DAX ganz einfach analysiert

Charttechnik und Technische Analyse halten für uns Investoren ein reich ausgestattetes Arsenal an Werkzeugen und Indikatoren bereit, um uns bei der Chartanalyse zu unterstützen.

Natürlich stets mit dem Ziel, eine Investment-Entscheidung zu treffen, die uns dann entsprechenden Investment-Erfolg beschert.

Allerdings ergibt sich in der Anwendung der dieser Werkzeuge und Indikatoren fast immer dann ein Problem, wenn wir zu viele davon einsetzen, um eine möglichst breit fundierte Einschätzung zu erhalten.

Denn nicht selten widersprechen sich Indikatoren oder unterstützen nicht die starken Signale, die von anderen Indikatoren generiert wurden.

Ich habe in den mehr als drei Jahrzehnten, in denen ich nun an der Börse Erfahrungen gesammelt habe, einen hohen Prozentsatz dieser Werkzeuge und Indikatoren ausprobiert und ausgiebig getestet.

Und ich habe mich letztlich auf eine kleine Palette konzentriert, die zu meiner Art der Chartanalyse und in bestimmten Marktsituationen hilfreich sind.

Das muss beileibe nicht heißen, dass die gleichen Werkzeuge und Indikatoren auch für Ihre persönliche Art der Chartanalyse geeignet sind. Ich kann es Ihnen leider nicht ersparen, das für sich selbst herauszufinden, falls Sie sich mit der Charttechnik und der Chartanalyse stärker auseinandersetzen möchten.

Schließlich müssen / mussten Sie ja auch für sich selbst herausfinden, welche Arbeit oder welches Hobby Ihnen am besten liegt.

Hier bei Chartanalyse-Trends bemühe ich mich, Ihnen eine breite Palette an Möglichkeiten aufzuzeigen und dies mit dem aktuellen Chart-Geschehen zu verknüpfen.

2 einfache Werkzeuge der Charttechnik

Und so möchte ich heute anhand eines Charts mit zwei recht einfachen Werkzeugen die aktuelle Marktlage im DAX für Sie erhellen.

DAX hat für einen Trendwechsel noch viel Arbeit vor sich

Im oberen Chartteil sehen Sie den DAX auf Schlusskursbasis, also mit der jeweils letzten Notierung eines Handelstages. Die täglichen Kursschwankungen werden auf diese Weise ausgefiltert und der Blick wird frei für das Wesentliche.

Weiterhin habe ich für Sie die 200-Tage-Linie eingeblendet, also den Durchschnitt der zurückliegenden 200 Handelstage. Dieser Gleitende Durchschnitt (GD200) erfreut sich aufgrund seiner langfristigen Trend-Aussagen großer Beliebtheit unter den Investoren und erfährt entsprechend große Beachtung.

Der Indikator im Chart unten verdeutlicht eigentlich nur den prozentualen Abstand des DAX zu seiner 200-Tage-Linie. Das ermöglicht eine bessere Sichtweise darauf, wie der DAX sich zu seinem langfristigen Gleitenden Durchschnitt verhält.

Was nun für einen Trend-Wechsel notwendig ist

Im Chart habe ich Ihnen die Kursspitzen seit März mit kleinen grünen Strichen markiert. Die Zwischentiefs habe ich durch rote Striche kenntlich gemacht. Auf diese Weise erkennen Sie sehr schnell, dass der DAX seit März kontinuierlich tiefere Hochs und tiefere Tiefs ausbildet. Genau das kennzeichnet einen Abwärtstrend.

Einzige Ausnahme bildet die von mir gelb unterlegte Phase: Dort konnte der DAX zwar höhere Hochs markieren, jedoch keine höheren Tiefs. Tatsächlich wurden sogar tiefere Tiefs ausgebildet. Diese Phase war mithin eine Phase, in der Sie auf eine Trend-Entscheidung des DAX warten mussten.

Die Serie tieferer Tiefs und tieferer Hochs MUSS erst einmal durchbrochen werden, bevor wir von einem Wechsel in einen Aufwärtstrend sprechen können.

Dazu müsste der DAX also nun – unterstellt, das Tief von gestern bleibt ein Tief – zunächst einmal über dem letzten Zwischenhoch bei 6.396 schließen. Im nächsten Schritt sollte ein Tief generiert werden, das oberhalb des letzten Tiefs bei 5.969 markiert wird.

Wird DANACH das über dem Hoch bei 6.396 liegende (neu erzeugte) Hoch überschritten, liegt ein Trend-Wechsel vor. Ich meine, dies ist eine sehr einfache Möglichkeit der Trend-Bestimmung.

Eine andere, ebenfalls simple Möglichkeit der Trend-Bestimmung bietet uns die 200-Tage-Linie.

Klar zu sehen ist, dass der DAX am vergangenen Freitag (gelber Kreis) erstmals seit Januar 2012 (grüner Kreis) unter seiner 200-Tage-Linie geschlossen hat. Der Trendstärke-Indikator ist in den Minus-Bereich abgerutscht. Das ist ein eindeutig negatives Signal.

Fazit

Daraus folgt, dass sich die 200-Tage-Linie dem DAX nunmehr als Bollwerk auf dem Weg nach oben entgegenstellt. Kann der DAX in den nächsten Tagen über seinem GD200 schließen (aktuell: 6.215), dann wäre das ein erstes positives Indiz dafür, dass der DAX seinen Abwärtstrend beendet haben könnte.

Und der oben beschriebene, für einen Trend-Wechsel notwendige, Angriff auf die Marke 6.396 würde ein durchaus realistisches Szenario werden.

6. Juni 2012

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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