DAX: Frühstart in den Winterschlaf

Der DAX hat sich heute beeindruckend passiv gezeigt: Ganze 40 Punkte war heute die Handelsspanne intraday.

Da zeigen sich die Auswirkungen vom großen Hexensabbat am Freitag, als alle Optionen, Futures und Zertifikate abgerechnet wurden.

Doch ist die Luft jetzt raus?

Laut den Charttechnikern ist zumindest vorerst nach oben „der Deckel drauf“. Große Sprünge aus bullischer Sicht sind demnach eher unwahrscheinlich.

Vielmehr sollte die Kurslücke bei etwa 10.800 noch geschlossen werden. Das bedeutet für den DAX: 600 Verlust.

Ob diese allerdings noch dieses Jahr erreicht werden, ist unklar. Das Gap kann nämlich auch einfach nächstes Jahr geschlossen werden und die Kurse können danach wieder anziehen.

Keine voreiligen Trades

Aus diesem Grund ist es aktuell gar nicht verkehrt auf der Seitenlinie eine Pause zu machen und die kommenden Feiertage zu genießen.

Erfahrungsgemäß geschieht in diesen Tag vor Ende des Jahres sowieso herzlich wenig an der Börse.

Die Fonds sind meistens die einzig aktiven, die für ihr „Windowdressing“ noch Position kaufen und verkaufen.

Damit ist übrigens keine Weihnachts-Dekoration am Fenster gemeint. Es gilt hierbei für die Werbebroschüren und Übersichten die besten Aktien des Jahres im Depot zu haben.

Dass diese teilweise erst Ende des Jahres gekauft werden, wird dabei unter den mit Weihnachts-Geschenken dekorierten Teppich gekehrt.

Es soll schlicht auch im neuen Jahr wieder Anleger locken, die glauben, dass die Fondsmanager wissen, was sie tun.

Langfristige Trends

Auch Fondsmanager oder Börsengurus gewinnen nicht jede Wette.

Solange die meisten Trades erfolgreich sind und langfristig mehr gewonnen als verloren wird, geht der Fahrplan auf; so übrigens auch nächstes Jahr.

Wer sich die Jahre nach einer US-Wahl im DAX anschaut, erkennt durchschnittlich 11% Gewinn! Im Vergleich dazu schneidet das aktuelle Wahljahr nur mit mickrigen 2% Plus im Schnitt ab.

Wer also dieses Jahr von der Börse enttäuscht ist, kennt diese Statistik nicht.

Der DAX war zwar zwischenzeitlich unter die 9.000 Punkte gefallen, doch letztlich liegt er im Vergleich zum Januar 2016 vorne – und zwar knapp 8 %.

Allerdings hat er diesen Gewinn in den vergangenen 2 Wochen im Dezember erreicht.

Sollte das oben angesprochene Gap dieses Jahr noch geschlossen werden, könnte der Jahresgewinn im DAX tatsächlich auf 2% schrumpfen.

Wobei: 2% – selbst abzüglich Abgeltungssteuer – sind immer noch mehr wert, als es derzeit auf dem Bankkonto an Jahreszinsen zu verdienen gibt.

Insofern bleibt Börse auch wohl in diesem Jahr genauso wie die Neujahrs-Ansprache der Kanzlerin: alternativlos.

19. Dezember 2016

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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