DAX: Fehlstart ins neue Jahr macht charttechnisch Hoffnung

Der DAX verliert innerhalb kürzester Zeit 150 Punkte. Erst dann schreiten die Käufer ein und ziehen die Kurse wieder auf den Eröffnungskurs des Jahres. (Foto: Deutsche Börse AG)

In meinem letzten Newsletter des Jahres 2017 hatte ich es bereits angekündigt: Der DAX wird nicht wie gewohnt um den Jahreswechsel nach oben schnellen. Dass wir das Jahr unter 13.000 Punkten beendet haben, war ein schlechtes Omen und genauso sollte der heutige Tag starten.

DAX im Minutenchart

Sie sehen hier den Verlauf des DAX von heute. Bei etwa 12.900 Punkten ging die Reise los – über Nacht ging er bereits nach unten. Der reguläre Verkauf ließ nicht lange auf sich warten. Um 11 Uhr lagen wir sogar schon unter 12.750 Punkten! Diesen Bereich haben wir zuletzt am 29. September 2017 erlebt. Und schon startet das Jahr 2018 mit einem dicken Minus!

Doch ganz so dramatisch war es am Ende dann doch nicht. Der DAX wurde ab dem Zeitpunkt um 11 Uhr wieder gekauft und wird heute vermutlich in etwa dort schließen, wo er am Morgen anfing.

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Es war auf jeden Fall richtig viel Bewegung im Markt. Das ist eigentlich schöner, als das ewige Wassertreten auf der Stelle. Doch am Ende: außer Spesen, nichts gewesen.

Startet jetzt der Boom?

Und damit kommen wir schon zum zweiten Teil der Überschrift dieses Newsletters. Denn der DAX hat zwar heute ordentlich auf die Mütze bekommen und es sah bis zum Mittag alles andere als prickelnd aus – doch die Charttechniker freut der Handelsverlauf ungemein.

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Das liegt daran, dass wir einen Doji auf Tagessicht gebaut haben. Die Tageskerze hat also einen langen Docht und fast keinen Körper.

Wofür steht solch ein Doji?

Ein Doji kann für eine mögliche Trendwende stehen, wenn die nächsten zwei Tage jetzt bullisch verlaufen. Eine positive Wende ist somit möglich. Schließlich ging es seit dem 27.12.2017 bergab. Wenn wir etwas aufrunden, ging es das sogar bereits seit dem 19.12.2017. Rettet uns also der heutige Tag vor einem weiteren Abverkauf? Es sieht im Moment danach aus. Doch erst gegen Ende der Woche wissen wirklich, ob der Doji seine Wirkung vollbracht hat.

Allerdings müssen wir auch im Hinterkopf haben, dass der Angriff heute auf den DAX nicht von schlechten Eltern war. Mal eben 150 Punkte nach unten, sind ein deutliches Zeichen. Vor allem, weil das Stück für Stück innerhalb von nur zwei Stunden passiert ist.

Zum Glück war kurz unter 12.750 Punkten Schluss und die Kurse machten eine Kehrtwende. Betrachten wir das große Bild im Hintergrund, war das heute die erste Attacke des Jahres auf den DAX und die Bullen haben gut reagiert. Die Frage ist nur, wer am Ende mehr Munition in Form von Kapital hat, um die Kurse in die gewünschte Richtung zu drücken. Heute gab es ein Unentschieden.

Sollte sich dieses Duell aber weiter hochschauekeln, können die nächsten Börsentage und –wochen durchaus spannend bleiben. Das Spielfeld ist jetzt zumindest grob abgesteckt: zwischen 12.750 und 13.000 Punkten. Wer als Erster die jeweilige Linie durchbricht, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein paar Schritte in dieselbe Richtung weiterlaufen.

Das Jahr 2018 startet übrigens so, wie es zu Ende ging: In den USA legt der NASDAQ am meisten zu (fast 2 Prozent), dahinter Dow Jones und S&P 500 während der DAX auf Tagessicht ein Minus stehen hat. Das liegt an den außerbörslichen Verkäufen in der Nacht.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.