeln im Dax. Spitzenreiterin war die Vonovia mit einem Aufschlag von 5,5 Prozent, gefolgt von HeidelbergCement, dessen Papiere um 4,6 Prozent vorrückten.

SAP: Prognoseanhebung überzeugt Anleger nicht

Wenig überzeugend fanden Anleger die angehobene Prognose des Softwarespezialisten SAP, der für 2017 nun bessere Ergebnisse erwartet. Die Aktie verteuerte sich um gerade einmal 0,4 Prozent und war damit der zweitschwächste Dax-Wert. Die rote Laterne ging an ThyssenKrupp mit einem Minus von 0,7 Prozent.

Alle übrigen Titel gingen mit einem Plus ins Wochenende. Die Energiekonzerne legten um jeweils 1,7 Prozent zu und zählten damit schon zur schwächeren Hälfte. Ebenfalls vergleichsweise schwach legten Daimler und BMW zu: Die Autobauer verzeichneten Aufschläge von 0,9 und 1,3 Prozent, während die Konkurrenz aus Wolfsburg besser fuhr. Volkswagen-Papiere verteuerten sich um 2,3 Prozent und platzierten sich damit im oberen Dax-Mittelfeld.

Weiterhin hohe Volatilität erwartet

Für die neue Woche rechnen Experten mit einigen möglichen Impulsen von Seiten der Unternehmen im Zuge der Berichtsaison – Siemens beispielsweise legt am Dienstag seine Zahlen vor. Insgesamt rechnen sie jedoch auch in den kommenden Wochen mit hoher Volatilität, also kräftigen Kursausschlägen nach oben wie nach unten, ehe der Dax seine Richtung findet.

25. Januar 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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