Dax fängt sich nach Berg-und-Talfahrt

Nach schwachen Vorgaben aus China hat der Dax am Mittwoch mit Schwankungen gekämpft, konnte aber letztlich ein Plus in die Ziellinie retten. Der Leitindex schloss 0,6 Prozent fester bei 9.880 Punkten.

Dass sich der Ölpreis etwas stabilisieren konnte und das Barrel der Sorte Brent wieder klar über 30 Dollar kostete, sorgte für etwas Beruhigung am Parkett.

Analystenkommentare sorgen für Kauflaune

Angeschoben wurde der Dax vor allem durch Fresenius Medical Care: Die Papiere des Spitzenreiters verteuerten sich nach einem positiven Analystenkommentar nebst Kaufempfehlung und Kurszielanhebung um 4,2 Prozent. Der Mutterkonzern Fresenius verbuchte ebenfalls einen Tagesgewinn von 1,1 Prozent.

Auch die Deutsche Börse profitierte von einer positiven Analysteneinschätzung und landete mit einem Plus von 3,4 Prozent auf Rang zwei. Zu den Top-Werten zählte auch Eon mit einem Aufschlag von 2,9 Prozent. Konkurrent RWE schaffte immerhin ein Plus von 0,6 Prozent.

Siemens-Aktie ex Dividende

Am unteren Dax-Ende fanden sich die Siemens-Papiere wieder, die am Mittwoch ex Dividende gehandelt wurden und daher 2,4 Prozent tiefer notierten. Der Konzern hatte zuvor mit starken Zahlen überzeugt, der Kurs kräftig zugelegt.

Unter die Räder geriet demgegenüber BASF. Der Konzern leidet unter dem stark gefallenen Ölpreis und muss hohe Abschreibungen vornehmen. Anleger hatten damit zwar bereits gerechnet, waren aber trotzdem nicht begeistert. Die Aktie verlor 1,8 Prozent.

ThyssenKrupp zählte ebenfalls zu den schwächsten Titeln im Dax und gab gut 2 Prozent ab, nachdem ein US-Konkurrent eine schwache Prognose für das neue Jahr ausgegeben hatte.

Deutsche Bank mit moderatem Minus

Die Deutsche Bank verzeichnete am Vortag ihrer Bilanzpräsentation einen vergleichsweise milden Abschlag von 0,1 Prozent. Die Papiere waren zuletzt stark unter Druck geraten, nachdem Deutschlands größtes Geldhaus für 2015 einen Rekordverlust von fast 7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Für die Commerzbank-Aktie ging es am Mittwoch 1,4 Prozent abwärts.

Am Abend schließlich gab die US-Notenbank Federal Reserve bekannt, was die meisten Marktteilnehmer erwartet hatten: Nach der im Dezember beschlossenen Zinsanhebung lässt sie den Leitzins nun zunächst unverändert.

Anleger dürften die Entscheidung mit gemischten Gefühlen betrachten: Einerseits bleiben durch dauerhaft niedrige Zinsen Aktien als Anlageform weiterhin attraktiv und gefragt. Andererseits liegt die Zurückhaltung der Währungshüter auch in einer Verunsicherung über die konjunkturelle Großwetterlage begründet, und die könnte sich am Ende – zumindest in einigen Branchen – als Bärenpranke erweisen.

28. Januar 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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