DAX explodiert dank guten Nachrichten

Eigentlich war es ein Tag wie viele andere. Nachrichten aus der Euro-Zone werden von der Börse aufgenommen und abgearbeitet. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Eigentlich war es ein Tag wie viele andere: Nachrichten aus der Euro-Zone werden von der Börse aufgenommen und abgearbeitet.

So steigt beispielsweise laut der spanischen Regierung das Wirtschafts-Wachstum 2017 dort von 2,5 auf 3%.

Dafür ist in Großbritannien der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe im Juni nur bei 54,3 Punkten anstatt der erwarteten 56,4.

1 Std. vor Börsen-Öffnung in den USA beginnt der Boom

Auch wenn ich Ihnen sonst gerne längerfristige DAX-Charts liefere; heute gibt es aus gutem Grund den 1-Minuten-Chart.

Denn da war heute allerhand Bewegung zu sehen – jedoch nicht direkt nach der Eröffnung.

Es war zwar ein bisschen Volatilität gegeben, allerdings schwankten die Kurse nur zwischen 13.900 und 12.410.

Diese 20-Punkte-Spanne ist selbst für die aktuellen, auf Sparflamme kochenden Börsen arg wenig.

Der Ofen wurde dann aber plötzlich aufgedreht – um 14.30 Uhr kam ein Signal, welches das Feuer entfachte:

In Windeseile explodierte der DAX auf 12.470 Punkte und wurde erst dort wieder gelöscht.

Nachdem der Dow Jones ähnlich stark gestartet ist, vermuten wir einmal, dass wesentliche Informationen schon vorher durchgesickert waren.

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Es gab zwar einen zweiten Schub um 15.30 Uhr im DAX-Chart, allerdings war bis dahin die meiste Strecke schon absolviert.

Die gute Nachricht: Der ISM-Einkaufsmanager-Index für verarbeitendes Gewerbe in den USA liegt 2,8 Punkte über den Erwartungen!

57,8 Punkte ist der Wert für Juni. Zuvor lag er bei 54,9 – das ist durchaus solide und ein Sprung von knapp 50 Punkten im DAX wert.

Zusätzlich dazu ist der ISM-Index der Neubestellungen von 59,5 auf 64,5 Punkte angestiegen und die Kategorie Arbeitsplätze von 53,5 auf 57,2.

Dagegen lässt sich jetzt erst einmal nichts sagen. Auch wer kein Fan von Trump ist, muss diese positiven Zahlen akzeptieren. Natürlich sind die USA wegen diesen 3 Nummern noch nicht gerettet.

Die 57,8 Punkte des ISMs sind auch nicht außergewöhnlich; genau vor 4 Jahren lag Obama im selben Index nur 2 Punkte unter dem heutigen Wert.

Insofern bleibt es den Anleger überlassen, diese Werte mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu handeln.

Fallende Messer und impulsives Handeln

Als Optionen-Trader sollte Sie alles tun, nur nicht den gezeigten Minuten-Chart für Ihre Handels-Ideen verwenden.

Wir investieren schließlich auf lange Sicht, da ist so ein Zoom in den Kursverlauf schon gefährlich.

Ich habe ihn deshalb auch nur gezeigt, um die verhältnismäßig starke Bewegung von heute darzustellen.

Machen Sie es beim Handel mit Optionen wie die deutsche Eiche mit dem Eber oder der Wildsau. Beide Varianten des Sprichwortes werden ähnlich oft verwendet.

Aus diesem Grund: Lassen Sie sich nicht von Turbulenzen intraday verrückt machen!

Wir spielen nicht mit Knockout-Schwellen wie bei Hebelzertifikaten; das überlassen wir anderen.

Vielleicht haben auch deshalb Optionen-Händler die besten Nerven – einfach, weil wir den Markt mit ausreichend Abstand betrachten und analysieren.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.