DAX: Es geht wieder bergauf. Ist das Schlimmste schon vorbei?

Der DAX ist gerettet. Aufatmen bei den Anleger. Zumindest hatten wir zwei ordentliche Plus-Tage in Folge. Nächste Ziele sind ausgemacht und im Chart zu sehen. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der gestrige „Turnaround Tuesday“ hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Gestern hatten wir nach einer Kurslücke nach unten das Tief bei etwa 12.235 und danach ging es wieder hoch. Heute gab es Anschlusskäufe, so dass der Tag sogar über 12.600 Punkten beendet wird. Das kann sich durchaus sehen lassen. Die 200-Tagelinie verläuft aktuell noch 150 Punkte entfernt – ist aber immerhin in Reichweite.

DAX kämpft sich zurück

Wenn die Woche so weitergeht, sollten wir am Freitag auf jeden Fall über der SMA-200 liegen. Allein die beiden Oszillatoren Slow Stochastic und RSI zeigen heute Kaufsignale. Die Tendenz ist also gegeben, dass die Kurse in den nächsten Tagen weiter klettern werden.

Spannend wird es allerdings, um den Bereich von 12.640 Punkten. Hier verläuft das erste Fibonacci Retracement von 38,2 Prozent. Dann sehen wir tatsächlich, ob die Kurse weiter steigen oder ob es sich nur um eine Zwischenerholung im laufenden Abverkauf und damit eine Bullenfalle handelt.

Basierend vom Start des Mini-Crashs ab dem 1. Februar habe ich die Linie bis zum gestrigen Tief gezogen. Sie sehen die einzelnen Zwischenstufen im Chart. Bei 50 Prozent verläuft in etwa die 200-Tagelinie. Auch hier wird es vermutlich nicht steil nach oben gehen, sondern wenigstens intraday in den meisten Fällen eine kleine Pause geben – natürlich unter der Voraussetzung, dass wir wirklich weiter steigende Preise sehen.

Doch grundsätzlich stehen die Anzeichen auf Long. Wir schließen fast auf dem Tageshoch, haben seit gestern knapp 400 Punkte gutgemacht und die Oszillatoren sind sich auch einig. Wenn jetzt noch die SMA-200 geknackt wird, können wir fast so tun, als wäre nichts gewesen. Das freut den Optionenhändler natürlich umso mehr. Genau deshalb sind nämlich Knockout-Zertifikate so gefährlich. Hier haben in den letzten Tagen viele Anleger bluten müssen.

In erster Linie aber mussten viele Hedgefonds daran glauben. Automatisierte Strategien haben Milliarden verkauft, weil die Kurse am Fallen waren. Dieser Dominoeffekt ist eine Gefahr für die Märkte und hat in den letzten Tagen schön gezeigt, wo die Schwachstellen dieser Systeme liegen. Wenn Sie sich nur auf den Computer verlassen und ultraschnell handeln, kann dies richtig teuer werden. Der sogenannte „Flash Crash“ trat ein und im Bruchteil von wenigen Sekunden werden offene Position in Milliardengröße geschlossen. Auch deshalb sind Fonds nicht immer die beste Anlagestrategie.

Dow Jones bereits wieder im grünen Bereich

Was der DAX noch vor sich hat, hat der Dow Jones bereits geschafft. Der notiert sogar schon wieder über der 50-Tagelinie! Wenn der DAX sich das abschaut, werden die nächsten Tage auch sicherlich rosig.

 

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.