DAX-Familie: Stühlerücken im SDax und MDax

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In wenigen Tagen steht der letzte Überprüfungstermin des laufenden Jahres für die DAX-Indizes an. Es wird einige Änderungen im MDax und SDax geben. (Foto: Delux/Shutterstock)

Am Montag, den 21.12.2020, wird die für dieses Jahr letzte Anpassung innerhalb der DAX-Familie durchgeführt werden. Die Siemens Energy AG wird neu in den MDax aufgenommen, und auch im SDax wird es einige Änderungen geben. Im DAX und im TecDax hingegen bleibt alles beim Alten.

MDax: Siemens Energy AG ersetzt Grenke AG

Ende September hatte die Siemens AG ihre Energietechnik-Tochter Siemens Energy an die Börse gebracht. Aufgrund der Größe von Siemens Energy – die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei stolzen 18,6 Mrd. Euro – steigt das Unternehmen nach dem nächsten Kontrolltermin in den MDax der 60 mittelgroßen deutschen Unternehmen auf.

Parallel wird der Leasinganbieter Grenke AG in den SDax absteigen. Sie müssen wissen: Der Kurs der in Baden-Baden ansässigen Leasinggesellschaft Grenke AG war im September 2020 nach Betrugsvorwürfen stark eingebrochen und hat sich seitdem nicht wieder erholen können.

Neuaufnahmen im SDax

Neben der Grenke AG werden ab der übernächsten Woche auch 6 weitere Unternehmen neu in den SDax, dem Börsenindex der 70 kleineren deutschen Aktiengesellschaften, aufgenommen.

Dazu zählt etwa der Frankfurter Online-Broker flatexDEGIRO. Ebenfalls neu aufgenommen werden der bayerische Rüstungs- und Sicherheitsspezialist Hensoldt AG sowie der Berliner Online-Versandhändler Home24.

Zu den weiteren Aufsteigern in die 3. Liga der DAX-Familie zählen der Biokraftstoff-Hersteller Verbio, der Internetvertrieb für Einrichtungsgegenstände Westwing sowie der Automobilzulieferer ElringKlinger.

Absteiger aus dem SDAX

Entsprechend müssen auch 7 kleinere deutsche Aktiengesellschaften ihren Platz im SDax räumen. Hierbei handelt es sich um den Automobilzulieferer Leoni, das auf UV-Anwendungen spezialisierte Unternehmen Dr. Hönle sowie den IT-Sicherheits-Spezialisten Secunet Security Networks.

Darüber hinaus werden die Stuttgarter Finanzdienstleistungsgruppe Wüstenrot & Württembergische AG, der Bielefelder Maschinenbauer DMG MORI sowie der Augsburger Anbieter von Fahrzeugwaschanlagen WashTec aus dem SDax herausgenommen.

Regelkunde: Auf- und Abstiegskriterien der DAX-Indizes

Alle hier genannten Auf- und Abstiege wurden auf Basis der Fast-Entry- (deutsch: Schnellaufnahme-Regel) bzw. der Fast-Exit-Regel (deutsch: Schnellausstieg-Regel) getroffen. Diese werden jeweils zu den turnusmäßigen Überprüfungsterminen in den letzten Monaten eines Quartals – also im März, Juni, September und Dezember – angewandt.

Fast Entry-/Exit-Regeln für den MDax

Ein Unternehmen wird nach der Fast-Entry-Regel neu in den MDax aufgenommen, wenn es gemessen am Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung mindestens zu den 85 größten deutschen Unternehmen zählt. Aus dem MDax scheidet dann jener Wert aus, der in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 95 belegt (falls ein solcher existiert) und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Nach der Fast-Exit-Regel wird ein Unternehmen aus dem MDax heraus genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 105 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung und beim Börsenumsatz mindestens Rang 95 erreicht.

Fast Entry-/Exit-Regeln für den SDax

Die Auf- und Abstiegsregelungen im SDax unterscheiden sich von denen des MDax nur durch die Höhe der Grenzwerte. Folglich wird ein Unternehmen neu in den SDax aufgenommen, wenn es gemessen am Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung mindestens zu den 155 größten Unternehmen zählt.

Aus dem SDax scheidet dann jener Wert aus, der in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 165 hat und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Nach der Fast-Exit-Regel wird ein Unternehmen aus dem SDax genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 175 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung und beim Börsenumsatz mindestens Rang 165 erreicht.

Abschließend noch ein Tipp: Sie sollten nicht einfach „blind“ Aktien von Index-Aufsteigern kaufen und Aktien von Index-Absteigern verkaufen. Achten Sie stattdessen auch auf die Bewertungskennzahlen. So vermeiden Sie böse Überraschungen. Denn nicht selten entwickeln sich die Absteiger in der Folge gut und die Aufsteiger schlecht.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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